Enervis-Batteriespeicher-Index: Im Dezember setzen die Erlöse ihren Rückgang fort und erreichen den niedrigsten Stand seit Monaten

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Mit der aktuellen Veröffentlichung erreichen wir erstmals einen vollständigen Jahreszeitraum seit dem Start des Enervis-Batteriespeicher-Index Anfang 2025. Neben der Analyse der im Dezember erzielbaren Erlöse bietet diese Ausgabe damit zugleich die Gelegenheit, einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr 2025 zu werfen. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Erlöse für Batteriespeicher von Dezember 2024 bis Dezember 2025, Quelle: Enervis Batteriespeicherindex
Methodische Erläuterung: Der Enervis Batteriespeicher-Index zeigt für einen 1 Megawatt Leistung und 2 Megawattstunden Arbeitsvolumen (2 Stunden) Batteriespeicher die jeweils historisch und zukünftig erzielbaren monatlichen netto Erlöse (Deckungsbeiträge) in Deutschland. Der Speicher wurde mit einer Einsatzeinschränkung von 1,5 Zyklen pro Tag, einer Entladetiefe von 90 Prozent, einer technischen Verfügbarkeit von 97 Prozent und einem Kreislaufwirkungsgrad von 87 Prozent modelliert. Der Index berücksichtigt dabei die Teilnahme an folgenden Erlösmärkten: Intraday, Primärregelleistung und Sekundärregelleistung. Es wird imperfekte Vorausschau und keine Erlöse durch die Vermarktung von Sekundärregelarbeit modelliert. Die jeweiligen Preise der Märkte für die historische Analyse entstammen aus Veröffentlichungen der Übertragungsnetzbetreiber und der EPEX-Spot. Der Zukunftsausblick basiert auf derselben Modellierung und Parametern und Preisen aus dem aktuellen Enervis Strompreisszenario Current Efforts Q1/2026.

Quelle: Enervis

Neue Erlöszahlen für Dezember 2025

Die im Dezember erzielbaren Batteriespeicher-Erlöse setzten ihren deutlichen Rückgang fort und erreichten außergewöhnlich niedrige Niveaus. Die Erlöse fielen auf rund 5.000 Euro pro Megawatt, was einem Rückgang von 30 Prozent gegenüber November entspricht und zugleich 49 Prozent unter dem Niveau von Dezember 2024 liegt. Damit wurden einige der niedrigsten jemals beobachteten Werte erreicht. Die Volatilität an den Spotmärkten schwächte sich deutlich ab, wobei der durchschnittliche Spread im Vergleich zu November um 29 Prozent zurückging und damit die Arbitragemöglichkeiten für Batteriespeicher stark begrenzte. Parallel dazu fielen die Regelleistungspreise auf sehr niedrige Niveaus selbst im Vergleich zu den Dezember-Ergebnissen der vergangenen vier Jahre und schränkten das Erlöspotenzial zusätzlich ein.

2025 im Rückblick

Die im Jahr 2025 erzielbaren monatlichen Erlöse für Batteriespeicher weisen eine ausgeprägte saisonale Struktur auf. Sie stiegen in der Regel vom Frühjahr in die Sommermonate an und gingen zum Jahresende deutlich zurück. Höhere Erlösniveaus traten insbesondere in Phasen erhöhter erneuerbarer Stromerzeugung auf, vor allem aus Photovoltaik, die zu einer stärkeren Intraday-Volatilität und zu Systemungleichgewichten führten und damit sowohl den Intraday-Handel als auch die Erlöse aus Regelleistung begünstigten.

Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten im Jahresverlauf 2025 deutlich. Sie reichten von einem Tiefstand von rund 5.000 Euro pro Megawatt und Monat im Dezember 2025 bis zu Höchstwerten von rund 19.000 Euro pro Megawatt und Monat im Mai und September. Der grundsätzlich saisonale Verlauf wurde im Sommer durch einen deutlichen Rückgang der Erlöse im Juli sowie eine weiterhin moderate Volatilität im August unterbrochen. Ein wesentlicher Grund hierfür war die vergleichsweise geringe Sonneneinstrahlung im Juli. Insgesamt zeigte sich im Jahr 2025 eine ausgeprägte monatliche Volatilität der Erlöse, mit durchschnittlichen monatlichen Schwankungen von rund 31 Prozent und einem starken Anstieg im Frühjahr sowie einem ebenso ausgeprägten Rückgang im Herbst.

Über die vergangenen zwölf Monate ergab sich damit ein durchschnittliches monatliches Erlösniveau von rund 12.370 Euro pro Megawatt, was einem Jahreswert von etwa 148.500 Euro pro Megawatt entspricht. Dieses Niveau liegt insgesamt in etwa auf dem Niveau des Jahres 2024 und rund 4.300 Euro pro Megawatt über (+3 Prozent) den durchschnittlichen jährlichen Erlösen, die in diesem Jahr erzielt wurden.

Erwartete Erlöse 2026

Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone-Speichers im Jahr 2026 modelliert.

Erwartete Erlöse für großé Batteriespeicher 2025 vs. 2026, Quelle: Enervis Batteriespeicherindex

Für die erzielbaren Erlöse im Gesamtjahr 2025 wurde unser zugrunde liegende Strompreisszenario auf das Q1/2026-Szenario aktualisiert. Die modellierten Erlöse im neuen Szenario liegen nahe an denen des Q4/2025-Szenarios. Insgesamt fallen die Erlöse um rund 3700 Euro pro Megawatt niedriger aus, was einem Rückgang von etwa 2,5 Prozent entspricht. Höhere Spreads am Day-ahead-Markt werden im neuen Szenario teilweise durch niedrigere Regelleistungspreise ausgeglichen, sodass sich insgesamt ein leicht niedrigeres Erlösniveau ergibt.

Die prognostizierten Erlöse für das Jahr 2026 liegen mit den jährlich 145.900 Euro pro Megawatt leicht unter dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate, bewegen sich jedoch weiterhin im selben Größenordnungsbereich, wie in unserem Batteriespeicher-Index dargestellt. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten. 

Über die Autoren:

Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.

Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.

Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.

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