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Cornex peilt ein Drittel des deutschen Batteriespeichermarkts an

Der chinesische Zellhersteller will seine Position im europäischen Speichersegment deutlich ausbauen. Feng Huang erläutert die Strategie für Deutschland, die Aufteilung zwischen Zellverkauf und DC-Containern sowie die Unterschiede zwischen den führenden Batterieherstellern.
Feng Huang, Präsident von Cornex
Feng Huang ist Präsident von Cornex | Foto: pv magazine

pv magazine: Sie haben ehrgeizige Ziele für das, was Sie in der Energiespeicherbranche erreichen wollen. Bitte erläutern Sie diese.

Feng Huang, Präsident von Cornex: Cornex ist seit fünf Jahren im Bereich Energiespeicher tätig. Wir setzen unseren Plan Schritt für Schritt so um, wie ursprünglich vorgesehen, und bislang ist im Wesentlichen alles nach Plan verlaufen. Unser Ziel ist es, zu den drei größten Anbietern weltweit zu gehören.

Wo stehen Sie heute?

Derzeit verfügen wir über eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 110 Gigawattstunden. Das bedeutet, dass wir rund 10 Gigawattstunden pro Monat liefern können, sobald unsere Fabriken mit  voller Kapazität produzieren. Mehr als 70 Gigawattstunden dieser Jahreskapazität sind für Großspeicher vorgesehen. Das bedeutet, dass wir unsere Kunden bald mit rund sechs bis sieben Gigawattstunden Batterien pro Monat beliefern werden. Ab dem dritten Quartal dieses Jahres werden wir schrittweise weitere 200 Gigawattstunden jährliche Produktionskapazität für dieses Segment hinzufügen. Einschließlich der anderen Segmente, in denen wir aktiv sind, ist es unser langfristiges Ziel, eine jährliche Gesamtproduktionskapazität von 550 Gigawattstunden zu erreichen. Danach werden wir in der Lage sein, monatlich mehr als 30 Gigawattstunden Batteriezellen für Energiespeicher zu liefern. Gemessen an der monatlichen Produktion würde uns dies zu einem der fünf größten Batteriehersteller weltweit und zu einem der drei größten Anbieter im Energiespeichersektor machen.

Verkaufen Sie Zellen, Batterien oder Speichercontainer?

Wir bieten Batteriezellen und Speichercontainer an. Eine Produktkategorie ist die 100-Amperstunden-Zelle, die für Telekommunikations- und Heimspeicheranwendungen vorgesehen ist. In diesem Segment verkaufen wir 100 Prozent unserer Produktion als Batteriezellen. Außerdem stellen wir Zellen mit 314 und mit 588 Amperstunden für Großspeicher sowie für gewerbliche und industrielle Anwendungen her. In diesem Segment verkaufen wir rund 70 Prozent unserer Produktion als Zellen. Die verbleibenden 30 Prozent integrieren wir in unsere DC-Container.

Sie planen ein erhebliches Wachstum, doch andere chinesische Hersteller tun das ebenfalls. Befürchten Sie, dass es in der Batterieindustrie zu ähnlichen Überkapazitäten kommen könnte, wie wir sie bei Solarmodulen und Solarzellen erlebt haben, sodass es für Investoren letztlich schwierig wird, eine Rendite zu erzielen?

Wir erwarten derzeit, dass der Gesamtmarkt mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 32 bis 35 Prozent wächst. Für 2030 rechnen wir mit einer weltweiten Nachfrage von 5000 Gigawattstunden und 2035 mit 8000 Gigawattstunden. Wir gehen davon aus, dass sich die gesamte Produktionskapazität aller Anbieter im Jahr 2030 auf rund 5000 Gigawattstunden belaufen wird. Daher halten wir das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage derzeit für angemessen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, wie lange es dauert, neue Produktionskapazitäten aufzubauen. Tatsächlich könnte das Tempo, in dem wir neue Kapazitäten errichten können, nicht ausreichen, um mit der Marktnachfrage Schritt zu halten. Zunächst dauert es etwa ein Jahr, eine neue Produktionsanlage zu bauen. Nach Abschluss der Bauarbeiten benötigen wir ein weiteres Jahr, um sie auf die volle Produktionskapazität hochzufahren. Ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, Überproduktion zu verhindern, ist die Kontrolle der chinesischen Regierung über das Tempo, in dem neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Ein Unternehmen mit einer Produktionskapazität von 100 Gigawattstunden muss beispielsweise mindestens 95 Gigawattstunden pro Jahr produzieren, bevor die Regierung den Aufbau weiterer Kapazitäten genehmigt. Damit soll ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gewährleistet werden.

Welche Ziele verfolgen Sie in Deutschland?

Lassen Sie mich zunächst unsere Sicht auf den europäischen Markt insgesamt erläutern. Europa zählt für uns zu den Märkten mit der höchsten Priorität. Ein Grund dafür ist, dass selbst bei Projekten in Nordamerika, Lateinamerika oder Australien einige der maßgeblichen Entscheidungsträger in Europa sitzen. Eine starke Position in Europa ist daher für unsere weltweite Expansion wichtig. Deutschland spielt innerhalb des europäischen Marktes eine zentrale Rolle. In einem ersten Schritt wollen wir durch die Kombination aus dem Verkauf von Batteriezellen und dem Geschäft mit DC-Containern einen Anteil von 20 Prozent am deutschen Markt erreichen. In den kommenden drei Jahren wollen wir diesen Anteil auf ein Drittel erhöhen.

Bezieht sich dieses Ziel von einem Drittel nur auf Ihre DC-Container, oder umfasst es auch Zellen, die Sie für Projekte in Deutschland an Systemintegratoren liefern?

Es umfasst beides. Etwa die Hälfte würde auf Batteriezellen und die andere Hälfte auf DC-Container entfallen. Wenn wir an einem Projekt mitwirken, können wir zwei Ansätze verfolgen. Wir können selbst als Integrator auftreten oder wir können mit einem lokalen Systemintegrator zusammenarbeiten. Unser Kerngeschäft ist der Verkauf von Zellen, daher funktionieren für uns beide Ansätze. Wir respektieren die Entscheidung des Kunden, vorausgesetzt, die endgültige Integrationslösung ist technisch gut und die kommerziellen Bedingungen sind für uns akzeptabel.

Wie groß sind die technologischen Unterschiede zwischen den zehn größten Batteriezellherstellern weltweit?

Aus technischer Sicht hat jeder Anbieter Stärken und Schwächen, doch die Unterschiede sind relativ gering. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass sich die zehn größten Anbieter technologisch ungefähr auf demselben Niveau bewegen. Was sie voneinander unterscheidet, ist ihre Fähigkeit, die Lieferkette zu steuern und die Produktqualität zu kontrollieren. Gute Ergebnisse im Labor zu erzielen, kann vergleichsweise einfach sein. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dieses Qualitätsniveau in der Massenproduktion aufrechtzuerhalten.

Wodurch unterscheidet sich Cornex von anderen Anbietern?

Ich würde drei Bereiche hervorheben. Der erste sind die Rohstoffe. Um ein hochwertiges Produkt herzustellen, benötigt man hochwertige Rohstoffe. Angesichts unserer geplanten Produktionskapazität von mehr als 550 Gigawattstunden pro Jahr gehören wir zu den wichtigsten strategischen Partnern der Rohstofflieferanten. Dies hilft uns sicherzustellen, dass wir einige der besten am Markt verfügbaren Materialien beziehen können.  Der zweite Bereich sind unsere Produktionsmaschinen. Cornex ist ein junges Unternehmen: Wir sind 2021 gestartet. Ein Vorteil davon ist, dass wir keine älteren Maschinen haben, die wir weiterverwenden müssen. Dadurch konnten wir jeweils die modernste verfügbare Produktionstechnik anschaffen. Der dritte Bereich sind unsere Mitarbeiter. Im Laufe der Jahre haben wir ein erfahrenes und starkes Forschungs- und Entwicklungsteam aufgebaut. Seine Arbeit konzentriert sich sowohl auf die Leistungsfähigkeit des Produkts selbst als auch – und vor allem – auf die Produktqualität.

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Kommentare

BotU
Jul 28, 2026

Nachtrag: wenn ich den Begriff DC-Container so interpretiere, das die Zellen so zusammen geschaltet sind, dass sie effizient von den Ladeeinheiten ( für NUR PV ) geladen und mit einem state of the Art BMS überwacht werden. Also ein DC Puffer. Dahinter kommt das der DC/AC Wandler, von wem auch immer.

BotU
Jul 28, 2026

Wie Recht er hat. Wir werden sehen welche Knüppel sie zwischen die Beine geworfen bekommen !!