Neoen unterzeichnet siebenjährige Tolling-Vereinbarung mit Uniper für Batteriespeicher in Deutschland

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von ESS News

Der französische Entwickler von erneuerbaren Energien Neoen hat mit Uniper einen langfristigen Tolling-Vertrag für seinen Batteriespeicher mit 30 Megawatt Leistung und 78 Megawattstunden Kapazität in Arneburg in Sachsen-Anhalt unterzeichnet. Der Vertrag soll 2027 in Kraft treten und hat eine Laufzeit von sieben Jahren, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Während dieses Zeitraums wird Uniper die vollständige Kontrolle über das Laden und Entladen der Batterie haben, während Neoen weiterhin den Betrieb und die Wartung des Speichers übernehmen wird. Uniper beabsichtigt, den Batteriespeicher über alle Vermarktungskanäle hinweg zu optimieren, von Netzdienstleistungen bis hin zum Großhandelsmarkt.

Der Batteriespeicher in Arneburg ist die erste Anlage von Neoen in Deutschland. Das Projekt befindet sich derzeit in der Mitte der Bauphase und soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden.

Neoen entwickelt bereits seit 2023 aktiv Batteriespeicherprojekte in Deutschland und hat nach eigenen Angaben eine „bedeutende Projektpipeline” aufgebaut. Weltweit hat es bereits große Batteriespeicher mit 2,7 Gigawatt/8,1 Gigawattstunden in Betrieb oder im Bau und will nach eigenen Angaben zu einem „wichtigen Akteur” auf dem deutschen Speichermarkt werden.

Instrumente wie Tolling-Vereinbarungen werden immer häufiger genutzt. Sie bieten Einnahmesicherheit, die die Bankfähigkeit und Projektfinanzierung in einem zunehmend reifen Batteriespeichermarkt unterstützen. Im Rahmen solcher Verträge verkauft der Batteriebesitzer die Betriebsrechte für einen bestimmten Zeitraum gegen eine feste Gebühr pro Megawattstunde an einen Abnehmer, der die Kapazität dann vermarktet. Mit anderen Worten: Er vermietet die Batterie und verzichtet im Gegenzug für eine feste Zahlung auf jegliche Kontrolle über den Handel während der Vertragslaufzeit. Er bleibt jedoch für die Wartung und Verfügbarkeit des Batteriespeicher verantwortlich, hat aber kaum oder gar keinen Einfluss auf dessen Betriebsweise.

Dies steht im Gegensatz zu den üblichen „Merchant“- oder „Profit-Share“-Verträgen, bei denen der BESS-Eigentümer weiterhin dem Umsatzrisiko und den Umsatzchancen ausgesetzt ist. Da die BESS-Einnahmen jedoch langfristig nicht vorhersehbar sind, kann die Sicherheit der Einnahmen im Rahmen eines Tolling-Vertrags die Aussichten auf eine Fremdfinanzierung verbessern.

In Deutschland wurde im Dezember 2024 der erste Tolling-Vertrag für ein Batteriespeicherprojekt mit 104,5 Megawatt/209 Megawattstunden in Stendal bekannt gegeben. Damals erklärte der israelische Entwickler und unabhängige Stromerzeuger Nofar, dass die siebenjährige Abnahmevereinbarung dem Unternehmen im Zeitraum von 2027 bis 2033 schätzungsweise 85 bis 95 Millionen Euro einbringen werde, mit der Option, bereits vor Januar 2027 auf Merchant-Basis zu beginnen. Im Dezember 2025 verkaufte Nofar einen Anteil von 49 Projekt an dem Projekt für 25 Millionen Euro an einen nicht genannten lokalen Investor.

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