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Wood Mackenzie: Verbot von risikobehafteten Photovoltaik-Wechselrichtern wird sich bis 2030 auf 14 Prozent der EU-Nachfrage auswirken

Ein EU-Finanzierungsverbot würde nach der Analyse auch 12 Prozent der Energiespeicher-Installationen zwischen 2026 und 2030 betreffen. Wenn die Mitgliedsstaaten noch eigene Maßnahmen ergreifen, könnte der Prozentsatz noch deutlich höher liegen. Die Auswirkungen auf die Gesamtprojektkosten sind den Analysten zufolge hingegen eher gering.
Aktuell schätzt Wood Mackenzie die Auswirkungen eines Photovoltaik-Wechselrichter-Verbots aus bestimmten Ländern als überschaubar ein. | Foto: Alexandre Lallemand/Unsplash

Von pv magazine Global

Ein Verbot von Photovoltaik-Wechselrichtern und Stromumwandlungssystemen aus China und anderen Ländern, die von der Europäischen Kommission als risikobehaftet eingestuft werden, könnte nach einer Analyse von Wood Mackenzie rund 14 Prozent der prognostizierten europäischen Photovoltaik-Nachfrage zwischen 2026 und 2030 beeinträchtigen. Diese Zahl entspricht einer Nachfrage nach Wechselrichtern mit mehr als 28 Gigawatt DC-Leistung, wie die Analyse von Wood Mackenzie weiter ausführt.

Die Europäische Kommission hat im April unter Berufung auf Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit Pläne vorangetrieben, die EU-Förderung für Photovoltaik-Projekte einzuschränken, bei denen Wechselrichter von Anbietern mit hohem Risiko zum Einsatz kommen. Die Regelung erstreckt sich auch auf Batteriespeicherprojekte, wobei Wood Mackenzie davon ausgeht, dass dies bis zum Ende des Jahrzehnts zwölf Prozent der künftigen Energiespeicher-Installationen in der EU betreffen werde.

„Entscheidend ist, dass die Europäische Kommission die EU-Mitgliedstaaten zudem auffordert, diese Beschränkung auch auf alle Photovoltaik- und Energiespeicherprojekte anzuwenden, die aus ihren eigenen nationalen Haushalten finanziert werden“, heißt es in der jüngsten Analyse von Wood Mackenzie weiter. „Sollten die Mitgliedstaaten dieser Aufforderung nachkommen, würde der Anteil der betroffenen Kapazitäten deutlich über die aktuellen Schätzungen hinausgehen.“

Das Verbot für chinesische Photovoltaik-Wechselrichter, das auch darauf abzielt, die Dominanz chinesischer Unternehmen auf dem europäischen Markt einzudämmen, dürfte Länder in Mittel- und Osteuropa am stärksten treffen. Wood Mackenzie nennt Rumänien, Bulgarien, die baltischen Staaten und Griechenland als die am stärksten betroffenen Märkte. Der Bann dürfte sich zudem auf Großprojekte in Nordafrika, im Nahen Osten und in der Kaspischen Region auswirken, die mit EU-Mitteln finanziert werden.

Obwohl die Mehrkosten für in Europa hergestellte Wechselrichter erheblich sein können, geht die neueste Analyse von Wood Mackenzie davon aus, dass die Auswirkungen auf die Gesamtprojektkosten moderat bleiben werden, wobei je nach Marktsegment Steigerungen im Bereich von zwei bis acht Prozent erwartet werden.

„Komplikationen bei der Beschaffung, Konstruktionsänderungen und die erzwungene Entflechtung integrierter Batterie-Wechselrichter-Systeme stellen zusätzliche Herausforderungen dar, insbesondere auf den preissensiblen osteuropäischen Märkten“, sagte Joe Shangraw, Research-Analyst bei Wood Mackenzie.

Juan Monge, Principal Analyst bei Wood Mackenzie, fügte hinzu, dass das Verbot bis 2030 dazu führen würde, dass Nachfrage im Umfang von etwa 4 bis 5 Gigawatt von chinesischen Anbietern abgezogen würde. Er merkte jedoch an, dass rund 80 Prozent der europäischen Nachfrage nach Photovoltaik- und Speicheranlagen über private und staatlich finanzierte Kanäle abgewickelt werde, wo „die Dominanz chinesischer Wechselrichter vorerst ungebrochen bleiben wird“.

„Die eigentlichen Fragen lauten nun, wie die Kommission das EU-Cybersicherheitsgesetz anpassen wird, um Photovoltaik-Wechselrichter als kritische Infrastruktur einzustufen, und ob die EU-Mitgliedstaaten dem Beispiel der Kommission folgen und diese Beschränkungen auf ihre eigenen nationalen Förderprogramme ausweiten werden“, fügte Monge hinzu. „Sollten sie dies tun, würde sich das Ausmaß der Beeinträchtigungen erheblich verändern.“

EU-Kommission überarbeitet Cybersicherheitsgesetz

Die Europäische Kommission begann im Januar mit der Überarbeitung ihres Cybersicherheitsgesetzes. In einer Debatte wurde dabei die Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl von Anbietern von Photovoltaik-Wechselrichtern als „erhebliches Sicherheitsrisiko“ hervorgehoben. Dies folgte auf eine Ende vergangenen Jahres von der EU-Kommission veröffentlichte Sicherheitsdoktrin, in der Photovoltaik-Wechselrichter als risikoreiche Abhängigkeit identifiziert wurden.

Litauen hat bereits Schritte unternommen, um den Fernzugriff aus China auf die Steuerungssysteme von Photovoltaik-, Wind- und Speicheranlagen zu verbieten. Auch die Bundesregierung prüft derzeit regulatorische Maßnahmen, um den Einsatz chinesischer Wechselrichter in der Energieinfrastruktur einzuschränken.

Im Juni erklärte die Europäische Kommission, dass die digitale Infrastruktur der Photovoltaik- und Windenergieerzeugung „sich zu einem vorrangigen Cybersicherheitsanliegen entwickelt“. Sie kündigte Pläne für eine Risikobewertung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen in der EU an.

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