Im Februar sind die Preise am Stromterminmarkt der EEX im Vergleich zum Vormonat über den gesamten betrachteten Zeitraum hinweg gesunken. Dies betrifft sowohl Lieferzeiträume in den kommenden Quartalen und Frontjahren als auch weiter entfernte Handelsjahre. In der Folge hat sich das Terminpreisniveau, das als Benchmark für die PPA-Bepreisung dient, sowohl für kurze als auch für lange PPA-Laufzeiten reduziert.
Die von uns für Februar 2026 berechneten generischen Preise für einen zehnjährigen Photovoltaik-PPA mit Vertragsbeginn im Frontmonat März 2026 liegen unter Berücksichtigung marktüblicher Abschläge für die Wertigkeit des Erzeugungsprofils der Photovoltaik, Abwicklungs- und Risikokosten sowie erwarteter Erlöse aus Herkunftsnachweisen in einer Spanne von 26 bis 37 €/MWh. Die Preise sind somit geringer als noch zu Beginn des Jahres.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten sind derzeit neben steigenden Öl- und Gaspreisen auch höhere Strompreise an den Terminmärkten zu beobachten. Die Preissteigerungen betreffen vor allem kurzfristige Lieferzeiträume in den kommenden Quartalen und Frontjahren. Für langfristige PPAs, wie sie in dieser Betrachtung zugrunde gelegt werden, dürften die Auswirkungen jedoch begrenzt bleiben. Dennoch sind im Monat März wieder etwas höhere PPA-Preise zu erwarten.
Methodische Erläuterung: Der Enervis PPA-Price-Tracker zeigt auf Basis typischer PPA-Bewertungsparameter einen monatlichen Preiskorridor für Photovoltaik-PPAs im deutschen Strommarkt. Ausgangsbasis der Berechnung des generischen PPA-Preises ist ein Mischpreis der Terminmarktnotierungen des vergangenen Monats für die angenommene PPA-Laufzeit. Hierfür werden die in der angenommenen PPA-Laufzeit liegenden Monats-, Quartals- und Jahresprodukten der EEX für die deutsche Preiszone herangezogen. Für den generischen Photovoltaik-PPA werden 10 Jahre Laufzeit mit Beginn im Frontmonat unterstellt. Darauf wird der mittlere erwartete Abschlag des technologiespezifischen Referenzmarktwertes und ein Ab- oder Aufschlag aus projektspezifischen Einflüssen (Standort, Anlagentechnologie, Parklayout, Wetterjahr) für die angenommene PPA-Laufzeit angewendet. Dieser stammt aus unseren eigenen szenariobasierten Strommarktmodellierungen. Die Streuung des spezifischen Marktwertes um den erwarteten Referenzmarktwert herum wird auf Basis unseres PPA-Atlas abgebildet. Aufsetzend darauf wird die typische Streubreite für Abwicklungs- und Risikokosten eines PPA berücksichtigt. Abschließend wird die Streubreite von Erlösen für Herkunftsnachweise preiserhöhend berücksichtigt. Der dargestellte Korridor der ermittelten PPA-Preise basiert auf einer Kumulation der in der Berechnung unterstellten Schwankungsbreiten
Der Autor Christian Schock ist Senior Consultant bei der energiewirtschaftlichen Beratung enervis und hier für PV- und Wind-relevante Themen zuständig. Seine Expertise reicht vom systematischen Vergleich von Preisen und Vertragsinhalten von Power Purchase Agreements und Direktvermarktungsverträgen sowie deren Beschaffung für Stromerzeuger bis hin zum Monitoring marktseitiger und regulatorischer Entwicklungen im deutschen PV- und Wind- Markt.
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