Enervis-Batteriespeicher-Index: Im April setzen die Batteriespeicher-Erlöse in Deutschland ihren Aufwärtstrend fort, getrieben durch die zunehmende Photovoltaik-Erzeugung und die aktuelle Lage im Nahen Osten
Seit einem Jahr veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Neue Erlöszahlen für April 2026
Nach dem bereits starken März setzte sich der positive Trend bei den erzielbaren Batteriespeicher-Erlösen in Deutschland im April weiter fort. Die Erlöse stiegen auf rund 17.100 Euro pro Megawatt und lagen damit etwa 26 Prozent über dem März-Niveau sowie rund 14 Prozent über den Erlösen aus April 2025. Die Marktbedingungen blieben dabei grundsätzlich ähnlich wie im Vormonat, allerdings mit nochmals ausgeprägterer Volatilität. Während die anhaltend hohen Gaspreise infolge der aktuellen Lage im Nahen Osten weiterhin zu hohen täglichen Spitzenpreisen führten, sorgte der weitere Anstieg der Photovoltaik-Erzeugung gleichzeitig für stärkere Intraday-Volatilität und attraktivere Arbitragemöglichkeiten für Batteriespeicher. Insbesondere im April kam es zu drei ausgeprägten Phasen stark negativer Intraday-Preise, bei denen die Preise zeitweise mehrere hundert Euro pro Megawattstunde unter null fielen. Zusätzlich wurden am 26. April gegen 14 Uhr sehr niedrige Day-ahead-Preise von unter -400 Euro pro Megawattstunde beobachtet. Gleichzeitig setzte sich der Aufwärtstrend bei den Preisen für Primärregelleistung sowie negative Sekundärregelleistung fort und unterstützte damit die höheren erzielbaren Erlöse zusätzlich.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im Mai 2025 mit 19.100 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5.700 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen. Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Photovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt.
In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.600 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 151.700 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone-Speichers im Jahr 2026 modelliert.

Für das Erlöspotenzial im Gesamtjahr liegt weiterhin unser Current Efforts Szenario Q2/2026 zugrunden Aktualisierung des Szenarios erfolgte in diesem Monat nicht. Die prognostizierten Erlöse liegen aktuell bei 164.600 Euro pro Megawatt. Es liegt etwa 9 Prozent über dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
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