Warnhinweis für Solarmodule von Schott Solar veröffentlicht

Die Module könnten von Defekten betroffen sein, die von fehlerhaften Polyamid-Rückseitenfolien herrühren. Es handelt sich um Photovoltaik-Module, die Schott Solar zwischen 2010 und 2012 herstellte, und bei denen nun die Gefahr von Stromschlägen besteht.
Image: Ndemello, Pixabay

Schott Solar hat als ehemaliger Hersteller von Solarmodulen einen Warnhinweis veröffentlicht und zwar im Namen seiner offiziellen Nachfolgefirma Ecoran GmbH. So könnten einige Module, die das Unternehmen zwischen 2010 und 2012 produzierte, wegen fehlerhafter Polyamid-Rückseitenfolien von Defekten betroffen sein. Es bestehe die Gefahr von Stromschlägen, wo die potenzielle Gefahr insbesondere von Ort und Art der Photovoltaik-Installation abhängt.

So könnten die defekten Rückseitenfolien in den Modulen von Schott Solar aussehen.

Foto: Ecoran GmbH (vormals Schott Solar)

Konkret heißt es: „Unter besonderen äußeren Wetter- und Umweltbedingungen kann eine Gefahr für Leib und Leben infolge eines Stromschlags nicht ausgeschlossen werden. Ab sofort dürfen daher Teile der Solaranlage, die aufgrund des oben beschriebenen Fehlerbilds in den Rückseitenfolien möglicherweise defekt sind, ohne Schutzmaßnahmen gegen Stromschläge keinesfalls mehr berührt werden!“

Potenziell betroffen von dem Rückseitenfolien-Defekt seien die folgenden Module aus den Serien: SCHOTT Perform POLY, 210-245 Wp; SCHOTT Perform MONO, 180-195 Wp; SCHOTT Power POLY, 210-250 Wp; SCHOTT MONO, 180-190 Wp und SCHOTT POLY, 155-240 Wp.

Die Betreiber von Systemen, in denen diese Module verbaut sind, werden aufgefordert, ihre Photovoltaik-Anlagen nicht selbst zu überprüfen. Sie sollen dafür „ausschließlich qualifizierte bzw. fachkundige Personen“ beauftragen. Alle Personen, die Arbeiten an den Photovoltaik-Anlagen verrichteten, sollten zudem über das Warnschreiben informiert werden. „Achten Sie darauf, dass beim Umgang mit PV-Modulen stets alle nationalen Arbeitsschutzvorschriften beachtet werden. PV-Module dürfen keinesfalls ohne geeignete Schutzmaßnahmen gegen Stromeinwirkung berührt werden. Ebenso dürfen keine Verkabelungen, Stecker, Teile der Unterkonstruktion oder andere Elemente des PV-Systems ohne entsprechende Schutzmaßnahmen berührt werden“, heißt es weiter.

In dem Warnschreiben fordert Ecoran zudem die Betreiber auf: „Falls nicht sichergestellt werden kann, dass keine Unbefugten Zugang zur Anlage haben, sollten betroffene Module der PV-Anlage umgehend von Fachpersonal deinstalliert und anschließend gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dauerhaft und endgültig außer Betrieb genommen werden.“

Kommentare

Kai H.
Nov 06, 2024

Ich habe den Schott-Schrott auf dem Dach. Damals wurde extra keine China Ware auf das Dach montiert. Es sollte Qualität sein. Leider wurden die Module auch in China produziert.
Meine 56 Module sind fast alle betroffen. 2x Hotspott, der Rest hat grissene Rückseitenfolie und wenige bis viele durchoxidierte Lötstellen. Bei zwei Modulen ist sogar die Glasscheibe gesprungen. Und nicht nur Schott hat dieses Problem!
Man kann nur durch Verlust der garantierten Leistungsgarantie über die 20 Jahre ggf.an Geld kommen. D.h. jedes schadhafte Modul muss geprüft werden.
Ich werde die Anlage komplett demontieren und mit neuen Modulen ausrüsten (müssen).
Bis das gerichtlich geklärt ist, bin ich wahrscheinlich schon aus der Förderung.

Noch Link zur Rechtslage:
http://www.anwalt.de/rechtstipps/schadhafte-rueckseitenfolien-bei-photovoltaik-modulen-solarmodulen-polyamid-und-pet-rueckseitenfolien-198002.html

Düring Manfred
Oct 14, 2024

So eben von meiner istallationsfirma die vor 10 Jahren die Anlage aufgebaut hat ein Angebot bekommen. 1. Anfahrt 60 km 160 .00€
2.Erste Modulmessung. 150.00€
3. Jede weitere Modulmessung. 50.00€
4. Einsatzpauschale pro Tag Steiger 225.00€
5 Zusätzlicher Arbeitsaufwand ohne Material 79.00€

Dann kann ich mir ja gleich eine neue Anlge aufbauen lassen !!!

Hans K.
Oct 05, 2024

Ich denke, wir sollten eine Interessengemeinschaft bilden und juristisch prüfen lassen, ob für diese Materialfehler nicht der Hersteller haftet!
Die Modulgarantie von 10 Jahren ist ja gerade abgelaufen…

Schmid
Sep 27, 2024

Wer Bezahlt , den Abbau und die Prüfung . Ich lese nicht dass die Kostenlos ausgetauscht .
Der Kunde ist wieder der Dumme.
Meine PV Anlage ist auf dem Dach .
Ich komme doch in Berührung.!
Ich habe mit Drohnen die Kapazität prüfen lassen, es war alle Ok. vielleicht wäre das seine Alternativ , als wie Abbauen zur Prüfung.

Walter
Sep 26, 2024

Kann mir da als betroffener Kunde wer weiter helfen wegen den entstanden Schaden?

Paul
Aug 23, 2024

Bin gespannt, ob die betroffenen KundInnen noch angeschrieben werden. So eine Meldung/Warnung sollte nicht übersehen werden!
Da hier offensichtlich Gefahr für Leib und Leben besteht, müsste doch die (Nachfolge-) Firma Ecoran GmbH für den Schaden haften bzw. aufkommen und den Betroffenen Kunden kostenlosen (!) Ersatz liefern … oder „träume“ ich da falsch???
Für Rechtsanwaltskanzleien womöglich ein Fest!

Gregor
Aug 21, 2024

„Die Schott Solar AG mit Firmensitz in Mainz ist ein ehemalig internationales Solarunternehmen, welches inzwischen weitgehend aufgelöst wurde.“

Jo, das läuft ja guddi. EInfach mal so die Module abbauen und entsorgen, ganz ohne Ersatz.

lord_icon
Aug 20, 2024

„Falls nicht sichergestellt werden kann, dass keine Unbefugten Zugang zur Anlage haben, sollten betroffene Module der PV-Anlage umgehend von Fachpersonal deinstalliert und anschließend gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dauerhaft und endgültig außer Betrieb genommen werden.“

Soll das nun eine Rückrufaktion sein?
Wer trägt die Kosten für eine PV-Kontrolle… ggf. sogar den Rückbau?