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Nächster Photovoltaik-Fördercall in Österreich startet

Nachdem der erste Fördercall des laufenden Jahres ein Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro erreichte, stehen für die zweite Runde 12 Millionen bereit. Nach der Ticktziehung können bis zum 30. Juni Anträge eingereicht werden. Der „Made-in-Europe“-Bonus wird fortgesetzt.
Österreich, Photovoltaik-Anlage, Aufdach, Stammersdorfer Straße
Österreichs Fördercalls 2026 gehen in die zweite Runde. | Image: Photovoltaic Austria

Am 16. Juni um 17 Uhr startet im Rahmen des österreichischen Erneuerbare-Ausbau-Gesetzes (EAG) die Ticketziehung für den zweite Fördercall dieses Jahres. Vergeben werden Investitionszuschüsse für Photovoltaik-Anlagen und Stromspeicher – letzteres ausdrücklich nur in Verbindung mit dem Neubau oder der Erweiterung einer Photovoltaik-Anlage. Ab dem 17. Juni um 8 Uhr können dann bis zum 30. Juni Anträge eingereicht werden.

Als Einreichzeitpunkt gilt automatisch der Zeitpunkt der Ticketziehung. Die EAG-Abwicklungsstelle erinnert nochmals ausdrücklich daran, dass ein Ticket allein keinen Förderantrag darstellt, wenn nicht während des laufenden Fördercalls der Antrag für das zugehörige Projekt eingeht. Nähere Informationen hält die Förderstelle online https://www.eag-abwicklungsstelle.at bereit.

Zu vergeben sind in dieser Runde nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus 12 Millionen Euro, davon je 2 Millionen Euro in den Kategorien A (für Anlagen bis 10 Kilowatt) und B (10 bis 20 Kilowatt) sowie je 4 Millionen Euro in den Kategorien C (20 bis 100 Kilowatt) und D (über 100 Kilowatt).

Der erste Call dieses Jahres war mit 40 Millionen Euro außergewöhnlich gut ausgestattet und wurde wegen der enormen Nachfrage dann sogar um weitere 30 Millionen Euro „aus Restmitteln“ aufgestockt, wie das Ministerium mitteilt. Auch damit konnten die Anfragen, deren Volumen den Angaben zufolge bei knapp 29.000 Anträgen für insgesamt 135 Millionen Euro lag, indes nur gut zur Hälfte bedient werden.

Klarer Trend zu Anlagen mit Speichern

Der Verlauf der ersten Förderrunde habe auch einen strukturellen Trend aufgezeigt: Rund 90 Prozent der Anträge haben demnach eine Speicherkomponente enthalten. Dies habe klar gezeigt, „wohin die Entwicklung geht“, so die zuständige Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. „Wenn mittags viel Sonnenstrom vorhanden ist, muss er gespeichert und dann verfügbar gemacht werden, wenn Haushalte, Betriebe und Industrie ihn brauchen. Aus erneuerbarer Erzeugung muss ein Energiesystem werden, das in der Praxis funktioniert.“

Wie dringend dieser „Paradigmenwechsel“ sei, so Zehetner weiter, zeige die auch in Österreich zunehmende Dauer negativer Strompreise. Im Vorjahr seien es rund 450 Stunden gewesen. Negative Preise seien aber kein Argument gegen erneuerbare Energie, sondern vielmehr ein Beleg dafür, dass bei Speichern, Netzen, Flexibilität und intelligenter Steuerung nachgeschärft werden müsse. Zehetner vergleicht die Situation mit einer Regenwassertonne im Garten: „Wenn es stark regnet, lässt man das Wasser nicht ungenutzt in den Kanal laufen, sondern fängt es auf. Und wenn es später trocken ist, nutzt man es zum Gießen. Genau so müssen wir künftig mit Sonnenstrom umgehen: Wenn mittags sehr viel günstiger PV-Strom da ist, speichern wir ihn.“

Weiterhin „Made-in-Europe“-Bonus

Für kleinere Photovoltaik-Anlagen gelten in der Förderung fixe Beträge: Bis 10 Kilowatt sind es 150 Euro pro Kilowatt, für Anlagen zwischen 10 und 20 Kilowatt gelten 140 Euro pro Kilowatt. Ab 20 Kilowatt Anlagenleistung gilt in dieser Runde ein Bieterverfahren, bei dem diejenigen mit dem geringsten Förderbedarf einen Zuschlag erhalten.

Weiterhin wird es einen „Made-in-Europe“-Bonus geben: Photovoltaik-Anlagen und Stromspeicher, die mit technischen Komponenten mit europäischer Wertschöpfung errichtet werden, können einen zehnprozentigen Zuschlag auf die gewährte Förderung erhalten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums enthalten bereits 46 Prozent aller Photovoltaik-Anträge europäische Wechselrichter. Mit der anstehenden Novelle des EAG „gehen wir den nächsten Schritt“, sagt Staatssekretärin Zehtener: „Made-in-Europe bei Wechselrichtern wird verpflichtend kommen. Das stärkt unsere Cybersicherheit, reduziert Abhängigkeiten und sorgt dafür, dass mehr Wertschöpfung in Europa bleibt.“

Der dritte Fördercall 2026 findet vom 8. bis 22. Oktober statt, es sind insgesamt 8 Millionen Euro – je 2 Millionen Euro in den Kategorien A bis D – eingestellt.

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