Übertragungsnetzbetreiber verdoppeln Annahmen für große Batteriespeicher bis 2040
Die Bundesnetzagentur hat am Montag die Konsultation an den „Szenariorahmen Strom und Gas/Wasserstoff 2027-2040/45“ mit der Veröffentlichung der Pläne der Übertragungsnetzbetreiber eröffnet. Bis zum 28. September ist nun Zeit, dass Verbände und Organisationen ihre Einschätzungen dazu abgeben.
Die Übertragungsnetzbetreiber haben dabei beide Szenariorahmen zusammengeführt und als ein gemeinsames Szanario eingereicht. Die skizzierten Entwicklungen sollen zu einem klimaneutralen Energiesystem in Deutschland bis 2045 führen. Dabei sind jeweils drei Szenarien mit Blick auf die Jahre 2040 und 2045 entworfen worden. Auffälligster Unterschied zu den bisher bestehenden Szenariorahmen sind die deutlich reduzierten Annahmen für die installierte Elektrolyse-Leistung bei wesentlich höheren Annahmen für Batteriespeicher. Auch ihre Erwartungen für Rechenzentren haben die Übertragungsnetzgebetreiber erhöht, was sich in gestiegenen Verbräuchen niederschlägt.
Ausgehend – das Referenzjahr ist immer 2025 – von 2,7 Gigawatt installierter Leistung von großen Batteriespeichern gehen die Übertragungsnetzbetreiber in ihren neuen Szenarien für 2040 von einer Steiegerung auf 84,1 bis 102,4 Gigawatt aus. Die installierte Kapazität wird dabei von aktuell 4,1 Gigawattstunden auf 168,2 bis 204,8 Gigawattstunden bis 2040, so der Entwurf. Bis 2045 gehen die Übertragungsnetzbetreibern dann nur noch von marginalen Erhöhungen der installierten Leistung und Kapazität bei Großspeichern aus.
Bei Kleinbatteriespeichern, wie sie die Übertragungsnetzbetreiber bezeichnen, rechnen sie im Netzentwicklungsplan mit einer Steigerung von aktuell 14,2 Gigawatt auf 47,4 bis 79,5 Gigawatt. Die Kapazität soll von derzeit 21,3 Gigawattstunden auf 94,8 bis 159 Gigawattstunden 2040 steigen. Auch in diesem Fall gehen die Übertragungsnetzbetreiber nach 2040 von nur unwesentlichen Veränderungen bei der installierten Leistung und Kapazität aus.
Der Bruttostromverbrauch wird nach Überzeugung der Übertragungsnetzbetreiber von aktuell 517,2 auf 937,6 bis 1139,4 Terawattstunden im Jahr 2040 steigen und bis auf maximal 1208,1 Terawattstunden im Jahr 2045. Ein Treiber dabei sind die Rechenzentren. Derzeit haben sie einen Verbrauch von 4,2 Terawattstunden, der sich auf bis zu 141,8 Terawattstunden 2040 und 143,2 Terawattstunden 2045 erhöhen wird.
Gegenüber dem bisherigen Netzentwicklungsplan, der Szenarien bis 2037/2045 enthielt, haben die Übertragungsnetzbetreiber vor allem die Annahmen für große Batteriespeicher angehoben. Zuvor rechneten sie mit 41,1 bis 94,1 Gigawatt installierter Leistung bei Zwei-Stunden-Systemen. Bei dem Heimspeichern sind die Prognosen eher leicht reduziert worden.
Beim Photovoltaik-Ausbau bleiben die Erwartungen der Netzbetreiber stabil. In ihrem neuen Entwurf gehen sie je nach Szenario von 275 bis 400 Gigawatt installierter Leistung bis 2040 aus. Für 2045 liegen die Prognosen zwischen 325 und 400 Gigawatt. Allerdings waren die Annahmen im letzten Netzentwicklungsplan mit einer installierten Photovoltaik-Leistung bis 440 Gigawatt bis 2045 sogar noch höher.
Im Entwurf zu Gas/Wasserstoff seien in Szenario 1 und 2 die Wasserstoffausspeisekapazitäten auf einem ähnlichen Niveau geblieben wie beim letzten Szenarionrahmen. Größere Änderungen sind in Szenario 3 erfolgt, wie es von der Bundesnetzagentur weiter hieß. Für 2040 und 2045 sind nun höhere Erdgaskapazitäten und geringere Wasserstoffkapazitäten angenommen worden. Auch Biomethan bekommt nun eine stärkere Gewichtung.
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Die Erfahrungen im Privat-Speicher-Bereich zeigen eher das Gegenteil der Erwartungen. War es vor 5 Jahre noch üblich bei EFH-Anlagen 5kWh-Speicher zu installieren, ist aktuell meist 10kWh die Mindestgröße. Neue Anfrage und Projekte gehen eher in den Bereich 20-40kWh.
Dazu kommen immer größer werdende Speicher bei den Balkonkraftwerken. Da auch vermehrt mit dem Schwerpunkt auf Nutzung von Börsenstrom.
In der Gesamtheit wird der Markt also wesentlich schneller wachsen. Aber die Zukunftsszenarien bei Sonne, Wind und Co waren ja schon immer zu niedrig angesetzt.
Die Annahmen zu Elektrolyse und Kleinspeichern erscheinen realistisch. Die zu Großspeichern und Rechenzentren sind völlig unrealistisch.
Wenn wir 2040 nur 168,2 bis 204,8 GWh an Batteriekapazität am Netz haben, könnten wir auch 2040 gerade mal Strom für 1 bis 1,5 Stunden puffern. Allein im Jahr 2025 wurden Anträge für 142,4 GWh an Batteriekapazität genehmigt. In den nächsten 14 Jahren wird nichts mehr genehmigt?
Und es liegen laut Golem in D bereits Projektplanungen für neue Rechenzentren mit in Summe 400 TWh Jahresverbrauch vor. 141,8 TWh für Rechenzentren in 2040 erscheinen da unrealistisch.
Was ist die Motivation für derartige Fehlplanungen?
wenn man davon ausgeht, dass ein schnelles regeln, vorort, absolut notwendig wird – und mit dem technischen Hintergrundwissen ausgestattet ist – kann man als ÜNB schon absehen, das man weniger transportiert. Dies bedeutet: weniger Einnahmen. Also mit allen Mitteln dagegen vorgehen.
Man hat doch auch schon mehrfach nachgewießen, das sie eine unwahrscheinlich hohe Rendite einfahren und KEINER tritt ihnen auf die Füße. Wir brauchen keinen Netzausbau wenn man überall große Speicher hat. Vor allem nicht von der Allgemeinheit finanziert. Wenn die ÜNB Strom transportieren wollen, sollen sie es tun – es ist ihr Geschäft – aber wir bezahlen dafür NICHT.