PPAs brauchen einen Markt, der Bankfähigkeit liefert
Der deutsche PPA-Markt hat in den vergangenen Jahren deutlich an Reife gewonnen. Trotzdem bleibt er in seiner praktischen Anwendung bislang stark von großen abnehmenden Industrieunternehmen, Energieversorgern und professionellen Beschaffungsstrukturen geprägt. Darüber hin-aus dienen PPAs oftmals nur der Vermarktung von Strom aus ausgeförderten Windenergieanlagen nach der EEG-Laufzeit von 20 Jahren und nicht der Realisierung neuer Erzeugungskapazitäten. Für viele Projektierer ist das ein Problem. Denn wenn PPAs einen relevanten Beitrag zum notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien leisten sollen, müssen sie breiter funktionieren.
Die Realität ist derzeit eine andere: In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld, in dem viele Unternehmen selbst um Margen, Wettbewerbsfähigkeit oder mitunter um ihr Geschäftsmodell kämpfen, ist die Bereitschaft gering, höhere Energiebeschaffungskosten in Kauf zu nehmen – nur weil der Strom grün ist. Erneuerbare Energien müssen sich damit vollständig im Wettbewerb behaupten. Gleichzeitig tragen sie weiterhin einen strukturellen Nachteil: Ihre Erzeugung folgt nicht der Nachfrage, sondern der Verfügbarkeit von Wind und Sonne.
Genau darin liegt eine zentrale Herausforderung für den PPA-Markt. Denn niedrige Strompreise – insbesondere in den längerfristigen Markterwartungen – erschweren die wirtschaftliche Umsetzung neuer Projekte erheblich. Wer heute Wind- oder Solarparks entwickelt, tut dies unter Bedingungen hoher Investitionskosten und gestiegener Finanzierungskosten. Wenn die künftig erwartbaren Marktpreise gleichzeitig unter Druck stehen, wird die Marge schmal. Viele Projekte sind zwar genehmigt, aber wirtschaftlich zunehmend schwerer darstellbar.
Der Preis entscheidet nicht allein
Dabei entscheidet am Ende nicht allein der Strompreis über die Realisierbarkeit eines Projekts, sondern die Qualität und Verlässlichkeit der Cash-Flows. Projekte brauchen planbare Erlöse, da-mit Banken Fremdkapital zu tragfähigen Konditionen bereitstellen. Genau hier zeigt sich die Relevanz von PPAs: Sie können Einnahmen absichern und damit Finanzierung ermöglichen. Umgekehrt gilt aber auch: Jede Unsicherheit in den Zahlungsströmen verteuert das Projekt. Dazu zählen etwa das Insolvenzrisiko der Abnahmeseite, kurze Laufzeiten oder Vertragsstrukturen, die aus Finanzierungssicht nicht belastbar genug sind. Das erhöht die Kapitalkosten – und am Ende die Stromgestehungskosten.
Aus Sicht der Projektentwicklung ist das die eigentliche Engstelle des Marktes. Es fehlt in Deutschland derzeit nicht primär an genehmigten Projekten. Die Überzeichnung vieler Ausschrei-bungen im Wind- und Solarbereich zeigt vielmehr, dass ausreichend Projektpipeline vorhanden ist. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Haben wir genug Projekte? Sondern: Wie bringen wir diese Projekte in die Umsetzung – möglichst ohne den Bundeshaushalt oder die Endverbraucherinnen und -verbraucher zusätzlich stark zu belasten?
Die Antwort darauf können PPAs sein. Sie sind derzeit das wichtigste Instrument, um Projektpipelines auch außerhalb klassischer Förderung zu realisieren. Damit sie dieses Potenzial tatsächlich entfalten können, braucht es allerdings den nächsten Entwicklungsschritt im Markt – und dafür auch gezielte politische Unterstützung.
Batteriespeicher sind der erste Hebel
Ein erster Hebel ist der schnellere Hochlauf von Batteriespeichern. Speicher leisten weit mehr, als nur das Stromsystem technisch zu stabilisieren. Sie verbessern auch die Vermarktungsfähigkeit erneuerbarer Erzeugung. Je besser Angebots- und Nachfragespitzen abgefedert werden können, desto eher sind abnehmende Unternehmen bereit, „pay-as-produced“-PPAs zu akzeptieren. Denn dann verliert Strom gerade in Zeiten hoher Solar- oder Windeinspeisung nicht sofort massiv an Wert. Wer PPAs stärken will, muss daher auch Speicherintegration erleichtern – insbesondere durch einfachere und schnellere Netzanschlüsse.
Ein zweiter Punkt betrifft die Absicherung von Solvenzrisiken. Für viele Projektierer und finanzierende Banken ist nicht nur der Strompreis entscheidend, sondern auch die Frage, ob die Vertragsparteien über die gesamte Laufzeit zahlungsfähig bleiben. Gerade außerhalb des Segments sehr großer Konzerne ist das ein wesentliches Hemmnis. Hier könnte der Bund mit einem markt-basierten Absicherungsinstrument ansetzen – ähnlich dem Prinzip staatlich flankierter Exportkreditgarantien. Wenn der Staat gegen Prämie das Insolvenzrisiko der Abnahmeseite teilweise absichert, würde das die Bankability vieler PPA-Strukturen deutlich verbessern, ohne die Steuerzahler zwingend zusätzlich zu belasten.
Ebenso sinnvoll wäre ein offizieller Marktplatz für grüne PPAs. Bislang ist der Markt stark fragmentiert, intransparent und stark von bilateralen Kontakten geprägt. Gerade für kleinere oder mittel-große Marktteilnehmende ist es oft schwierig, passende Gegenparteien zu finden. Ein strukturierter Marktplatz unter Nutzung standardisierter Vertragsbedingungen könnte Angebot und Nachfrage effizienter zusammenbringen, Preisbildung transparenter machen und insgesamt mehr Liquidität schaffen. Würde ein staatliches Absicherungsinstrument an die Nutzung eines solchen Markt-platzes geknüpft, ließe sich zusätzlich ein standardisierter, funktionierender Markt fördern.
Opt-in für das EEG
Der vielleicht wirkungsvollste Hebel wäre jedoch ein einmaliges Opt-in im EEG. Anlagenbetreiben-de sollten nach einem Zuschlag die Möglichkeit erhalten, ihren Strom zunächst außerhalb des EEG über PPAs zu vermarkten und erst später einmalig zu den bezuschlagten Bedingungen in das EEG zurückzukehren. Ein solcher Mechanismus könnte zwei heute oft gegensätzliche Anforderungen zusammenbringen: Finanzierungssicherheit auf der einen und Marktöffnung auf der anderen Seite. Aus Sicht der Banken wäre das Projekt durch den EEG-Zuschlag grundsätzlich abgesichert. Gleichzeitig könnten Betreibende befristete PPAs – etwa über zwei oder drei Jahre – mit mittelständischen Unternehmen abschließen, die sich nicht langfristig binden wollen, aber dennoch als abnehmende Unternehmen infrage kommen.
Gerade darin liegt ein enormer Hebel. Denn der deutsche PPA-Markt wird erst dann wirklich skalieren, wenn er nicht nur für wenige große Konzerne funktioniert, sondern auch für einen breiteren industriellen Mittelstand. Ein einmaliges Opt-in im EEG könnte genau diese Brücke schlagen: Es würde die Projektfinanzierung erleichtern, den Staatshaushalt schonen und gleichzeitig den Kreis potenzieller abnehmender Unternehmen deutlich erweitern.
Wenn Deutschland es mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ernst meint, dann muss der Fokus stärker auf der Umsetzbarkeit wirtschaftlich tragfähiger Projekte liegen. Die Pipe-line ist da. Der politische Wille zum Ausbau ist grundsätzlich ebenfalls vorhanden. Was jetzt fehlt, sind Rahmenbedingungen, unter denen PPAs ihre Funktion als Brücke zwischen Markt und Investition tatsächlich erfüllen können. Nicht als Nischeninstrument, sondern als tragende Säule eines marktbasierten Ausbaus.

—- Der Autor Hajo Kallsen ist Bereichsleiter Investments bei der EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH. Das Unternehmen ist ein bundesweit aktiver Projektentwickler für Wind- und Solarparks. Mit über 15 Jahren Erfahrung an der Schnittstelle von erneuerbaren Energien und Projektfinanzierung ist er ein ausgewiesener Experte für die Finanzierung und Absicherung von Erneuerbare-Energien-Projekten. —-
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Ich habe gerade festgestellt, dass ich eigentlich die Zeit ohne Werbung für eine Partei, die verspricht, dass der Wohlstandsverlust der Bevölkerung erhalten und ausgebaut werden soll, genossen hatte. Aber gut.
Eines der Probleme von PPAs ist die Umschiffung des „Marktes“ an dem eigentlich alles so schön organisiert ist, um massiv Steuergelder zum Erhalt fossiler Assets umzuleiten. Dass das bei den „Stakeholdern“ nur begrenzt auf Liebe stößt, ist recht verständlich.
Interessant ist, dass diejenigen, die die „Stakeholder“ voll finanzieren, nicht als Stakeholder zählen und auch kein Eigentum erwerben mit ihrer Finanzierung.
Wenn man Luftschlösser baut, verliert man das Vertrauen in die Politik.
Und dann wundern sich die Grünen warum die AFD so stark wird.
Die Realität ist derzeit eine andere: In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld, in dem viele Unternehmen selbst um Margen, Wettbewerbsfähigkeit oder mitunter um ihr Geschäftsmodell kämpfen, ist die Bereitschaft gering, höhere Energiebeschaffungskosten in Kauf zu nehmen – nur weil der Strom grün ist.
„Interessant – ich dachte immer, laut PV-Community sei grüner Strom besonders günstig und sogar ein Wettbewerbsvorteil für den Standort.“
Der Zubau von Wind und PV lässt die Börsenpreise fallen!
Warum soll ich dann PPA Verträge abschließen?
Die Anzeichen mehren sich, die niedrigen Börsenpreise wird so mancher Anlagenbetreiber nicht überleben.
Es sollte Schluss sein PV-Freiflächen und Dachanlage Richtung Süden zu bauen.
Akkus / Batterien sind eine Lösung wo ein Problem der PV-Anlagen lösen soll.
Es ist aber ein Problem ich wiederhole keine gute Eigenschaft, ein Nachteil der PV-Erzeugung,
Aber die PV Community wird wieder alles schön reden.
Ob man jetzt an Gott , die Wissenschaft oder an „gar nichts unsichtbares “ glaubt , in der ganzen Menschheit “ steckt der Wurm drin “ , wie man sagt. Es kommt eine andere Zeit , und ein anderes Bewusstsein.
Die schnelle und unumkehrbare Erderwärmung ist real , und die Wahrscheinlichkeit ist 0,01 % dass diese nicht durch den Ausstoß verschiedener Treibhausgase verursacht wird.
Die angeblich übertriebenen „Katastrophenszenarien“ werden in den nächsten Jahrzehnten eintreffen. Vorrangig in der logischen Form von: Endlosen Dürren , Hitzewellen, Starkregenereignissen.
Der gewaltige Anstieg des Meeresspiegels ist dann der ganz große Impact, welcher das Schicksal der Erdbewohner endgültig in richtung Planetenflucht treiben wird.
Wie auch immer die Zukunft aussieht , ein „einfaches“ Leben ohne technische Hilfe, um den Tag oder die Nacht zu überleben , wird in mittelferner Zukunft nicht mehr möglich sein.
Immerhin fördert dies das Zusammensein als soziale Gemeinschaft.
Um ein kühles Klima im umbauten Lebensraum ( Wohnung/ Arbeitsstätte / Freizeitstätte/ Gaststätte) wirtschaftlich sinnvoll produzieren zu können, geht kein Weg an 500 Watt – Solarmodulen vorbei .
Erstaunlicherweise ist es genau dann am heißesten, wenn die Sonne am fast wolkenlosen Himmel steht ….
Was wird die AFD maximal bewirken können ?
Falls Sie es schafft die Energiepreise stark zu senken , mithilfe von fossilen Energien , dann kommt es wieder zum altbekannten wirtschaftlichen Aufschwung ohne Nachhaltigkeit.
Nach spätestens 12 Jahren ist dann wieder saure Gurken – Zeit , und die Bevölkerung in Deutschland ist noch älter geworden , und der Bundeszuschuss zur Altersrente ist dann der größte Posten im Haushalt.
Generell finde ich die Besteuerung von wohlhabenden Rentner*innen und Pensionär*innen sinnvoll. Zukünftig sollte das Modell : *Steuererleichterung durch die Abgabe einer Steuererklärung* deutlich ausgeweitet werden.
Wer genug Geld hat , kann wohl auf eine Rückholung von Steuern verzichten.
Speziell Elektroautos welche mit H2 betrieben werden, könnten in dieses Modell passen.
Als älterer Mensch mag man es so : Auto volltanken , einkaufen, Nachbarschafts-Flurfunk, ausruhen….Dieses Modell passt sehr gut zu FCEV und weniger zu BEV.
Mit einer ELSTER- Steuererklärung könnte man dann einen Teil der H2- Kosten wieder zurückbekommen – wenn einem danach ist .
Ohne starken Ausbau der PV – Installationen gibt es keinen Fortschritt mehr in der BRD.