Hanwha Q-Cells baut Arbeitsplätze in Deutschland ab

Der erhebliche Kostendruck weltweit und die sinkende Nachfrage nach Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland gehen auch an Hanwha Q-Cells nicht spurlos vorbei. Das Photovoltaik-Unternehmen spricht von einer Neuausrichtung und will sich künftig auf ausgewählte Geschäftsfelder fokussieren.
Wie viele Stellen bei Hanwha Q-Cells in Deutschland gestrichen werden, wollte das Unternehmen zunächst nicht beantworten. | Foto: Hanwha Q-Cells

Hanwha Q-Cells richtet sich aktuell neu aus und baut Arbeitsplätze in Deutschland ab. Wie viele Jobs genau auf der Kippe stehen, will das Photovoltaik-Unternehmen aus Wolfen-Bitterfeld auf Nachfrage von pv magazine aktuell nicht konkret beantworten. Im offiziellen Statement dazu heißt es: „Mit dieser Neuausrichtung ist leider auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden.“

Die Mitarbeiter sollen nach pv magazine zugetragenen Informationen Ende November über die Entlassungen informiert worden sein. Neben den deutschen Standorten sollen auch die europäischen Tochtergesellschaften von den Stellenstreichungen betroffen sein. Dabei wird von einem Abbau von mehr als der Hälfte der Arbeitsplätze berichtet, allerdings lässt sich dies derzeit nicht verifizieren.

In seinem offiziellen Statement verweist Hanwha Q-Cells auf den weltweit bestehenden erheblichen Kostendruck in der Photovoltaik-Branche. In diesem Jahr haben die Marktpreise für Solarmodule Tiefststände erreicht, die zu Beginn des Jahres noch unvorstellbar waren. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach privaten Solaranlagen in Deutschland deutlich zurückgegangen, was zu einer Konsolidierungs- und Umstrukturierungswelle in der Branche geführt hat“, heißt es in einem Statement von Hanwha Q-Cells. Das Unternehmen habe daher Maßnahmen ergriffen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, setzt Hanwha Q-Cells ein umfangreiches Programm zur Effizienzsteigerung an den Standorten Berlin und Bitterfeld-Wolfen sowie zur Fokussierung auf ausgewählte Geschäftsfelder um“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Für den Stellenabbau hätten sich Betriebsrat und Unternehmen auf einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan geeinigt, so Hanwha Q-Cells. Das Photovoltaik-Unternehmen bekräftigte allerdings „sein Bekenntnis zu den beiden deutschen Standorten“. Der Berliner Standort solle sich dabei künftig auf den Vertrieb privater Photovoltaik-Dachanlagen konzentrieren. In Bitterfeld-Wolfen wolle Hanwha Q-Cells die Forschung und Entwicklung an Topcon- und Tandemtechnologien weiter vorantreiben.

Kommentare

Huch
Dec 10, 2024

Wenn man halt lieber unbeliebte aber wahre Bewertungen löschen lässt, statt die Missstände zu beseitigen, zeigen es die Kunden der Firma nun mit den Füssen

Hannes Meurer
Dec 10, 2024

Man war halt einfach gegenüber den chinesischen Super-Scalern nicht mehr wettbewerbsfähig. Ich gehe davon aus, dass spätestens 2027 die Lichter bei Q-Cells ausgehen.

Das miese Image von Hanwha als Rüstungskonzern tat sein Übriges.