Tesla-Elektroauto und Photovoltaik-Speichersystem Powerwall

Photovoltaik-Speichersysteme waren 2016 erneut beliebter als Elektroautos in Deutschland.
Foto: Tesla

2016 erneut mehr neue Photovoltaik-Speicher als Elektroautos in Deutschland

05. Januar 2017 | Politik und Gesellschaft, Speicher und Netze, Topnews

Bereits 2015 waren Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen ein attraktiveres Investment für die Deutschen als ein neues Elektrofahrzeug. Dabei sind hierzulande im vergangenen Jahr so viele Neuwagen wie lange nicht mehr verkauft worden, allerdings nur 0,3 Prozent davon waren Elektroautos.

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Wie schon 2015 sind auch im vergangenen Jahr wieder mehr Photovoltaik-Batteriespeicher in Deutschland neu installiert worden als Elektroautos neu zugelassen worden. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen nutzte die Veröffentlichung der Autodaten durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch erneut um diesen Vergleich zu ziehen. Nach ersten Hochrechnungen der Wissenschaftler sind in Deutschland im vergangenen Jahr mindestens 15.000 privat betriebene Photovoltaik-Speicher installiert worden. Dem stehen 11.410 neu zugelassene Elektroautos aus dem vergangenen Jahr gegenüber.

Beide Zahlen liegen unter dem Niveau von 2015. Allerdings weist Kai-Philipp Kairies von der RWTH Aachen, die die wissenschaftliche Evaluierung der KfW-Speicherförderung verantwortet darauf hin, dass die genaue Zahl der neuen Photovoltaik-Speichersysteme für das vierte Quartal noch nicht ganz sicher sei. Es müssten die Verkaufszahlen der Hersteller abgewartet werden. Die KfW hatte die Speicherförderung im Oktober auf Eis legen müssen, da die Bundesmittel für den Tilgungszuschuss ausgeschöpft waren. Seit 1. Januar läuft das Förderprogramm nun wieder. Für 2015 hatten die Wissenschaftler rund 20.000 neu installierte Photovoltaik-Speichersysteme in Deutschland vermeldet.

Die Zahl der neuen Elektroautos in Deutschland stagniert weiterhin auf niedrigem Niveau. Dabei hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr ein milliardenschweres Förderprogramm aufgelegt, dass die Elektromobilität in Deutschland voranbringen soll. Nach Angaben des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (BAFA) sind gerade einmal 9.023 Anträge auf die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-In-Hybride gestellt worden. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos ist im Jahresvergleich von 12.363 auf 11.410 trotz Anreizprämie gesunken.

Dabei haben sich die Verkaufszahlen für Neuwagen in Deutschland gegenüber den Vorjahren weiter erhöht. Nach KBA-Angaben gab es knapp 3,4 Millionen Neuzulassungen. Neuwagen mit alternativen Antriebsarten kamen demnach auf einen Anteil von zwei Prozent. Knapp 48.000 Hybride hübschen diese Statistik auf. Die 11.410 reinen Elektroautos machen gerade einmal 0,3 Prozent der Neuzulassungen auf deutschen Straßen aus.

Ist in diesem Jahr eine Trendwende zu erwarten? Dies ist sicher schwer vorherzusagen. Ziemlich sicher ist sich Forscher Kairies allerdings, dass die Mittel für die nun wieder aufgenommene KfW-Speicherförderung wohl auch in diesem Jahr nicht reichen werden. Zehn Millionen Euro sind 2017 im Fördertopf, aus dem der Tilgungszuschuss von nun gesenkten 19 Prozent für die Käufer von privaten Photovoltaik-Batteriespeichern finanziert wird. „In Deutschland wird etwa jede zweite neue private Photovoltaik-Dachanlage mit einem Batteriespeicher installiert“, sagt Kairies pv magazine. Die Quote von 50 Prozent sei in den vergangenen zwei Jahren relativ stabil gewesen und werde sich wohl auch weiterhin in diesem Rahmen bewegen. „Ein anziehender Photovoltaik-Markt in Deutschland wird dem Speichermarkt helfen“, so Kairies mit Blick auf die zuletzt wieder steigenden Installationszahlen bei Photovoltaik-Anlagen. Die zehn Millionen Euro Fördermittel haben im vergangenen Jahr gerade einmal für sieben Monate gereicht, da das neue KfW-Förderprogramm auch erst mit Verspätung zum 1. März gestartet war.

Weit weniger Sorgen um auslaufende Fördermittel müssen sich dagegen Interessenten von Elektroautos und Plug-In-Hybriden machen. Im vergangenen Jahr sind gerade einmal gut 32 Millionen Euro der 1,2 Milliarden Euro für die Kaufprämie abgerufen worden. Der Fördertopf, zu dem die Bundesregierung 600 Millionen Euro beisteuert und der bis maximal 2019 reichen soll, ist damit noch prall gefüllt. Ob es in diesem Jahr ein Schub für die Elektromobilität geben wird, hängt aber wohl maßgeblich von den Herstellern ab, die ihr Potenzial bei der Entwicklung von neuer Elektroautos sicher noch lange nicht ausgeschöpft haben. Zudem hapert es noch an der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland. Doch auch hier will die Bundesregierung mit dreistelligen Millionenbeträgen Abhilfe schaffen. Bleibt abzuwarten, ob die Elektroautos schon in diesem Jahr dann an den Photovoltaik-Batteriespeichern vorbeiziehen können. (Sandra Enkhardt)

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Thomas Wagner aus Balingen

Freitag, 06.01.2017 21:07

Es ist wirklich traurig, dass die Verkäufe von Elektroautos auf diesem niedrigen Niveau stagnieren. Vielleicht liegt es daran, dass in Deutschland im letzten Jahr nur 15 Modelle zum Kauf angeboten wurden, [...]

David V. aus Nordwalde | http://www.kauftipp.info

Donnerstag, 05.01.2017 11:55

Solange der Diesel weiterhin so billig ist, wird sich an dem schlechten Absatz der Elektroautos nichts ändern...Leider ... Erst wenn der Sprit unerschwinglich wird, findet sicherlich ein Umdenken statt. [...]

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Kommentare 1 - 2 von 2

Thomas Wagner aus Balingen

Freitag, 06.01.2017 21:07

Es ist wirklich traurig, dass die Verkäufe von Elektroautos auf diesem niedrigen Niveau stagnieren.
Vielleicht liegt es daran, dass in Deutschland im letzten Jahr nur 15 Modelle zum Kauf angeboten wurden, von denen gut die Hälfte bzgl Reichweite und Ladegeschwindigkeit unterirdische Werte aufweisen.
Geht man davon aus, dass diese bescheidenen 11410 Elektroautos eine durchschnittliche Akkukapazität von 25 kWh haben,ergibt dies eine Gesamtkapazität von ca 285.250 kWh.
Dies ist ca das 3-fache der Gesamtkapazität der ca 15.000 neue installierten Hausspeicher.
Damit liese sich doch schon etwas anfangen um die schwankende Einspeisung von Wind und Sonnenkraftwerken zu speichern und sinvoll zu nutzen.
Deshalb vermisse ich "Eletroauto-Stromtarife" der Stromversorger, die ähnlich wie es das schon seit Jahrzehnten bei Elektrospeicherheizungen gibt, "Überschussstrom" aus regenerativen Kraftwerken zu Sonderkonditionen anbieten.
Erstaunlicherweise halten sich diesbezüglich auch die Ökostromanbieter wie Naturstrom, Lichtblick oder Greenpeace Energie auffällig zurück !?
Anscheinend werden Windräder bei vollen Netzen lieber abgeschaltet als den Strom sinnvoll für Elektromobilität zu verwenden und nebenbei auch Elektroautos attraktiver zu machen ?

David V. aus Nordwalde | http://www.kauftipp.info

Donnerstag, 05.01.2017 11:55

Solange der Diesel weiterhin so billig ist, wird sich an dem schlechten Absatz der Elektroautos nichts ändern...Leider ... Erst wenn der Sprit unerschwinglich wird, findet sicherlich ein Umdenken statt.

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