Wärtsilä und RCT Solutions gründen Joint Venture für Speichergeschäft
Wärtsilä hat mit der RCT Solutions die Gründung eines Joint Venture vereinbart. Der finnische Konzern wird sein globales Energiespeichergeschäft an das neue Gemeinschaftsunternehmen auslagern, an dem Wärtsilä und RCT Solutions mit jeweils 50 Prozent beteiligt sind, wie es in einer Mitteilung vom Montag hieß. Zu einem späteren Zeitpunkt solle das Unternehmen auch für neue Investoren geöffnet werden.
Nach eigenen Angaben ist das Speichergeschäft das kleinste Segment innerhalb des Wärtsilä-Konzerns. Es umfasst weltweit 480 Mitarbeiter und erreichte 2025 einen Nettoumsatz von 694 Millionen Euro bei einer Rentabilität von 3,3 Prozent. Insgesamt bringe das finnische Unternehmen somit weniger als fünf Prozent seines gesamten Nettovermögens in das Joint Venture ein.
RCT Solutions wiederum bringt als 2012 gegründetes deutsches Ingenieurunternehmen Markt-Know-how, operative Kompetenz, Kenntnisse der globalen Lieferkette sowie die Möglichkeit einer vertikalen Integration durch eine bestehende Initiative zur integrierten Batteriespeicher-Fertigung in den USA in naher Zukunft in das Joint Venture ein. Ein Unternehmen von RCT sei zudem als wichtiger Lieferant seit mehreren Jahren für Wärtsilä Energy Storage tätig.
„Dieses Joint Venture ist ein wichtiger Schritt zum Aufbau einer stärkeren, wettbewerbsfähigeren globalen Plattform für Energiespeicher“, sagte Peter Fath, CEO von RCT Solutions. „Durch die Kombination der bewährten Technologie, des Kundenstamms und der Projektkompetenz von Wärtsilä mit den technischen Fähigkeiten, dem Know-how im Bereich der vertikalen Integration und den bestehenden Produktionsaktivitäten von RCT Solutions in den USA schaffen wir eine Grundlage für den Erfolg auf dem sich rasch entwickelnden Markt für Energiespeicher.“
Fath wird nach Abschluss der Transaktion, die für das dritte Quartal erwartet wird, auch als CEO des Joint Venture agieren. Die Vereinbarung steht aktuell noch unter Vorbehalt behördlicher und anderer Zustimmungen und Genehmigungen, wie etwa der Zusammenstellung eines Finanzierungspakets. Als Folge der Vereinbarung wird jedoch das Energiespeicher-Geschäft von Wärtsilä ab dem zweiten Quartal nicht mehr als separates Berichtssegment geführt.
Das Joint Venture werde von den bereits von Wärtsilä für die laufenden Projekte ausgestellten Projektgarantien profitieren, hieß es weiter. Für das laufende Jahr wird erwartet, dass das Joint Venture Verluste verzeichnet, was auf den jüngsten Rückgang des Auftragseingangs sowie auf Kosten im Zusammenhang mit Umstrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen sei. In der Höhe erwartet Wärtsilä je nach Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion einen Verlust zwischen 40 und 50 Millionen Euro. Gegen Ende des kommenden Jahres solle das Joint Venture dann aber positive Ergebnisse erzielen.
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