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Das EEG 2027 verändert den Photovoltaik-Markt – Aber anders als viele befürchten

Die EEG-Novelle verunsichert Eigenheimbesitzer und Installateure gleichermaßen. Eine KI-gestützte Analyse aller 28 Millionen Eigenheim-Dächer in Deutschland zeigt: Photovoltaik mit Speicher rechnet sich auch ohne Förderung. Warum die Branche den Systemwechsel nicht fürchten muss, sondern besser vorbereitet sein sollte.
Deutschlandkarte Sonneneinkommen von Greensketch
Grafik: Greensketch

Das Bundeskabinett hat am 30. Juli die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen soll entfallen. Kleinere Anlagen dürfen nur noch 50 Prozent ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Die Direktvermarktung wird zum Standardmodell.

Die Branche reagiert überwiegend kritisch auf die Pläne. Eigenheimbesitzer sind verunsichert. Verbände warnen vor einem Einbruch der Installationszahlen. Der Bundesverband Solarwirtschaft spricht von einem „falschen Signal“.

Die Sorgen sind nachvollziehbar. Doch sie unterschätzen, was der deutsche Eigenheim-Solarmarkt bereits leisten kann. Vorausgesetzt, man rechnet richtig.

Was 28 Millionen Dächer verraten

Der im Juni von uns veröffentlichte „German Rooftop Valuation Report“ liefert eine Datengrundlage, die in der aktuellen Debatte erstaunlich wenig Beachtung findet. Wir bei GreenSketch haben dafür alle 28 Millionen Eigenheim-Dächer in 401 Landkreisen einzeln bewertet. Nicht hochgerechnet, nicht simuliert. Jedes Dach individuell, auf Basis von Satellitenbildern, KI-gestützter 3D-Gebäuderekonstruktion und GIS-Daten.

Entscheidend: Alle Berechnungen basieren auf einer optimierten Konfiguration mit 10,34 Kilowatt Photovoltaik und 9,6 Kilowattstunden Batteriespeicher. Förderungen wurden bewusst ausgeklammert.

Die Ergebnisse widersprechen dem Krisenszenario. Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland spart 1620 Euro Stromkosten pro Jahr. Die Investition amortisiert sich nach 8,44 Jahren. Die Kapitalrendite liegt bei 11,5 Prozent. Nach 20 Jahren stehen im Schnitt 19.030 Euro Rendite. Kein einziger der 401 Landkreise  hätte eine negative Bilanz, wenn man Anschaffungskosten der Ersparnis gegenüberstellt.

Diese Zahlen stehen in deutlichem Kontrast zu den Szenarien, die gerade die Debatte bestimmen. Die viel zitierte „PV2027“-Studie des Solarenergie-Fördervereins kommt auf Amortisationszeiten von bis zu 25 Jahren. Der Unterschied liegt in den Annahmen: Die „PV2027“-Studie rechnet mit Nulleinspeisung ohne Batteriespeicher. Der „Rooftop Valuation Report“ rechnet mit optimiertem Eigenverbrauch und Batteriespeicher. Zwei völlig verschiedene Szenarien, die zu völlig verschiedenen Ergebnissen führen.

Die Einspeisevergütung war längst nicht mehr der Haupthebel

Die Debatte um die Einspeisevergütung verdeckt den eigentlichen Strukturwandel. Schon vor dem Kabinettsbeschluss lag die Vergütung für neue Anlagen weit unter dem Haushaltsstrompreis. Der finanzielle Vorteil der Netzeinspeisung war entsprechend gering. Jede Kilowattstunde, die ein Haushalt selbst verbraucht, ersetzt hingegen eher teuren Netzstrom.

Das EEG 2027 macht diesen Trend regulatorisch verbindlich. Die feste Vergütung entfällt. Die 50-Prozent-Kappung begrenzt die Einspeisung. Die Smart-Meter-Pflicht wird auf Anlagen über zwei Kilowatt ausgeweitet.

Für Eigenheimbesitzer ergibt sich ein klares Bild: Die Wirtschaftlichkeit entscheidet sich künftig am Eigenverbrauch. Batteriespeicher werden nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern systemisch notwendig. Die durchschnittliche Eigenverbrauchsquote lag 2024 bei 17 Prozent. Mit Speicher steigt sie auf 60 bis 90 Prozent. Das verändert die gesamte Rechnung.

Nüchterner Blick auf die Übergangsregelung

Die Details des Kabinettsbeschlusses verdienen mehr Aufmerksamkeit als die Schlagzeilen. Für Neuanlagen unter 50 Kilowatt gibt es ab 2027 eine Übergangs-Einspeisevergütung über 36 Monate. Für eine typische 10-Kilowatt-Anlage mit Teileinspeisung sind das 6,63 Cent pro Kilowattstunde. Das liegt nur einen Cent unter dem aktuellen EEG-Satz. Danach folgt der Wechsel in die Direktvermarktung, flankiert durch einen Bonus von 1,5 Cent pro Kilowattstunde für bis zu 48 Monate.

Die Schwelle sinkt stufenweise: 50 Kilowatt ab 2027, 25 Kilowatt ab 2028, 7 Kilowatt ab 2029. Balkonkraftwerke bis 2 Kilowatt sind ausgenommen. Sie erhalten weder Übergangsvergütung noch Kappung, speisen aber unentgeltlich ein.

Für Eigenheimbesitzer, die auf Eigenverbrauch mit Speicher setzen, ändert sich an der Grundrechnung wenig. Die Rendite kommt nicht aus der Einspeisung. Sie kommt aus dem Strom, den der Haushalt nicht mehr vom Netz kaufen muss.

Was sich für Installateure ändert

Die operative Auswirkung auf Installationsbetriebe ist erheblich. Die Herausforderung liegt allerdings nicht in der Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Sie liegt im Vertriebsprozess.

Bisher verkaufte sich Photovoltaik-Dachanlagen über ein einfaches Versprechen: feste Vergütung, 20 Jahre, garantierte Rendite, minimaler Erklärungsbedarf. Das funktioniert ab 2027 nicht mehr. An seine Stelle tritt ein beratungsintensiveres Modell. Installateure müssen ihren Kunden individuell erklären, wie sich ein System aus Photovoltaik, Speicher und Eigenverbrauch rechnet. Wie hoch ist der tatsächliche Eigenverbrauch? Lohnt sich der Batteriespeicher? Wie schnell amortisiert sich die Investition?

Das erfordert bessere Daten im Vertrieb. Die Einspeisevergütung war das einfachste Verkaufsargument der letzten 20 Jahre. Ab jetzt entscheidet die Qualität der Beratung. Installateure, die ihren Kunden mit faktenbasierten Zahlen zeigen können, warum sich ein System lohnt, werden mehr verkaufen als diejenigen, die auf eine Rückkehr der alten Bedingungen warten.

Die Technologie hinter unserem Report steht dem Markt bereits zur Verfügung. Emily, der KI-Assistent von GreenSketch, analysiert jede Eigenheim-Adresse in wenigen Sekunden und erstellt eine fundierte Photovoltaik- und Batterieanalyse mit konkreten Zahlen zu Kosten und Rentabilität für den Endkunden. Für Installateure ist das ein Vertriebswerkzeug: Eigenheimbesitzer, die über Emily ihr Dach schätzen lassen, landen als qualifizierte Leads direkt beim passenden Installateur. Unsere Plattform übernimmt dann den gesamten Workflow vom Lead über das Anlagendesign bis zur fertigen Planung. Beides kostenlos. Das ersetzt nicht die fachliche Beratung. Aber es liefert die Datengrundlage, die Kunden in einem förderfreien Markt erwarten werden.

Kurzfristiger Boom, mittelfristige Neuordnung

Die EEG-Novelle wird voraussichtlich im September im Bundestag und Bundesrat beschlossen. Die EU-Kommission muss sie anschließend beihilferechtlich genehmigen, bevor das Gesetz zum 1. Januar 2027 in Kraft treten kann.

Für den deutschen Eigenheim-Markt zeichnet sich eine vorhersehbare Dynamik ab. Im zweiten Halbjahr 2026 steigen die Installationsanfragen. Eigenheimbesitzer wollen vor dem Stichtag noch zu den aktuellen Bedingungen installieren. Das Muster kennt die Branche aus früheren EEG-Anpassungen.

Nach dem 1. Januar 2027 wird die Nachfrage kurzfristig einbrechen. Danach sortiert sich der Markt auf Basis der neuen Rahmenbedingungen neu. Installateure, die ihren Vertriebsprozess bereits auf Eigenverbrauch und individuelle Beratung umgestellt haben, werden in dieser Phase im Vorteil sein.

Die Wirtschaftlichkeit steht

Das EEG 2027 markiert einen Systemwechsel, aber keinen Wertverfall. Die Analyse von 28 Millionen Dachflächen zeigt: Die finanzielle Grundlage für private Photovoltaik-Anlagen ist robust. Was sich verändert, ist der Weg zur Entscheidung. Eigenheimbesitzer brauchen bessere Informationen. Installateure brauchen schnellere Werkzeuge.

Deutschland hat mit dem EEG zwei Jahrzehnte lang den globalen Solarausbau für Privathaushalte angeführt. Es wäre eine verpasste Chance, ausgerechnet jetzt an einem Fördermodell festzuhalten, das seine Aufgabe erfüllt hat. Die Technologie ist erschwinglich. Die Renditen sind solide. Die Werkzeuge stehen bereit.

Christian Seidemann, Greensketch

Der Autor Christian Seidemann ist Lead Customer Success Manager DACH bei Greensketch, der KI-gestützten Photovoltaik- und Batterieplattform der australischen OSW Group. Der ausgebildete Industrietechnologe (Siemens Technik Akademie München) war zuvor unter anderem als Sales Director DACH bei TCL SunPower Global sowie bei Voltstorage und Ensotec tätig. Seit 2026 verantwortet er den Aufbau des deutschen Marktes für Greensketch und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie KI und datengestützte Vertriebsprozesse den Solarmarkt verändern und Installateure erfolgreicher machen können.  

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Kommentare

Paul Wieland
Aug 25, 2026

Ich frage mich wirlich, ob das PV-Magazin gut beraten ist, derart offensichtliche Werbung (mit sehr zweifelhaften Annahmen) in dieser Form zu veröffentlichen. Ich befürchte, dass dies zu einem deutlichen Qualitätsverlust führt, der mich zumindest von einer weiteren Lektüre abhält. Eine „offene Plattform“ von Industrie und Politik ist gut, wenn die Beiträge auch auf einem gewissen Niveau sind und nicht nur werblichen Charakter haben. Im vorliegenden Fall habe ich da starke Zweifel…

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christian.seidemann
Aug 25, 2026

Danke für Deine offene Rückmeldung.

Dass Du die Annahmen kritisch hinterfragst, ist absolut nachvollziehbar und gehört zu einer guten fachlichen Diskussion dazu. Die wirtschaftlichen Werte im Beitrag basieren auf unserem verifizierten Rooftop Valuation Report und sind dort transparent und nachvollziehbar hergeleitet.

Aus meiner Sicht darf ein fachlicher Diskurs aber auch auf konkrete Lösungen verweisen, die Installateure, Fachleute und interessierte Verbraucher dabei unterstützen, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit besser zu bewerten. Genau das ist der Anspruch hinter GreenSketch und dem Rooftop Valuation Report.

Natürlich kann man einzelne Annahmen oder Berechnungsmodelle unterschiedlich bewerten. Gerade deshalb finde ich den offenen und sachlichen Austausch auf einer Plattform wie dem PV-Magazin wichtig.

Benjamin Weigl
Aug 25, 2026

Ich sehe hier ein paar Fakten verdreht:

„Die viel zitierte „PV2027“-Studie des Solarenergie-Fördervereins kommt auf Amortisationszeiten von bis zu 25 Jahren. Der Unterschied liegt in den Annahmen: Die „PV2027“-Studie rechnet mit Nulleinspeisung ohne Batteriespeicher. Der „Rooftop Valuation Report“ rechnet mit optimiertem Eigenverbrauch und Batteriespeicher.“

–> Das stimmt nicht, die PV2027-Studie hat diese Amortisationszeit mit einem 10 kWh-Speicher zur PV-Anlage berechnet.

„Die durchschnittliche Eigenverbrauchsquote lag 2024 bei 17 Prozent. Mit Speicher steigt sie auf 60 bis 90 Prozent. Das verändert die gesamte Rechnung.“

–> Hier werden Eigenverbrauchsquote und Autarkiequote vermischt. Ein Speicher schafft es oft, die Autarkiequote mehr als zu verdoppeln. Eine Steigerung von 17% auf 60-90% Eigenverbrauch, allein durch einen Speicher, ist aber aus meiner Sicht unrealistisch.
Beispiel: Bei 5.000 kWh Jahresverbrauch und einer 10 kWp-PV-Anlage ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote realistisch bei 17% (der Autarkiegrad bei 36%.) Nimmt man einen 10 kWh-Speicher dazu, steigt die Eigenverbrauchsquote auf 41% (der Autarkiegrad auf 76%). Die Zahlen stammen aus dem Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin (https://solar.htw-berlin.de/rechner/unabhaengigkeitsrechner/)

„Für Neuanlagen unter 50 Kilowatt gibt es ab 2027 eine Übergangs-Einspeisevergütung über 36 Monate. Für eine typische 10-Kilowatt-Anlage mit Teileinspeisung sind das 6,63 Cent pro Kilowattstunde.“

–> Nach meinem Kenntnisstand beträgt die Übergangszahlung 5,2 Cent/kWh lt. EEG-Entwurf 2027. Woher kommen die 6,63 Cent/kWh?

Zudem fehlen die Berechnungsannahmen, die zu der hier versprochenen jährlichen Einsparung von 1620 Euro Stromkosten pro Jahr, der Amortiasationsdauer von 8,44 Jahren und der Kapitalrendite von 11,5 Prozent führen. Mit welchem Strompreis, Strompreis-Steigerung p.a., Anschaffungskosten und Betriebskosten wurde gerechnet?

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JCW
Aug 30, 2026

Die sachlichen Fehler werfen leider kein gutes Licht auf den Beitrag. Es ist zwar ziemlich transparent, von welchem Interesse er geleitet ist, aber eben etwas zu positiv. Was er, wie alle, völlig ignoriert, ist, dass der Reststrombezug bei hoher Autarkiestufe immer teurer wird. Und es ist zu befürchten, dass die Regierung oder die Stromversorger noch auf den Trichter kommen, dass der Reststrombezug noch teurer gemacht werden könnte, indem die Grundgebühr angehoben und die Verbrauchskosten gesenkt werden. Damit sinkt dann die Wirtschaftlichkeit des Eigenverbauchs unmittelbar.
Die PV2027 erscheint mir allerdings auch etwas zu pessimistisch. 5000kWh ist ein Verbrauch, den man in einem Haus mit durchschnittlichem Wärmedämmstandard nur ohne Wärmepumpe hat. Alleine mit Wärmepumpe und zusätzlich mit E-Auto sollten sich Autarkiegrad und Eigenverbrauchsquote aber erheblich steigern lassen und damit auch die Wirtschaftlichkeit verbessern.
Die Wahrheit wird also irgendwo in der Mitte liegen. Nicht so optimistisch wie Herr Seidemann aber auch nicht so pessimistisch wie der Solarverein. Ob man der seinem Namen „Förderverein“ gerecht wird, wenn er so superpessimistische Beispielrechnungen erstellt, wage ich zu bezweifeln. Es wird viel zu viel schlecht geredet in unserem Land, am liebsten von der Springer-Presse, die die AfD fördern will. Will man sich da einreihen?

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christian.seidemann
Aug 30, 2026

Danke für den Kommentar. Ich finde, Sie treffen einen wichtigen Punkt: Ganz so eindeutig, wie es manche positiven oder negativen Szenarien darstellen, wird es wahrscheinlich nicht kommen.

Der Punkt mit dem Reststrombezug ist absolut berechtigt. Wenn Grundpreise steigen und gleichzeitig der Arbeitspreis sinkt, verändert das natürlich die Wirtschaftlichkeit des Eigenverbrauchs. Genau deshalb halte ich starre Modellrechnungen über viele Jahre für schwierig.

Auf der anderen Seite werden Wärmepumpe, E-Auto, Speicher und intelligentes Energiemanagement den Stromverbrauch eines Eigenheims deutlich verändern und gleichzeitig mehr Möglichkeiten schaffen, den eigenen PV-Strom sinnvoll zu nutzen.

Mein Punkt im Artikel ist deshalb auch nicht, die Neufassung des EEG 2027 schönzurechnen. Ich glaube nur nicht, dass mit den Änderungen plötzlich die Wirtschaftlichkeit der PV verschwindet. Sie wird komplexer und individueller.

Und genau darauf müssen wir uns als Branche vorbereiten.

christian.seidemann
Aug 25, 2026

Danke für die ausführliche Rückmeldung und die konkreten Hinweise.

Die wirtschaftlichen Werte zu Einsparung, Amortisationszeit und Rendite stammen aus unserem verifizierten Rooftop Valuation Report. Die zugrunde liegenden Annahmen und Berechnungen sind dort transparent und nachvollziehbar dargestellt.

Bei den 6,63 ct/kWh hast Du recht – korrekt sind nach aktuellem Stand des EEG-2027-Entwurfs 5,20 ct/kWh Übergangszahlung.

Unterschiedliche Studien und Rechner können aufgrund ihrer jeweiligen Annahmen und Berechnungsmodelle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Genau deshalb ist der fachliche Austausch darüber wichtig.

Danke für Deine Perspektive und die konkreten Anmerkungen.

simonrichter
Aug 25, 2026

Der Artikel: „ihr bekommt alle klar weniger als vorher, deshalb müsst ihr jetzt anders Rechnen, damit es wieder mehr erscheint“
Und die meisten Leser kommentieren: „ja, der Artikel hat recht, ich rechne schon immer so deswegen erscheint es mit schon immer mehr“
Was ist hier bitte nur verkehrt? Ich denke ist Propaganda.

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christian.seidemann
Aug 25, 2026

Hallo Simon,

„Propaganda“ finde ich ehrlich gesagt etwas hart. 😉

Der Punkt ist nicht, etwas schönzurechnen. Das wirtschaftliche Modell verändert sich tatsächlich: Weniger Fokus auf Einspeisevergütung, mehr auf Eigenverbrauch, Speicher und flexible Nutzung.

Eine selbst verbrauchte kWh spart deutlich mehr als eine eingespeiste kWh einbringt. Das ist keine neue Rechenmethode, sondern wirtschaftliche Realität.

Und wenn viele Installateure hier sagen, dass sie schon lange so rechnen, dann ist das doch eigentlich ein gutes Zeichen.

christian.seidemann
Aug 24, 2026

Ich finde die Diskussion hier gerade ziemlich spannend, weil sie genau zeigt, worum es mir mit dem Artikel geht:

**Am Ende entscheidet nicht der deutsche Durchschnitt, sondern das konkrete Haus.**

Dach, Ausrichtung, Verschattung, Stromverbrauch, Speicher, Wärmepumpe, E-Auto und zukünftig noch viel stärker dynamische Stromtarife – all das verändert die individuelle Rechnung.

Genau deshalb glaube ich, dass wir im PV-Vertrieb wegkommen müssen von pauschalen Aussagen wie „PV lohnt sich immer“ oder „PV lohnt sich ohne EEG nicht mehr“.

**Wir müssen es für jedes Haus konkret rechnen.**

Wer das einmal für die eigene Adresse ausprobieren möchte:

👉 **Emily direkt ausprobieren:** https://c.greensketch.ai/de
Einfach Straße + Hausnummer, PLZ oder Ort eingeben.

Und wer als Installateur sehen möchte, wie GreenSketch vom Lead über das Anlagendesign bis zum Angebot funktioniert:

👉 **GreenSketch kostenlos ansehen / registrieren:** https://greensketch.ai/de/sign-up

Mich würde wirklich interessieren, welche Ergebnisse Ihr für Eure eigenen Adressen bekommt. 🙂

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Detlef K
Aug 24, 2026

Das Tool macht funktionell einen guten Eindruck, jedoch scheint mir die pixelige Datenbasis nicht gut genug. Aus meinem normalen 2-flächigem Satteldach wurde ein Walmdach mit 4 Flächen gemacht, Details (mit einem kleinem Teil weniger geneigter Dachfläche) und Fenster nicht (richtig) erkannt. Was mich wundert, dass Nord-West neben Süd-Ost Seite belegt werden soll. Richtig wäre Satteldach und große SÜD-West Seite gewesen… gibt es da nicht besseres Bildmaterial?

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christian.seidemann
Aug 25, 2026

Hallo Detlef,

danke für das ehrliche Feedback und auch für das positive Grundfazit.

Das mit dem Walmdach ist tatsächlich ein Feature-Thema und ganz einfach zu lösen. Wenn man einmal gesehen hat, wie es geht, ist das in wenigen Klicks erledigt.

Die Bilddaten sind grundsätzlich ausreichend, aber auch hier arbeiten wir weiter an Verbesserungen – genauso bei der Erkennung von Details wie Fenstern oder kleineren Dachflächen.

Ich glaube, Sie haben bereits einen Account. Dann sollten Sie auch unsere Einladung zur Q&A Session am Donnerstag bekommen. Kommen Sie gerne dazu, dann können wir uns Ihren konkreten Fall gemeinsam anschauen.

Oder schreiben Sie uns einfach direkt über die Chat-Funktion in GreenSketch. Das ist übrigens kein KI-Bot – dort sprechen Sie direkt mit unseren Kollegen aus dem Support.

Genau solche Rückmeldungen helfen uns, GreenSketch Woche für Woche besser zu machen.

f
Aug 24, 2026

Da wird auch mit 12.167 Euro als Investitionskosten für 10,34 kWp und 9,6 kWh Speicher gerechnet. Wer installiert mir denn das zu dem Preis in München?

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke für den Hinweis. Der Punkt ist absolut nachvollziehbar.

Die 12.167 € sind ein angenommener Wert in unserer Berechnung. Natürlich wissen wir, dass die tatsächlichen Preise je nach Region und Installateur teilweise deutlich anders aussehen können.

Genau an solchen Punkten arbeiten wir gerade. GreenSketch und Emily sind noch nicht überall perfekt und das sage ich auch ganz offen. Wir bekommen aktuell sehr viel Feedback aus Deutschland und verbessern die Software praktisch jede Woche.

Am Ende soll die Berechnung so nah wie möglich an der Realität des jeweiligen Hauses und der jeweiligen Region sein.

online
Aug 24, 2026

Die Forderung an die Solarteure, diese sollen am Eigenverbrauch entlang beraten, finde ich deplatziert. Anekdotische Evidenz ik, aber trotzdem: Bei der Beratung vor dem Bau unserer Anlage vor gut zwei Jahren hat keiner der 10 von uns angefragten Solarteure mit der Einspeisevergütung argumentiert. Alle haben über den Eigenverbrauch argumentiert und relativ kleine Anlagen (8-10kWp) empfohlen. Einige mussten wir sehr deutlich dazu auffordern, ein Angebot über 25kWp zu erstellen, einer hat diesen Kundenwunsch trotzdem ignoriert. Wenn die EEG-Novelle also das zum Ziel hatte, ist sie hier ebenso gescheitert.
Letzlich geht es auch gar nicht darum, ob sich Privat-PV lohnt (tut sie sowieso). Nur wenn jeder nur für den Eigenverbauch optimiert und nicht mehr einspeist, landet weniger PV im Netz, es findet weniger Verdrängung von Fossilen statt.
Letztlich ist die Einspeisevergütung ja nur ein brachenüblicher CfD für Kleineinspeiser über Netzbetreiber und KTF. Hauptentnehmer aus dem KTF über die EV sind die Alt-Anlagen, die eh demnächst auslaufen. Wenn dann Lücken im KTF auftreten, kann man diese entweder über eine Anpassung der EV regeln (Ausgabenseite) oder die Einnahmeseite betrachten (CO2-Abgabe). Diese wird prognostiziert die nächsten Jahre mit mehr Liberalisierung sogar noch steigen.
Die „Direktvermarktung“ ist für Kleineinspeiser auch keine Option, da unnötig teuer, bürokratisch kompliziert und technisch weitestgehend unmöglich, da gar keine iMSys vorhanden. Die DV sollte zumindest an den iMSys-Rollout gekoppelt sein. IMSys->DV, kein iMSys->Einspeisevergütung.
Allgemein sind die neueste EEG-„Novelle“, Agnes und Mispel in meinen Augen Paradebeispiele für toxische Bürokratie!

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke für den ausführlichen Kommentar.

Ich wollte damit auf keinen Fall sagen, dass gute Solarteure bisher nicht auf Eigenverbrauch geachtet haben. Das machen viele schon seit Jahren sehr gut.

Mein Punkt ist eher, dass das Thema künftig noch wichtiger wird. Mit Speicher, Wärmepumpe, E-Auto und dynamischen Stromtarifen wird die individuelle Situation eines Haushalts immer entscheidender.

Und ich bin auch bei Ihnen: Eigenverbrauch optimieren darf nicht automatisch bedeuten, das Dach nur halb voll zu machen.

Beim Thema Direktvermarktung sehe ich ebenfalls ein großes Problem in der Komplexität. Wenn der normale Hauseigentümer am Ende fünf verschiedene Systeme, Registrierungen und Verträge verstehen muss, wird es schwierig.

Die Energiewende muss für den Kunden einfacher werden, nicht komplizierter.

mpfennings
Aug 24, 2026

Da muss Greensketch aber wohl noch ein bisschen an seiner KI arbeiten, wenn diese eine 0° Norddachfläche 3x stärker belegt als die gegenüberliegende 180° Südseite. Ebenfalls ist die Gebäudeerkennung und Lokalisierung verbesserungsbedürftig. Ansonsten ein Netter Ansatz. Was die mögliche Ersparniss beim Strompreis betrifft wurde hier wohl ein Haushalt mit 10.000kWh Jahresverbrauch angenommen. Anders kann ich mir die ausgerechnete Ersparniss von über 2800€/Jahr nicht erklären.

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke fürs Ausprobieren und auch für das konkrete Feedback.

Wenn Emily bei Ihnen das Norddach stärker belegt als das Süddach, dann ist das natürlich nicht richtig. Da gibt es nichts schönzureden.

Die automatische Dacherkennung funktioniert inzwischen bei sehr vielen Gebäuden gut, aber eben noch nicht bei allen. Gerade unterschiedliche Dachformen, Anbauten, Schatten oder teilweise auch die Kartendaten können noch zu Fehlern führen.

Wir arbeiten hier gerade mit Hochdruck dran und verbessern Emily praktisch jede Woche.

Auch die 2.800 € Ersparnis würde ich in Ihrem konkreten Fall lieber noch einmal genau prüfen, bevor ich Ihnen hier irgendeine Erklärung liefere.

Solches Feedback hilft uns wirklich weiter. Danke dafür.

Detlef K
Aug 24, 2026

„Für Eigenheimbesitzer, die auf Eigenverbrauch mit Speicher setzen, ändert sich an der Grundrechnung wenig. Die Rendite kommt nicht aus der Einspeisung. Sie kommt aus dem Strom, den der Haushalt nicht mehr vom Netz kaufen muss.“

Dem kann man uneingeschränkt zustimmen, allerdings kann die kleine Förderung auch in solchen Fällen das Zünglein an der Waage für die Kreditfinanzierung sein, Banken wollen glasklare Sicherheiten. Leider, aber sei es drum… hier fehlt auch noch Aufklärung über gewinnbringendes Energiemanagement, das kann sich mit einer von Banken geforderten Verpflichtung zur Batteriespeicherung als sichere Rendite auch noch ändern.

Allerdings wird hier überhaupt nicht berücksichtigt , dass sehr viele Menschen gerne „mehr“ zubauen würden, als die angenommenen 10,34 Kilowatt Photovoltaik und 9,6 Kilowattstunden Batteriespeicher. Viele wollen das Dach unbedingt voll machen und wünschen ebenso mehr Speicher für eine größere Autarkie… auch zum Beispiel für das E-Auto… und sie hier zumindest, dass die erweiterten Kosten marktwirtschaftlich gedeckt werden können. Sie wollen den barrierefreien Zugang zum Stromhandel.

Auch volkswirtschaftlich ist es sinnvoll, das Dach direkt voll zu machen, wenn Installateure und Aufwand für den Eigenverbrauch ohenhin anfallen und eine größer gebaute Anlage im Verhältnis nur sehr geringfügig mehr Kosten und Ressourcen darstellen. Wir haben Klimaziele, da reicht nicht nur die Deckung von Eigenverbrauch, wenn all die versiegelte Flächen und der lokale, häufig innerstädtische direkte Verbrauch ohne teure Leitungen noch enormes „sehr einfach umzusetzendes“ Potenzial für die Energiewende bietet. Und ja, das ginge, wenn man nur endlich die Regeln und den Strommarkt dazu anpassen würde und insbesondere den Netzbetreibern mal Beine machen würde.

Will sagen… natürlich müsste jetzt eine verbindliche Offensive für Digitalisierung starten, ein Strommarkt mit dyn. Netzentgelten etabliert werden und die Regeln für Direktvermarkter stark vereinfacht werden, um die bidirektionale Vermarktung so einfach wie möglich (wie den Wechsel des Stromtarifs) zu machen mit niedrigsten Gebühren. Und sorry… solange diese Alternative nicht einigermaßen realisiert ist, bleibt die Förderung zumindest für größere Kapazitäten über den Eigenverbrauch hinaus absolut sinnvoll. Von einem solchen Bestreben sehe ich leider so gut wie nichts im Wirtschaftsministerium, der Fokus liegt für den Bürger auf das „klein“ halten der Erneuerbaren mit Eigenverbrauch und damit auf defensive Herangehensweise ohne dezentrale Elemente… auf „absichtliche“ Abwürgung. Auf der anderen Seite werden zentrale Strukturen mit Gas hoch gehalten und sehr gerne subventioniert. Entspricht leider alten Unionsmustern wie damals schon die die Altmeier-Delle. Wir werden die Quittung bekommen…

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke, genau solche Punkte finde ich wichtig.

Die 10,34 kWp und 9,6 kWh Speicher sind für unsere deutschlandweite Auswertung eine einheitliche Beispielkonfiguration. Natürlich ist das nicht automatisch die richtige Größe für jedes Haus.

Ich persönlich bin auch eher ein Freund davon, die vorhandene Dachfläche sinnvoll zu nutzen – gerade wenn künftig noch Wärmepumpe, E-Auto oder andere elektrische Verbraucher dazukommen.

Und beim Energiemanagement wird es richtig spannend. Dynamische Tarife, Speicher, Wärmepumpen und irgendwann auch bidirektionales Laden werden die Wirtschaftlichkeit noch einmal deutlich verändern.

Wir können heute in GreenSketch noch nicht jede dieser Kombinationen perfekt abbilden. Daran arbeiten wir aber. Die Software entwickelt sich aktuell wirklich Woche für Woche weiter.

06cached-liquids
Aug 24, 2026

„Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland spart 1620 Euro Stromkosten pro Jahr. Die Investition amortisiert sich nach 8,44 Jahren.“

Also wenn ich das richtig lese, kostet eine 10KWp Anlage mit 10KWh Speicher lediglich 13.600 Euro?
Das ganze scheint mir sehr optimistisch gerechnet. Weiterhin profitabel, aber sehr optimistisch. Wir haben für eine 15KWp Anlage mit 18KWh Speicher mit wenig Gerüst und günstigem Angebot fast 22.000 Euro bezahlt und das im Osten. Und unsere Wirtschaftlichkeitsrechnung sieht nicht so gut aus wie die im Beispiel, trotz fester Einpeisevergütung und Eigenverbrauchsoptimierung und viel Verbrauch im Haushalt.

„Bisher verkaufte sich Photovoltaik-Dachanlagen über ein einfaches Versprechen: feste Vergütung, 20 Jahre, garantierte Rendite, minimaler Erklärungsbedarf.“

Und selbst das hat in letzter Zeit schon immer weniger funktioniert. Bei meinen Eltern und Großeltern ist nach sehr langer Zeit und viel Überzeugungsarbeit nun endlich PV auf dem Dach. Lohnt sich vorhersehbar in beiden Fällen in wenigen Jahren. Aber selbst mit fester Einpeisevergütung, günstigem lokalen Installateur und top Beratung war da echt viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Und das obwohl meine Eltern und Großeltern der Idee nicht abgeneigt waren.

Als Mensch in der PV Bubble vergisst man schnell, dass PV für die meisten kein Lebensinhalt ist. Wenn man sich dann mit Registrierungen, Netzbetreibern und co. rumschlagen muss, werden die meisten einfach sagen „nein, das ist mir zu kompliziert“.

PV ist rational gesehen für die meisten Deutschen Eigenheimbesitzer eine lohnende Sache. Trotzdem haben viele Menschen keine PV obwohl sie könnten. Ich denke die negative Presse die von diesem Gesetz erzeugt wird und die Bürokratie die man den Menschen aufzwingt um in die Direktvermarktung zu gehen, wird den Markt für Installateure definitiv beschädigen.

Unser Installateur war im Juni bis Ende des Jahres ausgebucht. in 2027: fast nichts. Die Menschen haben Angst, es herrscht viel Ungewissheit und das vertreibt private Betreiber die wenig kalkulieren und wenig Ahnung haben mehr als Unternehmen die ganz genau rechnen.

Ich denke die ganze Debatte um den „Heizhammer“ hat sehr gut gezeigt welchen enormen Schaden schlechte Presse und Unklarheit mit sich bringt, das gleiche scheint sich jetzt in etwas abgeschwächter Form zu wiederholen.

Das eigentliche Problem ist viel mehr, dass wir unsere Zubauziele bis 2030 damit nicht mehr erreichen werden. Wir haben es Ende August und der Nettozubau in diesem Jahr liegt bei noch nicht mal 50% des Zubauziels. Es wird dieses Jahr trotz des zu erwartenden privaten Zubaubooms wahrscheinlich nicht reichen. Wie soll das die folgenden Jahre klappen?

Ich unterstütze die Idee des netzdienlichen Zubaus vollkommen und finde die Idee im Kern gut. Aber man hat Private hier in eine Situation gezwungen in der sie von ständig wechselnden Gesetzen und chronisch langsamen VNBs abhängen, ohne hier selbst viel tun zu können. Das wird dem dezentralen Ausbau der EE schaden und die (indirekten) Kosten dafür werden die geringen Einsparungen auf dem EEG Konto definitiv auffressen.

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke für das Praxisbeispiel. Genau daran sieht man, wie unterschiedlich die Realität sein kann.

Unsere Zahlen sind eine Modellrechnung. Sie bedeuten natürlich nicht, dass sich jede Anlage in Deutschland genau in diesem Zeitraum amortisiert.

Standort, Kaufpreis, Dach, Stromverbrauch, Speicher und natürlich das eigene Verbrauchsverhalten machen einen riesigen Unterschied.

Ihren zweiten Punkt finde ich fast noch wichtiger: Wir beschäftigen uns täglich mit PV und verstehen Begriffe wie Marktstammdatenregister, Smart Meter oder Direktvermarktung.

Der normale Hauseigentümer will aber eigentlich nur wissen: Was kostet mich die Anlage, was spare ich und funktioniert das Ganze zuverlässig?

Da müssen wir als Branche einfacher werden.

Genau daran wollen wir auch mit GreenSketch arbeiten. Und auch hier gilt: Noch funktioniert nicht alles perfekt. Wir lernen gerade sehr viel aus dem deutschen Markt und verbessern die Software laufend.

gernot
Aug 24, 2026

«Der im Juni von uns veröffentlichte „German Rooftop Valuation Report“ liefert eine Datengrundlage, die in der aktuellen Debatte erstaunlich wenig Beachtung findet. Wir bei GreenSketch haben dafür alle 28 Millionen Eigenheim-Dächer in 401 Landkreisen einzeln bewertet.»

Dass das wenig Beachtung findet, könnte daran liegen, dass man diese Aussagen zwangsweise anzweifeln muss. Deutschland hat keine 28 Mio. Eigenheime oder Greensketch definiert Eigenheime anders. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kommen wir je nach Quelle/Zählweise auf 16-19 Mio.

Weiter geht es mit „Alle Berechnungen basieren auf einer optimierten Konfiguration mit 10,34 Kilowatt Photovoltaik und 9,6 Kilowattstunden Batteriespeicher. “ Auf sehr viele Dächern passen überhaupt keine 10,34 kW, weil die Dachfläche zu klein ist oder durch Schornsteine, Gauben, Dachfenster nur eingeschränkt nutzbar ist. Außerdem spielen die Anzahl der Personen und das Nutzungsverhalten eine Rolle für die Auslegung und eine Standard-PV-Größe ist sinnlos.

Der deutsche Durchschnittshaushalt verbraucht 3500 kWh im Jahr. A 0,28 Ct/kWh ergibt das 980 Euro pro Jahr. Selbst wenn wir für ein EFH überdurchschnittliche 5000 kWh unterstellen, ergeben sich nur Stromkosten von 1.400 Euro. Wie der durchschnittliche Haushalt dann 1620 Euro pro Jahr an Stromkosten sparen soll, bleibt das exklusive mathematische Geheimnis von Greensketch.

Insgesamt klingt die ganze „Studie“ nach AI-Slop.

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke für die deutliche Rückmeldung, Gernot.

Ein paar Punkte würde ich aber gerne einordnen, weil hinter den Zahlen deutlich mehr steckt als ein paar von einer KI erzeugte Durchschnittswerte.

Grundlage des Artikels ist unser German Rooftop Valuation Report 2026. Dafür wurden mehr als 28 Millionen Wohngebäudedächer in allen 401 Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands analysiert. Der Report und die zugrunde liegenden Berechnungen wurden geprüft und die komplette Studie steht öffentlich zum Download zur Verfügung:

👉 https://c.greensketch.ai/de/ranking?utm_source=chatgpt.com

Die 10,34 kWp PV und 9,6 kWh Speicher sind dabei bewusst eine einheitliche Modellkonfiguration, damit wir die Ergebnisse deutschlandweit vergleichen können. Natürlich behaupten wir nicht, dass genau diese Anlage auf jedes Haus gehört. Bei einem konkreten Kunden muss immer individuell geplant werden.

Und ja, auch unsere KI Emily ist noch nicht perfekt. Bei einzelnen Gebäuden oder Dachformen gibt es noch Fehler. Das wissen wir und daran arbeiten wir mit Hochdruck. Wir bekommen gerade sehr viel Feedback aus dem deutschen Markt und verbessern die Software praktisch jede Woche.

Deshalb kann ich mit Kritik gut leben – auch mit „AI-Slop“ 😉. Ich würde mich aber freuen, wenn Sie sich den Report und die Methodik einmal anschauen. Dann können wir sehr gerne konkret über die Zahlen und Annahmen diskutieren.

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gernot
Aug 24, 2026

Also Sie haben die Dächer von 28 Mio. Wohngebäuden „analysiert“. Bitte was genau wollen Sie analysiert haben, wenn Sie dann für ausnahmslos jedes Dach pauschal 10,34 kWp Modulleistung angesetzt haben? Der Sinn einer Analyse jedes Wohngebäudedaches wäre es, individuell zu ermitteln, mit wie viel PV-Leistung es sich sinnvoll bestücken lässt. Das haben Sie mit ihrer Analyse nicht gemacht. 10,34 kWp werden auf schätzungsweise die Hälfte der realen Dächer nicht passen.

In meinem konkreten Fall wird beim Chat mit Emily ein Krüppel-Walmdach als Flachdach erkannt. Das fälschliche Flachdach wird dann mit, na klar 10,34 kW PV bestückt und eine Ersparnis von 1.481 € – 1.637 € / Jahr berechnet: „Ki-basierte Schätzung basierend auf ihrem Standort, den Anlagendaten und Ihrem Lastprofil.“.
Das Tool hat genau nichts zu meinem Lastprofil abgefragt, nicht mal absolute Basics wie 0/1/2 Elektroautos, Wärmepumpe, Anzahl Bewohner, was das Lastprofil drastisch beeinflusst.

Ich verstehe die Intention und wo es hingehen soll. Das kann ja noch gut werden, aber noch ist das nicht. Und wenn man vollmundige Pressemitteilungen rausgibt, geht das eher in die Hose.
Erst waren es 28 Mio. Eigenheime. Jetzt sollen es 28 Mio. Wohngebäude sein. Wie erklären Sie, dass es laut Bundesstatistikamt überhaupt nur knapp 20 Mio. Wohngebäude in Deutschland gibt?
https://ergebnisse.zensus2022.de/datenbank/online/statistic/3000G/table/3000G-1010

CH
Aug 24, 2026

„Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland spart 1620 Euro Stromkosten pro Jahr“
Der Durchschnittshaushalt in Deutschland hat einen Verbrauch von 2000-2500 kWh pro Jahr, da müsste man schon einen sehr schlechten Stromtarif haben (>64,8 ct/kWh) um 1620 Euro bei Vollversorgung durch die PVA (was unrealistisch ist) zu sparen. Das mag sich in Zukunft mit Elektroautos und Wärmepumpe noch etwas ändern, hilft aber nicht in der aktuellen Situation für Solateure.

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christian.seidemann
Aug 24, 2026

Danke für den Hinweis. Die Frage ist vollkommen berechtigt.

Gerade bei solchen Zahlen müssen wir besser erklären, welche Annahmen dahinterstehen. Denn natürlich macht es einen riesigen Unterschied, ob ein Haushalt 2.500 kWh Strom verbraucht oder 6.000 kWh mit Wärmepumpe und E-Auto.

Und selbstverständlich kann eine PV-Anlage nicht einfach zu jeder Zeit 100 % des Stromverbrauchs ersetzen.

Genau deshalb wollen wir bei GreenSketch immer stärker weg von pauschalen Durchschnittswerten und hin zur tatsächlichen Situation des einzelnen Hauses.

Und auch hier ganz offen: Bei der Transparenz der Berechnung müssen wir noch besser werden. Der Nutzer soll am Ende sehen können, welcher Stromverbrauch, welcher Strompreis, welcher Eigenverbrauch usw. angenommen wurde.

Daran arbeiten wir gerade.

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Benjamin Weigl
Aug 25, 2026

Hallo Herr Seidemann, würden Sie dann bitte hier einmal für alle transparent machen, mit welchen Berechnungsannahmen Sie auf die 1620 Euro Stromkosten-Ersparnis pro Jahr, die 8,44 Jahre Amortisation und die Kapitalrendite von 11,5 Prozent gekommen sind?
Was haben Sie angenommen für Strompreis, Strompreis-Steigerung p.a., Anschaffungskosten, Betriebskosten?

cdblome
Aug 24, 2026

Es geht um Eigenheim-Dächer, also ca. 3500-4000 kWh/a. Mindestens 40ct/kWh lassen erstmal einen Terifwechsel empfehlenswert erscheinen und Sparsamkeit. Aber, richtig: Soll die PV das zu 100% erseten? Zeifelhaft.

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christian.seidemann
Aug 25, 2026

Da bin ich bei Ihnen. Wer heute noch 40 ct/kWh bezahlt, sollte definitiv zuerst seinen Stromtarif prüfen. 😉

Und nein, natürlich ersetzt die PV den Jahresverbrauch nicht zu 100 %. Ein Teil wird direkt verbraucht, ein Teil über den Speicher genutzt und ein Teil eingespeist.

Künftig kommt aber noch ein weiterer Punkt dazu: Strompreise werden voraussichtlich deutlich volatiler. Mit dynamischen Tarifen, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto wird es deshalb immer wichtiger, Strom dann zu nutzen oder zu speichern, wenn er günstig ist.

Genau deshalb ist die individuelle Betrachtung so wichtig. Pauschale Durchschnittswerte können immer nur eine Orientierung sein.