Enervis PPA-Price-Tracker für Photovoltaik: PPA-Preise mit Seitwärtsbewegung im August

Drohnenaufnahme einer Agri Photovoltaik-Trackeranlage in Bad Sassendorf von Grid Parity

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Im August 2025 blieben die Preise am Stromterminmarkt der EEX im Vergleich zum Vormonat Juli nahezu unverändert. Während das Base-Produkt Strom für das Jahr 2026 weiterhin für knapp 85 Euro pro Megawattstunde gehandelt wurde, verharrten die Terminmarktpreise für die Folgejahre auf einem Niveau von rund 70 Euro pro Megawattstunde. Dadurch hat sich das durchschnittliche Terminpreisniveau, welches als Benchmark für die PPA-Bepreisung dient, nur geringfügig verändert.

Die von uns für den August 2025 berechneten generischen Preise für einen 10-jährigen Photovoltaik-PPA mit Start im Frontmonat (September 2025) liegen unter Berücksichtigung marktüblicher Abschläge für Wertigkeit des Photovoltaik-Erzeugungsprofils, PPA-Abwicklungs- und Risikokosten sowie marktüblicher Erlöse für Herkunftsnachweise bei rund 28 bis 40 Euro pro Megawattstunde. Damit bewegen sich die Preise für langfristige Photovoltaik-PPAs auf dem gleichen Niveau wie im Vormonat Juli und zeigen keine nennenswerte Veränderung.

Im Gegensatz zum PPA-Markt ist das Zuschlagsniveau in der jüngsten EEG-Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen angestiegen. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert erhöhte sich um etwa 4 Prozent auf knapp 48 Euro pro Megawattstunde, während der Grenzzuschlag – also das höchste noch bezuschlagte Gebot – mit einem Anstieg von fast 40 Prozent auf über 62 Euro pro Megawattstunde einen sehr großen Sprung machte. Diese Entwicklung ist Zeichen eines rückläufigen Wettbewerbs und kommt vor dem Hintergrund der weiterhin umfangreichen Projektpipeline für förderfähige Freiflächenanlagen sowie des anstehenden Umstiegs auf das zweiseitige CfD-Fördersystem mit Clawback-Mechanismus etwas überraschend. Die Ergebnisse unterstreichen jedoch, dass selbst geförderte Projekte zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten.

Enervis PPA-Price-Tracker, Stand August 2025
Methodische Erläuterung: Der Enervis PPA-Price-Tracker zeigt auf Basis typischer PPA-Bewertungsparameter einen monatlichen Preiskorridor für Photovoltaik-PPAs im deutschen Strommarkt. Ausgangsbasis der Berechnung des generischen PPA-Preises ist ein Mischpreis der Terminmarktnotierungen des vergangenen Monats für die angenommene PPA-Laufzeit. Hierfür werden die in der angenommenen PPA-Laufzeit liegenden Monats-, Quartals- und Jahresprodukten der EEX für die deutsche Preiszone herangezogen. Für den generischen Photovoltaik-PPA werden 10 Jahre Laufzeit mit Beginn im Frontmonat unterstellt. Darauf wird der mittlere erwartete Abschlag des technologiespezifischen Referenzmarktwertes und ein Ab- oder Aufschlag aus projektspezifischen Einflüssen (Standort, Anlagentechnologie, Parklayout, Wetterjahr) für die angenommene PPA-Laufzeit angewendet. Dieser stammt aus unseren eigenen szenariobasierten Strommarktmodellierungen. Die Streuung des spezifischen Marktwertes um den erwarteten Referenzmarktwert herum wird auf Basis unseres PPA-Atlas abgebildet. Aufsetzend darauf wird die typische Streubreite für Abwicklungs- und Risikokosten eines PPA berücksichtigt. Abschließend wird die Streubreite von Erlösen für Herkunftsnachweise preiserhöhend berücksichtigt. Der dargestellte Korridor der ermittelten PPA-Preise basiert auf einer Kumulation der in der Berechnung unterstellten Schwankungsbreiten.

Quelle: Enervis

Christian Schock, Enervis— Der Autor Christian Schock ist Senior Consultant bei der energiewirtschaftlichen Beratung enervis und hier für PV- und Wind-relevante Themen zuständig. Seine Expertise reicht vom systematischen Vergleich von Preisen und Vertragsinhalten von Power Purchase Agreements und Direktvermarktungsverträgen sowie deren Beschaffung für Stromerzeuger bis hin zum Monitoring marktseitiger und regulatorischer Entwicklungen im deutschen Photovoltaik- und Windkraft-Markt. —

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