Mieterstromprojekt mit virtuellem Summenzähler in Berlin

Das digitale Messkonzept dient zur Abrechnung des Stroms aus Photovoltaik-Anlagen auf zwei Wohngebäuden. Der Verzicht auf den physischen Summenzähler soll Kosten und Handwerkerkapazitäten einsparen.
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Premiere: Berlins erstes Mieterstromprojekt mit virtuellem Summenzähler. | Foto: Alva Energie

Alva Energy, ein Anfang dieses Jahres gegründetes Unternehmen zur Planung, Umsetzung und Verwaltung von Photovoltaik-Projekten auf Wohn- und Gewerbeimmobilien, realisiert in Kooperation mit dem Netzbetreiber Stromnetz Berlin die nach eigenen Angaben ersten virtuellen Summenzähler-Konzepte in der Hauptstadt.

Das entsprechende Projekt – eine als Pachtmodell konzipierte 30 Kilowatt-Anlage – liefert seit Mai Strom an rund 40 Mieter in zwei Wohngebäuden der Catena Real Estate Development in Berlin. Es wird von Alva Energie und Stromnetz Berlin gemeinsam mit den Unternehmen Rabot Charge und Metiundo umgesetzt. Rabot Charge übernimmt die Lieferung des nicht per Photovoltaik erzeugten Reststroms über dynamische Stromtarife.

Für das digitale Messkonzept des virtuellen Summenzählers wurden intelligente Messsysteme an allen Zählpunkten der Immobilien installiert. Damit können Solarstromproduktion und die Verbräuche der Mieter viertelstündlich erfasst und digital bilanziert werden. Dies erübrigt den sonst erforderlichen physischen Summenzähler und spart damit Kosten und Handwerkerkapazitäten ein, heißt es in einer Mitteilung. Derartige Projekte seien „der Startschuss für eine Veränderung hin zu virtuellen Summenzählerkonzepten und mehr Effizienz im deutschen Strommarkt.“

Alva hat demnach für das Konzept des virtuellen Summenzählers gemeinsam mit Stromnetz Berlin erarbeitet. Das Konzept bringe neben den Vorteilen auch „einige Herausforderungen im Rahmen interner Prozesse mit sich. Durch Präzedenzfälle wie dem mit Alva Energie konnten wir diese jedoch meistern“, sagt Nancy Voigt von Stromnetz Berlin.

Den Angaben zufolge können die Mieterinnen und Mieter mit einem gegenüber dem Marktpreis um zehn Prozent günstigeren Strompreis rechnen. Für Gebäudeeigentümer und Immobilienunternehmen sei „eine Rendite von bis zu 15 Prozent“ auf ihre Investitionen möglich. Alva verfügt demnach über eine eigene Softwarelösung und erledigt die technische und regulatorische Abwicklung und den Stromverkauf an die Mieter. Das von Cecil Croy und Alexis Cramm gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell 15 Mitarbeiter.

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Kommentare

Energetiker
Aug 07, 2024

15% Rendite für den Vermieter. Ich sehe die Anlagen nur so aus den Dächern sprießen…

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Dirk Schiller
Aug 08, 2024

Energetiker schrieb:
„15% Rendite für den Vermieter.“

Wenn da das hässliche „bis zu“ nicht wäre.

Ich warte schon seit Jahren, dass da endlich einmal eine sinnvoll umsetzbare Regelung erfolgt.

Michael
Aug 07, 2024

Spart das jetzt bei 41 Zählern den 42.-sten? Die technische Neuerung wird nicht wirklich klar.

Radlcaesar
Aug 07, 2024

Der Artikel ist genauso aussagekräftig wie eine offizielle Verlautbarung der Bundesregierung. Wie genau funktioniert das Verfahren denn jetzt, das wäre doch interessant.