Solarpower Europe: Großspeicher treiben Europas Batteriemarkt auf Rekordniveau
Der europäische Markt für Batteriespeicher hat 2025 mit 36 Gigawattstunden neu installierter Kapazität einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem „European Battery Market Outlook 2026–2030“ von Solarpower Europe hervor. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 48 Prozent. Die kumulierte installierte Batteriespeicherkapazität in Europa überschritt damit erstmals die Marke von 100 Gigawattstunden.
Regional bleiben Deutschland, Großbritannien und Italien die größten Batteriespeichermärkte Europas. Gleichzeitig gewinnen neue Märkte an Bedeutung. So zählen die Ukraine und Bulgarien laut Bericht inzwischen zu den fünf größten europäischen Speichermärkten.
Als wesentlichen Treiber der Marktentwicklung identifiziert der europäische Branchenverband den starken Ausbau von Großspeichern. Sie stellten 2025 erstmals mehr als die Hälfte der neu installierten Kapazität dar und lösten damit den bislang dominierenden Privatkundenmarkt als wichtigste Wachstumsquelle ab. Als Gründe nennt der Bericht den steigenden Bedarf an Flexibilität im Stromsystem, verbesserte Erlösmöglichkeiten sowie den zunehmenden Ausbau von Hybridprojekten aus Photovoltaik und Batteriespeichern.

Für die kommenden Jahre rechnet Solarpower Europe mit einer weiteren deutlichen Beschleunigung. Bereits 2026 sollen die jährlichen Neuinstallationen die Marke von 50 Gigawattstunden überschreiten und bis 2030 auf 138 Gigawattstunden ansteigen, was einer Vervierfachung gegenüber dem Niveau von 2025 entspricht. Innerhalb der EU-27 wird ein mehr als sechsfaches Wachstum des gesamten Batteriespeicherbestands auf rund 470 Gigawattstunden bis zum Ende des Jahrzehnts prognostiziert.
Nach Einschätzung von Solarpower Europe reicht dieses Wachstum allerdings nicht aus, um den für ein vollständig dekarbonisiertes Energiesystem erforderlichen Speicherbedarf zu decken. In einem früheren Szenario hatte der Verband einen Bedarf von rund 600 Gigawattstunden bis 2030 ermittelt. Vor diesem Hintergrund fordert Solarpower Europe einen europäischen Aktionsplan für Batteriespeicher. Dieser soll unter anderem Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren vereinfachen, den diskriminierungsfreien Zugang zu Strommärkten sicherstellen sowie stabile Investitionsbedingungen für Speicherprojekte schaffen. Nach Einschätzung des Verbands werden Großspeicher bis 2030 rund drei Viertel der installierten Batteriespeicherkapazität in Europa ausmachen und damit zur tragenden Säule der künftigen Speicherinfrastruktur werden.

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