Deutschland blieb im Jahr 2025 der führende Markt für den Ausbau erneuerbarer Energien in Europa, trotz einer leichten Verlangsamung bei Solar- und Batteriespeicherzubauten im Vergleich zu den Rekordwerten des Vorjahres, so der Clean Power Progress Index des Energieanalyseunternehmens Montel.
Der Bericht, der erste seiner Art, bewertet den Fortschritt der Dekarbonisierung des Stromsektors in mehr als 30europäischen Ländern und berücksichtigt dabei den Ausbau erneuerbarer Energien, die CO₂-Emissionen aus der Stromerzeugung sowie Veränderungen im jährlichen Energiemix jedes Landes.
Laut Montels Clean Power Progress Index erreichte die insgesamt netto zugebaute erneuerbare Kapazität in Deutschland im Jahr 2025 20,35 GW. Darin enthalten sind 15,16 GW Solarleistung, ein leichter Rückgang gegenüber den 15,51 GW im Jahr 2024.
Auch der Ausbau von Batteriespeichern schwächte sich leicht ab: 4,06 GW neue Batterieleistung (entsprechend 6,55 GWh Speicherkapazität) wurden installiert, verglichen mit 4,28 GW im Jahr 2024.
Die Onshore-Windkraft erreichte in Deutschland ebenfalls ein Neunjahreshoch und verzeichnete mit 4,63 GW den stärksten Ausbau seit 2017. Die Offshore-Windkapazität wuchs um 0,52 GW und trug damit zusätzlich zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei.
Trotz des leichten Rückgangs behauptete Deutschland seine Position als führender Markt in Europa sowohl für Solarenergie als auch für den gesamten Ausbau erneuerbarer Energien, was die anhaltende Dimension der Energiewende unterstreicht.
Europaweit wurden im Jahr 2025 mehr als 70 GW neue erneuerbare Kapazität installiert, darunter mindestens 56,09 GW Solarenergie, 12,96 GW Onshore-Wind und 1,75 GW Offshore-Wind.
Tobias Federico, Chefanalyst bei Montel, sagte: „Wind- und Solarenergie sind mittlerweile die beiden dominierenden Erzeugungstechnologien im Land. Wind führte den Mix mit einem Anteil von 30,1 %, während Solarenergie 16,8 % erreichte und damit erstmals die Braunkohle als Energiequelle überholte. Dies ist ein wichtiger Meilenstein, da Braunkohle zu den emissionsintensivsten Energieträgern im System gehört.“
Negative Preise und Kannibalisierungseffekte bremsen Solarwachstum
Die Analyse von Montel zeigt, dass die leichte Verlangsamung der Solarinvestitionen teilweise auf Einnahmen-Kannibalisierung zurückzuführen ist, die durch eine steigende Anzahl negativer Strompreisphasen verursacht wird.
Deutschland verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 573 Stunden mit negativen Strompreisen, gegenüber 457 Stunden im Jahr 2024 – ein Zeichen für zunehmende Überkapazitäten im Markt. Gleichzeitig haben steigende Strompreise (bedingt durch den jüngsten Konflikt im Iran) weiterhin Investitionen in flexible Anlagen wie Batteriespeicher begünstigt, da diese durch zeitliche Verschiebung der Einspeisung ihre Erlöse optimieren können.
Tobias Federico erklärte: „Für die deutsche Energiewende spielen weiterhin viele Faktoren eine Rolle. Einerseits bietet die zunehmende Solarstromerzeugung einen gewissen Schutz vor geopolitisch bedingten Energiepreisschocks. Andererseits schwächt die Erlös-Kannibalisierung die Investitionsanreize, insbesondere vor dem Hintergrund geplanter Änderungen am EEG, die voraussichtlich die Referenzpreise beeinflussen werden, die Investoren über neue zweiseitige CfDs sichern wollen.
Der Gewinner dieser Entwicklung ist natürlich die Batteriespeicherung. Nach dem Konflikt im Iran und dem damit verbundenen Anstieg der Gaspreise hat man beobachtet, dass Batterien Gas aus der Merit-Order verdrängen, insbesondere am Tagesende, und Strom bereitstellen, wenn die Solarproduktion zurückgeht. Angesichts der Entwicklungen während der Hitzeflaute im vergangenen Jahr sowie der Möglichkeit eines starken El Niño im Jahr 2026 erwarten wir, dass dieses Zusammenspiel zwischen Solar, Gas und Batteriespeichern auch in diesem Sommer anhalten wird.“





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