KfW-Umfrage: Bereitschaft zu Investitionen in Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektroautos steigt
Die staatliche KfW-Bank sieht die Energiewende im Aufwind: In einer Umfrage unter 4.300 Haushalten gaben 34 Prozent der Befragten an, eine Energiewende-Technologie zu besitzen. Im Vorjahr waren es erst 31 Prozent. Zu diesen Technologien zählt die KfW Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Elektroautos und Holzpelletheizungen. Fünf Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten eine dieser Technologien anschaffen.
Bei der Verbreitung gibt es ein klares Land-Stadt-Gefälle: In Landgemeinden nennen mindestens 54 Prozent eine Energiewende-Anlage ihr eigen, in Großstädten nur 20 Prozent. Bei den Bundesländern ist der Anteil in Baden-Württemberg mit 49 Prozent am größten, in Bremen mit acht Prozent am geringsten.
Insgesamt 66 Prozent der Befragten geben an, selbst aktiv werden zu wollen, um die Transformation des Energiesystems voran zu bringen. Im Vorjahr lag der Wert bei 59 Prozent, 2024 waren es 60 Prozent.
Am höchsten ist die Bereitschaft mit 75 Prozent bei Haushalten, deren Kostendruck bei der Stromversorgung sehr gering ist; am niedrigsten mit 44 Prozent dort, wo der Druck am höchsten ist. KfW Research, das volkswirtschaftliche Forschungs- und Analyseteam der Bank, erklärt dies damit, dass der ersten Gruppe weit mehr Investitionsmittel zur Verfügung stehen als der zweiten.

Viele Hausbesitzer wollen Photovoltaik installieren
Aus der Umfrage geht auch hervor, dass 18 Prozent aller befragten Haushalte eine Photovoltaik-Dachanlage besitzen. Unter den Eigenheimbesitzern liegt der Anteil gar bei 38 Prozent, weitere neun Prozent haben ein Balkonkraftwerk. Sechs Prozent der Eigentümer planen, eine Dachanlage anzuschaffen. Fast ein Viertel der befragten Hausbesitzer hat bereits einen Batteriespeicher installiert, acht Prozent wollen das demnächst tun.
Diese Zahlen stehen allerdings im Widerspruch zum Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Dort sind derzeit etwa 3,6 Millionen private Dachanlagen (außer Stecker-Solargeräte) verzeichnet. Bei gut 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern im Land entspricht dies einer Quote von rund 22 Prozent.
Insgesamt 60 Prozent derjenigen, die bereits eine Photovoltaik-Dachanlage besitzen, gaben in der KfW-Umfrage an, damit die Stromkosten zu reduzieren. Den Klimaschutz nannten 57 Prozent als Nutzen, die Unabhängigkeit von Energieversorgern 50 Prozent.
Von denen, die keine Dachanlage besitzen, argumentierten 33 Prozent, dass sie sich die Anschaffung nicht leisten können. 32 Prozent führten die mangelnde Wirtschaftlichkeit als Hinderungsgrund an, 24 Prozent den baulichen Aufwand, 21 Prozent den bürokratischen Aufwand.
Großes Interesse an Wärmepumpen
Aus der Umfrage geht auch hervor, dass fast zwei Drittel der Befragten mit Gas oder Öl heizen. Der Anteil der Wärmepumpe liegt unter allen Teilnehmern bei neun Prozent, bei den Eigenheimbesitzern sind es 18 Prozent. Fünf Prozent der Eigentümer wollen in den kommenden zwölf Monaten eine Wärmepumpe anschaffen.
Zehn Prozent der befragten Haushalte fahren ein Elektroauto, fünf Prozent wollen demnächst eines anschaffen. Unter den Eigenheimbesitzern liegt die Quote bei 17 Prozent, sieben Prozent planen einen Kauf.
„In den vergangenen Jahren wirkten viele Menschen in Deutschland ‚klimamüde‘. Das Thema Klimaschutz stand weniger stark im Fokus“, sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Trotz andauernder Konjunkturdelle in Deutschland schienen die Menschen nun wieder umzudenken; sie wollten wieder in die Energiewende investieren. „Das ist eine gute Nachricht. Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit des Klimaschutzes nochmal klar verdeutlicht.“
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment