Seit dem ersten Quartal 2025 veröffentlichen wir bei Enervis monatlich einen Batteriespeicher-Index, der auf historischen Marktdaten basiert und Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher abbildet. Der Index basiert auf historischen Marktdaten und bildet die Erlösmöglichkeiten für Batteriespeicher sowohl aus der Teilnahme am Intraday-Markt als auch an den Regelleistungsmärkten ab. Für jeden Monat der vergangenen 13 Monate werden die jeweils erzielbaren Erlöse ausgewiesen.

Quelle: Enervis
Neue Erlöszahlen für Januar 2026
Nach dem Erreichen eines historischen Tiefstands im Dezember 2025 erholten sich die erzielbaren Batteriespeicher-Erlöse im Januar wieder und stiegen auf rund 7000 Euro pro Megawatt. Dies entspricht einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber Dezember, liegt jedoch 19 Prozent unter dem Niveau von Januar 2025. Die Spreads an den Spotmärkten blieben vergleichsweise schwach, lagen jedoch im Durchschnitt über dem Dezemberniveau, was insbesondere auf zwei ausgeprägte Day-ahead-Preisspitzen am 8. und 20. Januar zurückzuführen ist, die die Spreads temporär ausweiteten und die Arbitragemöglichkeiten für Batteriespeicher moderat verbesserten. Parallel dazu verharrten die Regelleistungspreise auf niedrigem Niveau und begrenzten das Erlöspotenzial weiterhin.
Allgemeine Trends
Die monatlich erzielbaren Erlöse schwankten in den letzten 13 Monaten erheblich. Das Maximum wurde im Mai 2025 mit 19.100 Euro pro Megawatt pro Monat erreicht, während das Minimum im Dezember 2025 bei 5.000 Euro pro Megawatt pro Monat lag. Tendenziell sind die Batterieerlöse in den Sommermonaten höher, dies ist auf die in den Monaten sehr starke Photovoltaik-Erzeugung bei gleichzeitig geringer Gesamtstromnachfrage zurückzuführen. Flankierend ist die konventionelle Erzeugungskapazität saisonal bedingt in den Sommermonaten weniger am Netz, unter anderem aufgrund von Wartungsarbeiten und möglicherweise geringerer Effizienz bei Gaskraftwerken aufgrund hoher Temperaturen.
Auch die Verfügbarkeit von Windenergie ist in den Sommermonaten tendenziell niedriger als in den Winter- oder Herbstmonaten. Infolgedessen führen kurzfristige Einspeiseschwankungen oder Prognoseabweichungen der Photovoltaik-Einspeisung in den Sommermonaten unmittelbar zu größerer Volatilität an den Märkten. Dies zeigt sich direkt in einem intensiveren Handel auf dem Intraday Markt. In den vergangenen zwölf Monaten betrugen die Batteriespeichererlöse im Mittel knapp über 12.230 Euro pro Megawatt pro Monat (rund 146.800 Euro pro Megawatt für das Gesamtjahr).
Erwartete Erlöse 2026
Analog zur Vorgehensweise für die Historie, bieten wir mit dem Enervis-Batteriespeicher- Index auch einen Blick nach vorne. Basierend auf unseren aktuellen Strompreisprognosen, wird der Einsatz eines typischen Stand-alone Speichers im Jahr 2026 modelliert.
Für das Erlöspotenzial im Gesamtjahr liegt weiterhin unser Current Efforts Szenario Q1/2026 zugrunden Aktualisierung des Szenarios erfolgte in diesem Monat nicht. Die prognostizierten Erlöse liegen aktuell bei 145.900 Euro pro Megawatt. Es ist leicht unter dem Durchschnitt der erzielbaren Erlöse der vergangenen zwölf Monate, bewegen sich jedoch weiterhin im selben Größenordnungsbereich, wie im enervis Batteriespeicher-Index dargestellt. Die Speicherparameter wurden dabei unverändert beibehalten.
Über die Autoren:
Mirko Schlossarczyk ist Geschäftsführer der energiewirtschaftlichen Unternehmensberatung enervis energy advisors und ein erfahrener Strommarktexperte. Sein Beratungsschwerpunkt liegt auf Strompreisprognosen, Strommarktszenarien und der Asset-Bewertung von Batteriespeichern.
Jonas Anthonioz ist Berater bei Enervis und für Batteriespeicher-relevante Themen zuständig. Neben der Erlösbewertung und Wirtschaftlichkeitsanalyse von Batteriespeicherprojekten entwickelte er den Enervis BESS-Index und den dazugehörigen BESS-Index-Report.
Wenn Sie an einer detaillierteren Analyse und dem vollständigen Report interessiert sind, können Sie diesen hier anfordern.
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