Chinas TOPCon-Zellpreise steigen aufgrund strengerer Kontrollen im Downstream-Bereich

OPIS, FOB-Preise, Topcon M10-Zellen und Module, China

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Die Verkaufspreis ab Verschiffungshafen (FOB-Preise) für Topcon-Solarzellen im M10-Format stiegen in China in der letzten Woche um 1,04 Prozent auf 0,0387 US-Dollar je Watt, wobei die Preisangaben laut dem am 9. September veröffentlichten OPIS Global Solar Markets Report zwischen 0,0362 und 0,0401 Dollar lagen. Die Preise für Topcon-Zellen sind seit dem Tiefstand Anfang Juli um 24,4 Prozent gestiegen.

Branchenquellen zufolge bilden die Zellpreise die Trends bei Modulpreisen ab, da Spekulationen über mögliche Preisuntergrenzen und strengere Produktionskontrollen im Umlauf sind. Branchenverbände und die Regierung bereiten sich darauf vor, im vierten Quartal 2025 eine gesetzlich verbindliche Preisuntergrenze für Solarmodule einzuführen, die Berichten zufolge auf 0,759 Yuan pro Watt (0,098 Dollar) FOB einschließlich Mehrwertsteuerrückerstattung festgelegt werden soll. Angesichts dieser bevorstehenden Maßnahme erwarten manche Beobachter, dass sich die Modulpreise bis November festigen werden, was wiederum kurzfristig zu einem Anstieg der Zellpreise führen könne.

Die Branchenquellen fügten hinzu, dass die Durchsetzung der Vorschriften bisher im Downstream-Bereich, also im unteren Bereich der Wertschöpfungskette, strenger war, während Zellen und Module weiterhin einer schwächeren Aufsicht unterliegen, was die Preisanpassungen in den nachgelagerten Segmenten verlangsamt.

Über die Preiskontrollen hinaus hat die China Photovoltaic Industry Association (CPIA) auch die Durchsetzung von Produktionsquoten verschärft. Laut einer Branchenquelle wurde ein großer Hersteller von 210R-Zellen von den Behörden vorgeladen, weil er seine Produktionsquote deutlich überschritten hatte, und aufgefordert, seine Produktion zu drosseln. Einem mit der Angelegenheit vertrauten Beobachter zufolge hatte die CPIA im vergangenen Jahr jährliche Produktionsquoten an die Hersteller vergeben, die in strenge vierteljährliche Grenzwerte unterteilt waren. Der betreffende Hersteller hatte die Grenzwerte für das dritte Quartal 2025 nicht eingehalten, was zu einer offiziellen Untersuchung führte.

Die strengere politische Aufsicht durch die chinesischen Behörden folgt auf die kürzlich erfolgte Veröffentlichung des Aktionsplans 2025-2026 zur Stabilisierung des Wachstums für Hersteller in der Elektronik- und Informationsindustrie durch das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) und die staatliche Marktregulierungsbehörde. Der Plan sieht ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von über 5 Prozent vor und zielt darauf ab, eine qualitativ hochwertige Entwicklung in Sektoren wie Photovoltaik, Komponentenfertigung und Lithiumbatterien zu fördern, indem er niedrige Preise und unkontrollierte Kapazitätserweiterungen ins Visier nimmt.

Die Spotmarkt-Nachfrage nach chinesischen Solarzellen dürfte weiterhin gedämpft bleiben, da die durch frühere Markt-Gerüchte bedingte Dynamik nachgelassen hat. Der im August zu beobachtende Anstieg der Beschaffungsaktivitäten, der durch Spekulationen über eine Kürzung oder Abschaffung der chinesischen Exportsteuerrückerstattung von 9 Prozent ausgelöst worden war, hat sich inzwischen abgeschwächt.

Für den Exportmarkt stellten Branchenquellen letzte Woche fest, dass die Kaufaktivitäten inzwischen wieder ein „normales” Niveau erreicht haben. Jüngste Spekulationen in der Branche deuten darauf hin, dass die Änderung der politischen Vorgaben möglicherweise verschoben wird. Gleichzeitig sehen sich die Zellhersteller mit einem starken Margendruck konfrontiert. Nach Angaben der China Nonferrous Metals Industry Association (CSIA) ist die Nachfrage aus Übersee zwar stabil geblieben, doch die Waferhersteller drängen wegen anhaltend hoher Polysiliziumkosten auf höhere Preise.

Auf dem Modulmarkt nannten mehrere Handelsquellen die unerwartet großen Lagerbestände als einen der Hauptfaktoren für eine Dämpfung der Preisdynamik im Downstream-Bereich. Solarzellen sind deshalb zwischen steigenden Eingangskosten und stagnierenden Modulpreisen gefangen.

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