Enervis PPA-Price-Tracker für Photovoltaik: PPA-Preisrückgang zum Jahresende

Solarpark, Mecklenburg-Vorpommern, Borrentin, 114 Megawatt, Belectric, Encavis

Teilen

Im Dezember 2025 sind die durchschnittlichen Preise am Stromterminmarkt der EEX gegenüber dem Vormonat November gesunken. Während die Preise für die nächsten vier Lieferjahre zurückgingen, verzeichneten spätere Handelsjahre im betrachteten zehnjährigen Zeitraum einen leichten Anstieg. Insgesamt hat sich das durchschnittliche Terminpreisniveau dadurch leicht reduziert, insbesondere für kurz- bis mittelfristige PPAs, die sich auf die liquideren vorderen Handelsjahre stützen. Auch für langfristige, zehnjährige PPA-Modelle ergibt sich im Mittel ein leicht niedrigerer Benchmarkwert, womit der Aufwärtstrend der letzten Monate zunächst gestoppt ist.

Die von uns für Dezember 2025 berechneten generischen Preise für einen zehnjährigen Photovoltaik-PPA mit Vertragsbeginn im Frontmonat Januar 2026 liegen unter Berücksichtigung marktüblicher Abschläge für die Wertigkeit des Erzeugungsprofils der Photovoltaik, Abwicklungs- und Risikokosten sowie erwarteter Erlöse aus Herkunftsnachweisen in einer Spanne von 29 bis 40 Euro pro Megawattstunde. Die Preise sind im Vergleich zum November leicht gefallen.

Ein Blick auf das Jahr 2025 zeigt ein schwieriges Umfeld für den deutschen Photovoltaik-PPA-Markt. Trotz eines stabilen Terminmarktniveaus von über 70 Euro pro Megawattstunde und einem moderaten Preisanstieg im Herbst hat sich die Lücke zwischen den Terminmarktpreisen für die Bandlieferung Strom und den realisierbaren PPA-Preisen für Photovoltaik-Projekte weiter vergrößert.

Ursache hierfür sind insbesondere die zunehmende Kannibalisierung durch hohe Einspeisevolumina zu Niedrigpreiszeiten sowie die Zunahme negativer Preise. Beides drückt auf die Profilwertigkeit der PV-Erzeugung und wirkt sich direkt auf die Preisbildung im PPA-Markt aus. Der Profilwert für Photovoltaik ist im vergangenen Jahr 2025 auf einen Wert von knapp 50 Prozent des Basepreises zurückgegangen, was einem Rückgang von etwa acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darüber hinaus ist eine größere Risikoaversion im Markt spürbar, was sich in höheren Risikoabschlägen einiger Marktteilnehmer niederschlägt. Die Folgen zeigen sich bei den realisierten PPA-Vertragsabschlüssen, die im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen sind.

Hoffnung macht jedoch die positive Entwicklung bei Batteriespeichern, die mittelfristig zur Stabilisierung der Profilwerte von Photovoltaik und damit auch der PPA-Preise beitragen kann. Zum einen trägt der bundesweite Zubau von Speichersystemen dazu bei, da diese die Stromnachfrage in den Mittagsstunden erhöhen. Im Falle einer Co-Location können sie außerdem Strom gezielt in Niedrig- oder Negativpreisstunden aufnehmen, wodurch die Einspeisung in genau diesen Zeiten verringert wird. Beides wirkt sich generell positiv auf die Profilwertigkeit für Photovoltaik-Projekte aus. Zum anderen eröffnen Batteriespeicher als Bestandteil hybrider Anlagenkonzepte auch auf Projektebene zusätzliche Erlöspotenziale.

Enervis, PPA-Pricetracker, Entwicklung PPA-Preise Januar bis Dezember 2025
Methodische Erläuterung: Der Enervis PPA-Price-Tracker zeigt auf Basis typischer PPA-Bewertungsparameter einen monatlichen Preiskorridor für Photovoltaik-PPAs im deutschen Strommarkt. Ausgangsbasis der Berechnung des generischen PPA-Preises ist ein Mischpreis der Terminmarktnotierungen des vergangenen Monats für die angenommene PPA-Laufzeit. Hierfür werden die in der angenommenen PPA-Laufzeit liegenden Monats-, Quartals- und Jahresprodukten der EEX für die deutsche Preiszone herangezogen. Für den generischen Photovoltaik-PPA werden 10 Jahre Laufzeit mit Beginn im Frontmonat unterstellt. Darauf wird der mittlere erwartete Abschlag des technologiespezifischen Referenzmarktwertes und ein Ab- oder Aufschlag aus projektspezifischen Einflüssen (Standort, Anlagentechnologie, Parklayout, Wetterjahr) für die angenommene PPA-Laufzeit angewendet. Dieser stammt aus unseren eigenen szenariobasierten Strommarktmodellierungen. Die Streuung des spezifischen Marktwertes um den erwarteten Referenzmarktwert herum wird auf Basis unseres PPA-Atlas abgebildet. Aufsetzend darauf wird die typische Streubreite für Abwicklungs- und Risikokosten eines PPA berücksichtigt. Abschließend wird die Streubreite von Erlösen für Herkunftsnachweise preiserhöhend berücksichtigt. Der dargestellte Korridor der ermittelten PPA-Preise basiert auf einer Kumulation der in der Berechnung unterstellten Schwankungsbreiten.

Quelle: Enervis

Christian Schock, Enervis— Der Autor Christian Schock ist Senior Consultant bei der energiewirtschaftlichen Beratung enervis und hier für Photovoltaik- und Windkraft relevante Themen zuständig. Seine Expertise reicht vom systematischen Vergleich von Preisen und Vertragsinhalten von Power Purchase Agreements und Direktvermarktungsverträgen sowie deren Beschaffung für Stromerzeuger bis hin zum Monitoring marktseitiger und regulatorischer Entwicklungen im deutschen Photovoltaik- und Windkraft-Markt. —

Die Blogbeiträge und Kommentare auf www.pv-magazine.de geben nicht zwangsläufig die Meinung und Haltung der Redaktion und der pv magazine group wieder. Unsere Webseite ist eine offene Plattform für den Austausch der Industrie und Politik. Wenn Sie auch in eigenen Beiträgen Kommentare einreichen wollen, schreiben Sie bitte an redaktion@pv-magazine.com.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Seac, Sunotec Germany, Batteriespeicher, Deutschland
Seac plant Batteriespeicher mit bis 230 Megawattstunden Kapazität
19 Januar 2026 Der Batteriespeicher wird in vier Bauabschnitten entstehen. Den ersten Bauabschnitt mit 20 Megawattstunden Kapazität wird Sunotec Germany realisieren.