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Stromnetze, Wärmeversorgung, erneuerbare Energien: Stadtwerke erwarten „historischen Investitionshochlauf“

Die BEW-Stadtwerkestudie 2026 nennt den hohen Investitionsbedarf in einem gleichzeitig schwierigen Finanzierungsumfeld als zentrales Problem. Ein Viertel der befragten Unternehmen erwartet einen um 200 Prozent oder mehr steigenden Investitionsbedarf. Allerdings haben drei Viertel von Ihnen in der Vergangenheit auch weniger als 25 Millionen Euro pro Jahr investiert.
Windkraft, Photovoltaik, Solarpark Sande, GP Joule
Die Energiewende bleibt – wie für alle anderen Energieunternehmen auch – ein zentraler Faktor für die deutschen Stadtwerke. | Foto: GP Joule

In der zum 24. Mal durchgeführten Stadtwerkestudie steht das Thema Finanzen im Mittelpunkt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Unternehmensberatung EY haben hierfür eine bundesweite Befragung von 100 Stadtwerken und regionalen Energieversorgern ausgewertet.

Bei den inhaltlichen Herausforderungen dominieren die Themen Digitalisierung der Prozesse – 89 Prozent der Unternehmen setzen sich hiermit „stark“ oder „sehr stark“ auseinander – sowie Cybersecurity (83 Prozent) und die Optimierung interner Prozesse und Reorganisation (78 Prozent).

Auf der finanziellen Seite postuliert der BDEW einen „historischen Investitionshochlauf bei Stromnetzen, Wärmeversorgung und erneuerbaren Energien“. Für neun von zehn Unternehmen gehe der Investitionsbedarf deutlich über das bisherige Niveau hinaus, ein Viertel erwarte sogar einen Anstieg der Investitionen um mehr als 200 Prozent. Allerdings zeigt ein Blick in die Studie, dass 43 Prozent der Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren insgesamt, also nicht nur für den Netzausbau, im Durchschnitt weniger als fünf Millionen Euro jährlich investiert haben. Bei 17 Prozent waren es fünf bis zehn Millionen. Alles in allem lagen also 60 Prozent unter der 10-Millionen-Grenze, was mutmaßlich vor allem die vielen kleinen und sehr kleinen Stadtwerke betreffen dürfte; eine Aufschlüsselung hierzu liefert die Studie indes nicht. Insgesamt erwarten aber tatsächlich die weitaus meisten – 89 Prozent – einen Investitionsbedarf, der dem langjährigen Durchschnitt um mindestens 25 Prozent übersteigt.

Anspruchsvolles Umfeld

Diese Entwicklung, so der BDEW, erfolge unter anspruchsvollen Bedingungen: „Regulatorische Veränderungen, politische Entscheidungen und sich wandelnde Rahmenbedingungen beeinflussen zunehmend die Wirtschaftlichkeit und die Planbarkeit von Investitionsvorhaben.“ Nur noch 47 Prozent der befragten Stadtwerke bewerten der Studie zufolge ihren aktuellen Geschäftserfolg als „gut“ oder „sehr gut“. Vor vier Jahren seien es noch 75 Prozent gewesen, so der BDEW. Nicht ganz so dramatisch fällt der Vergleich mit der Stadtwerkestudie 2025 aus, als es 48 Prozent waren, doch in der Tat ist die aktuelle Marke ein historischer Tiefstand.

Als wichtigste Faktoren für den Geschäftserfolg sowohl im abgelaufenen als auch im laufenden Geschäftsjahr nennt die Mehrheit der Stadtwerke (75 Prozent) die Verkaufserlöse und Preisgestaltung (68 beziehungsweise 75 Prozent), gefolgt von Energiebezugskosten (66/68 Prozent). Erst danach folgt mit 55 Prozent für das laufende Jahr der Posten Investitionsausgaben. Das Finanzierungsumfeld liegt mit 46 Prozent – hinter sonstige Kosten, Absatzmenge, Management/Organisation und wirtschaftliche/politisch Situation – auf dem achten Platz. Platz neun belegt der Punkt „gesetzliche Vorgaben“ (45 Prozent).

Hinsichtlich der Erfolgsaussichten sind die Stadtwerke gespalten. 43 Prozent erwarten ein gutes oder sehr gutes Jahr 2026, 13 Prozent ein mäßiges oder schlechtes.

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