Heraeus sieht große Anstrengungen der Photovoltaik-Hersteller bei der Silber-Subsitution

Silberpaste, Solarzellen

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Die Entwicklung des Silberpreises treibt weite Teile der Solarindustrie um. Nach einem am Montag vom Edelmetall-Verarbeiter und -Händler Heraeus Precious Metals veröffentlichten Bericht liegt der Silberpreis aktuell trotz der jüngsten Rückgänge immer noch um 187 Prozent über dem Niveau von Anfang 2025. Die Kosten für Silberpaste erreichten bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten für Solarzellen. Vor dem Hintergrund aktueller Überkapazitäten, die die Preise drücken und die Margen der Hersteller ohnehin beeinträchtigen, eine schwierige Situation für Photovoltaik-Hersteller. Sie suchen nun nach alternativen Metallisierungen für ihre Solarzellen und weiteren Möglichkeiten, Silber in ihrer Produktion einzusparen.

Letzteres ist aus Sicht von Heraeus nicht ganz einfach. Denn bereits 2011 sorge ein Silberpreis von 50 US-Dollar pro Unze dafür, dass Einsparungen vorgenommen und nach Ersatz gesucht wurde. Die Nachfrage für Silber in Photovoltaik-Anwendungen ging demnach in den folgenden drei Jahren um 30 Prozent zurück, während sich der Zubau fast verdoppelte. Erst 2016 überstieg die Nachfrage nach Silber aus der Solarindustrie wieder das Niveau von 2011. Der Weltmarkt hatte sich dabei bereits nahezu verdreifacht.

Vermehrt ist von Photovoltaik-Herstellern zu hören, dass sie Kupfer als Ersatz für Silber verwenden wollen. Doch Heraeus zufolge ist dies mit technischen Herausforderungen verbunden und auch die weitere Reduktion von Silber in Solarzellen schwierig, da bereits massive Einsparungen seit 2011 erfolgten. Für den Einsatz von Kupfer als alternative Metallisierung seien Rückkontakt-Zellen gut geeignet. Sie hätten bislang aber nur einen kleinen Marktanteil. Der Einsatz von Kupfer bei den gängigen Topcon-Solarzellen sei dagegen schwieriger. Allerdings hat Longi bereits für dieses Jahr eine Umstellung seiner Massenproduktion auf eine metallische Beschichtung auf Kupferbasis angekündigt. Auch DK Electronic Materials ist dabei, Lösungen mit hohem Kupferanteil zu entwickeln. Für großskalige Topcon-Hersteller könnte die Verwendung einer silberbeschichteten Kupferpaste die Lösung sein.

Insgesamt erwartet Heraeus, dass die Nachfrage nach Silber für Photovoltaik-Anwendungen in diesem Jahr zurückgehen wird. Sie lag im vergangenen Jahr bei rund 195 Millionen Unzen. Bei einem erwartet stabilen Photovoltaik-Zubau weltweit von rund 655 Gigawatt wird der Bedarf angesichts der weiteren Substitution durch die Hersteller verringert.

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