Second Foundation nimmt 3-Stunden-Speicher mit Batterie- und Energiemanagement aus eigener Entwicklung in Betrieb
Second Foundation hat einen Batteriespeicher mit 17,25 Megawatt Leistung und 50 Megawattstunden Kapazität in Tirpersdorf im sächsischen Vogtlandkreis ans Netz gebracht. Das Speichersystem sei bereits seit 1. September operativ in Betrieb, teilte das Unternehmen mit. Es handele um das erste Projekt, in dem Batterie- und Energiemanagement über den selbst entwickelten Power Plant Controller (PPC) von Second Foundation gesteuert werden.
Die flüssiggekühlten Batteriespeicher-Container stammten von GAZ Energy. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln produziert in Tschechien. Es stellte auch das komplette Steuerungspaket für die Anlage bereit. Den Power Plant Controller entwickelten dabei Second Foundation und GAZ Energy gemeinsam. SMA habe die Wechselrichter für das Projekt geliefert.
Der Power Plant Controller erfüllt sämtliche Anforderungen des örtlichen Verteilnetzbetreibers Mitnetz Strom, wie es weiter hieß. Auch den Doppelhöckertest habe er erfolgreich bestanden und damit gezeigt, dass er Systemdienstleistungen wie Frequenzhaltung gemäß den Netzanschlussregeln erbringen kann. Daneben gehören der Power Plant Manager (PPM) für die Steuerung und Optimierung am Standort sowie das Batteriemanagementsystem (BMS) für die Steuerung, Überwachung und den Schutz der Batterien zum Steuerungspaket. Sowohl bei den Batteriespeicher-Containern als auch dem Power Plant Controller handelt es sich um Prototypen.
„Beide laufen vom ersten Tag an stabil. Das ist eine echte Ingenieursleistung unseres Teams“, erklärte Stephan Lehrke, CEO von Second Foundation Germany. Das Unternehmen sieht in der durchgängig europäischen Fertigung und Steuerungsentwicklung einen zentralen Pluspunkt der Anlage. Dies erhöhe die Cybersecurity der Anlage. Zugleich schaffe es die Voraussetzung für eine bestmögliche Vermarktung, da Betriebsführung und Handelssoftware aus einer Hand kommen und die Betriebsfahrweise entsprechend optimiert werden könne. Der Batteriespeicher soll künftig für Systemdienstleistungen und im Stromhandel eingesetzt werden.
„Tirpersdorf zeigt, was europäische Wertschöpfung im Speichermarkt leisten kann: Container aus Tschechien, Leistungselektronik aus Kassel, Steuerung aus Prag – und damit eine Anlage, deren Cybersicherheit wir bis in die Softwareebene hinein selbst verantworten“, so Lehrke weiter.
Second Foundation arbeitet aktuell an der Realisierung weiterer Speicherprojekte. Im Juni übernahm das Unternehmen fünf baureife Stand-alone-Speicher mit insgesamt 56 Megawatt Leistung und 180 Megawattstunden Kapazität von Chint Solar Europe. Bei diesem Forward-COD-Deal errichtet Chint die Anlagen schlüsselfertig inklusive EPC- und O&M-Verträgen. Nach der Inbetriebnahme werden sie dann an Second Foundation übergeben. Die Netzanschlüsse der fünf Batteriespeicher sind bis zum dritten Quartal 2027 vorgesehen. Second Foundation übernimmt nach dem Netzanschluss die Vermarktung der Anlagen.
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