Dusche mit heißem Wasser

Damit ein Heizstab wirklich nur solaren Überschussstrom und nicht etwa Netzstrom nutzt, muss er regelbar sein.
Foto: Therese Aufschlager

Übersicht regelbare Heizstäbe für Photovoltaik-Anlagen

16. März 2015 | Topnews, Fachwissen und Technik

Das Thema ist auf so großes Interesse gestoßen, dass wir unsere Produktübersicht zu regelbaren Heizstäben aktualisiert haben. Netzbetreiber äußern sich leider weiter nebulös zu den Anschlussbedingungen.

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Will man den überschüssigen Solarstrom zum Heizen verwenden, ist es eigentlich am günstigsten, damit direkt per Heizstab in den Heizkessel zu gehen. Darüber, ob und wann sich das lohnt und was die verschiedenen Varianten sind, haben wir ausführlich in September 2014 berichtet (siehe Online-Meldung und Heftarchiv).

Inzwischen sind einige fünf Anbieter neu in die Übersicht dazugekommen, andere haben ihre Einträge aktualisiert. Die Firmen bieten sehr unterschiedliche Produkte an. Teilweise sind es nur Heizstäbe, teilweise Ansteuerungen für stufenlose Regelung, teilweise nur Energiemanagementsysteme, teilweise alles zusammen oder sogar noch mit Warmwasserkessel dazu.

Die Übersicht finden Sie in der aktuellen Printausgabe und dem digitalen Heftarchiv.

Natürlich muss man im Prinzip das Energiemanagement als Ganzes betrachten. Diese Übersicht soll nur Hilfestellung leisten, wie sich die Leistungsaufnahme des Heizstabs regeln lässt. Das ist wichtig, damit wirklich nur solarer Überschussstrom verwendet wird und nicht etwa Netzstrom, was energiewirtschaftlicher Unsinn wäre. Um die Leistungsaufnahme der verfügbaren Solarleistung anzupassen, gibt es Stufenregelungen und stufenlose Regelungen. Bei den stufenlosen Regelungen gibt es sogenannte Phasenanschnittsteuerungen und die sogenannte Pulsweitenmodulation (PWM). Letztere ist aufwendiger als Erstere. Beim ersten Typ, der Phasenanschnittsteuerung, wird jedoch diskutiert, ob sie konform mit den technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber ist.

Zum einen wird darin bezüglich der Netzrückwirkungen gefordert, dass die Geräte die Normenreihe DIN EN 61000-3-x einhalten müssen. Einige Hersteller sagen, das sei mit Filtern möglich. In den TAB steht aber auch, dass Phasenanschnittsteuerungen nur für Geräte bis 200 Watt erlaubt sind. Es ist unklar, ob beide Bedingungen eingehalten werden müssen oder nur eine von beiden.

Ein Netzbetreiber schließt Phasenanschnittsteuerungen aus
Wir haben dazu die Antwort von einem großen Netzbetreiber bekommen, allerdings nur inoffiziell. Die dortigen Experten sind der Meinung, dass Phasenanschnittsteuerungen auch dann nicht angeschlossen werden dürfen, wenn sie der Norm entsprechen, sobald sie mehr als 200 Watt Leistung haben.

Die Situation ist unbefriedigend, da die TAB dem Wortlaut nach auch anders interpretiert werden könnten. Der FNN, der der richtige Ansprechpartner dazu wäre, hat sich bisher nicht geäußert. Firmen reagieren darauf, indem sie mehrere Lösungen anbieten. Ein Unternehmen verkauft etwa die Pulsweitenmodulation und die Phasenanschnittsteuerung. Erstere kostet rund 80 Prozent mehr, aber einige Kunden wollten sie unbedingt haben. Andere Unternehmen bieten sowohl eine Stufen- als auch eine stufenlose Regelung an. (Michael Fuhs)

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Christoph Kraiß aus Großostheim

Montag, 07.09.2015 11:13

Also wir haben im Januar neu gebaut, und haben eine 10kWp PV-Anlage mit SO-Ausrichtung auf dem Dach. Wir haben einen Puffer-Schichtenspeicher und darin stecken im Warmwasserbereich ein 3kW Heizstab, und [...]

Michael Guldenmeister aus 35619

Donnerstag, 04.06.2015 12:45

mal ganz naiv gefragt.... wir haben bereits eine anlage auf dem dach die zuverlässig tut wofür wir bezahlt haben, strom einspeisen den wir nicht selbst grade verbrauchen. nun bin ich auf ein thema gestossen [...]

Daniel Brandl aus 74357 | http://www.orange-solar.de

Montag, 16.03.2015 14:18

PV Strom 1:1 in Strom umzuwandeln ist eine sehr teuer Angelegenheit. Man muss für EV die USt abführen die man beim Versorger bezahlt. Diese ist üblicherweise rund 4-5 Cent/kWh. Hinzu kommt dass man [...]

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Kommentare 1 - 3 von 3

Christoph Kraiß aus Großostheim

Montag, 07.09.2015 11:13

Also wir haben im Januar neu gebaut, und haben eine 10kWp PV-Anlage mit SO-Ausrichtung auf dem Dach.
Wir haben einen Puffer-Schichtenspeicher und darin stecken im Warmwasserbereich ein 3kW Heizstab, und im Bereich für den Niedertemperaturabgriff (Fussbodenheizung) im unteren Bereich ein 4,5kW Heizsstab.

Vorteil 1:
Ich heize mein Warmwasser im Moment nur über PV-Strom und komme damit den ganzen Tag über aus. Wir sind ein 4-Personen Haushalt (2 Erw, 2 kleine Kinder). Selbst unsere Spülmaschine wird mit diesem Warmen Wasser betrieben. Der zugehörige 3kW Heizstab wird eingeschaltet, wenn eine gewisse produzierte Leistung vom Dach kommt, und ausgeschaltet wenn diese unterschritten wird. Der Heizstab heizt die Schichttemeratur für WW im Pufferspeicher von ca. 46°C auf 60°C mit seiner Leistung von 3kW in ca. 2,5 Stunden hoch. Er ist auf 61°C eingestellt und schaltet nach erreichen der Temperatur selbstständig ab.

2.Vorteil:
Ist die eingespeiste Leistung ins Netz, nach Abzug des Eigenverbrauchs für den 4,5kW Heizstab ausreichend, wird dieser ebenfalls automatisch aktiviert. Er unterstützt dann die Fußbodenheizung im Niedertemperaturbereich.

3. Vorteil:
Gibt es Tage, an denen nicht viel PV-Leistung kommt, wird kostengünstig über die Wärmepumpe mit Wärmestrom (18,55ct/kwh) das Warmwasser auf 50°C gebracht.
Kommt genügend Leistung vom Dach für den Heizstab wird über ein Kontakt an der Regelung der Wärmepumpe die Warmwasser-Bereitung gesperrt und erst wieder freigegeben, wenn die Leistung vom Dach nicht mehr ausreicht.

Da ich die PV-Anlage als Kleinunternehmer besteuere, zahle ich für meinen Eigenverbrauch auch keine USt. Zumal bei mir der Eigenverbrauch nicht mehr zusätzlich vergütet wird (EEG 2014). Lediglich eine sog. "Wertabgabe" muss dafür erbracht werden.

Fazit:
Ich bin von der Eigenverbrauchsregelung mit den Heizstäben sehr zufrieden und empfehle es auch jedem gerne weiter! Soll mal einer sagen, das wäre nicht sinnvoll!!!

Michael Guldenmeister aus 35619

Donnerstag, 04.06.2015 12:45

mal ganz naiv gefragt....
wir haben bereits eine anlage auf dem dach die zuverlässig tut wofür wir bezahlt haben, strom einspeisen den wir nicht selbst grade verbrauchen. nun bin ich auf ein thema gestossen bei dem ich nicht weiter komme und hier vielleicht antworten finde.
ich habe noch den ein und anderen quadratmeter und stelle mir mal ganz banal gesehen vor mir PV module (wieviel auch immer, soll ja nur unterstützen) zu instalieren und einen "tauschsieder" in den (guten buderus ;-) )kessel für brauchwasser oder heizungswasser zu stecken um dieses wasser wenn dann sonne scheint einfach die paar watt zu nutzen um weniger gas zu verschleudern. kennst du den begriff für so eine anlage und wofür sollte ich da bitte irgendeinen netzbetreiber fragen informieren oder was auch immer.
ich will nichts vom netzbetreiber und er hat nichts von mir zu wollen, seh ich das falsch?

Daniel Brandl aus 74357 | http://www.orange-solar.de

Montag, 16.03.2015 14:18

PV Strom 1:1 in Strom umzuwandeln ist eine sehr teuer Angelegenheit. Man muss für EV die USt abführen die man beim Versorger bezahlt. Diese ist üblicherweise rund 4-5 Cent/kWh. Hinzu kommt dass man die Vergütung von rund 12Cent verliert. Die Kosten für eine kWh Wärme über einen Heizstab sind daher bei rund 16-17 Cent und somit um ein VIELFACHES höher als bei Gas und Co.
Für uns eine typische Kostenfalle!

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