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Studie beziffert Rohstoffpotenzial aus Photovoltaik-Recycling in Deutschland

In den bis 2023 in Deutschland installierten Photovoltaik-Modulen stecken unter anderem rund 660.000 Tonnen Aluminium und 3.900 Tonnen Silber. Eine Studie des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik CSP im Auftrag der Deutschen Rohstoffagentur analysiert, welches Rohstoffpotenzial sich daraus für das Recycling ergibt. Wie weit sich die Materialien zurückgewinnen lassen, unterscheidet sich allerdings je nach Modultechnologie und Recyclingverfahren.
Ausgemusterte defekte Photovoltaik-Module
Für 2030 werden mehr als 600.000 Tonnen Photovoltaik-Abfall erwartet. | Foto: Solar Materials

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer CSP im Auftrag der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) hat das Rohstoff- und Recyclingpotenzial der in Deutschland installierten Photovoltaik-Module untersucht. Bis Ende 2023 wurden demnach rund 5,35 Millionen Tonnen Module verbaut. Darin stecken der Studie zufolge schätzungsweise 3,85 Millionen Tonnen Glas, 663.000 Tonnen Aluminium, 208.000 Tonnen Silizium, 53.500 Tonnen Kupfer und 3.900 Tonnen Silber.

Allein für Aluminium und Silber errechnen die Autoren auf Basis der Preise von Dezember 2025 einen potenziellen Materialwert von rund 4,8 Milliarden Euro. Besonders beim Silber ist die Rückgewinnung rohstoffwirtschaftlich relevant: Die Photovoltaik-Industrie verbrauchte 2023 der Studie zufolge rund 19,3 Prozent der weltweiten Silberproduktion.

Recycling hängt von Modultechnologie ab

Wie weit die enthaltenen Rohstoffe zurückgewonnen werden können, unterscheidet sich je nach Modultechnologie und eingesetztem Verfahren. Für kristalline Silizium-Module gibt es laut Studie in Deutschland derzeit zwei Anlagen, die im industriellen Maßstab recyceln. Dabei lassen sich Glas sowie Aluminium und Kupfer sortenrein zurückgewinnen; Silber kann durch anschließende Raffination separiert werden. Das Silizium, das etwa vier Gewichtsprozent der Module ausmacht, wird dagegen derzeit nicht wirtschaftlich zurückgewonnen; Kunststoffe werden thermisch verwertet. Die Verfahren erreichen nach Angaben der Studie eine stoffliche Recyclingquote von rund 85 Prozent und eine Gesamtverwertungsquote von mehr als 95 Prozent.

Auch Dünnschichtmodule betrachtet die Studie. Aus Cadmiumtellurid-Modulen können demnach Cadmium und Tellur, aus CIGS-Modulen Indium, Gallium und Selen zurückgewonnen werden. Wie viele dieser Module in Deutschland installiert sind, ist allerdings statistisch nicht erfasst. Wegen ihrer deutlich geringeren Marktanteile dürfte ihre Menge erheblich unter der von kristallinen Silizium-Modulen liegen.

Tatsächlicher Rücklauf schwer abzuschätzen

Für 2030 werden mehr als 600.000 Tonnen Photovoltaik-Abfall erwartet. Wie viel davon tatsächlich und zu welchem Zeitpunkt bei den Recyclingunternehmen ankommt, lässt sich allerdings nur schwer abschätzen. Die tatsächlich erfasste Menge ausgedienter Module ist laut Studie zwischen 2022 und 2024 entgegen den Erwartungen gesunken. Als mögliche Ursachen nennt die Studie längere Nutzungszeiten sowie den Export gebrauchter Module.

Abschätzung der zu erwartenden Mengen an Altmodulen in ausgewählten EU-Ländern (Annahme: 20 Jahre Lebensdauer; mittlere Leistung 250 Watt, mittleres Modulgewicht 20 Kilogramm) auf Grundlage der Installationsleistung (Eurostat 2025a). | Grafik: Fraunhofer CSP

Damit besteht eine erhebliche Differenz zwischen vorhandenen Kapazitäten und tatsächlichem Rücklauf. 2024 standen für kristalline Silizium-Module bereits mehr als 50.000 Tonnen Recyclingkapazität zur Verfügung, während lediglich rund 9300 Tonnen Altmodule einer Erstbehandlung zugeführt wurden. Für 2026 nennt die Studie eine Kapazität von rund 64.000 Tonnen; bis Ende 2027 soll sie auf 75.000 Tonnen steigen.

Die Autoren halten es deshalb für wichtig, den weiteren Ausbau der Recyclingkapazitäten auf die tatsächlichen Rücklaufmengen abzustimmen. Andernfalls könnten zeitweise Überkapazitäten entstehen. Für einen modellierten Ausbaupfad kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass bis 2040 eine jährliche Recyclingkapazität von 300.000 Tonnen ausreichen könnte. Zeitweilige Spitzen beim Rücklauf könnten unter anderem durch die Zwischenlagerung von Altmodulen aufgefangen werden.

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