Dachanlage in Italien

In Italien sowie in Deutschland erwartet IHS einen besonders starken Rückgang der Photovoltaik-Nachfrage - unter anderem wegen der Antidumpingzölle.
Foto: juwi

IHS: Strafzölle verhindern 1,3 Gigawatt Photovoltaik-Zubau

12. Juni 2013 | Märkte und Trends, Topnews

Der Photovoltaik-Zubau in Europa wird nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts IHS 2013 etwa sechs Gigawatt niedriger ausfallen als im Vorjahr. Den Analysten zufolge sind davon 1,3 Gigawatt den Antidumpingzöllen geschuldet.

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Das Marktforschungsinstitut IHS geht davon aus, dass der Photovoltaik-Zubau in Europa im Jahr 2013 über sechs Gigawatt niedriger liegen wird als im Jahr zuvor. Das teilte IHS in einer Pressemitteilung mit. 2012 habe der Zubau bei 17,7 Gigawatt gelegen, für 2013 erwarte man jetzt 11,6 Gigawatt. 1,3 Gigawatt dieses Rückgangs schreiben die Analysten den Antidumpingzöllen zu, die die EU seit Anfang Juni auf Importe chinesischer Photovoltaik-Module erhebt.

Die EU-Kommission habe zwar für die ersten 60 Tage einen reduzierten Zoll in Höhe von 11,8 Prozent beschlossen, so IHS-Solarexperte Ash Sharma, trotzdem sei mit einem deutlichen Nachlassen der Nachfrage zu rechnen. Im Moment gebe es noch einen starken Anstieg von Modulimporten aus China in die EU. Das sei aber der im August greifenden Erhöhung der Antidumpingzölle geschuldet. Vor allem in Deutschland und Italien sei damit zu rechnen, dass sich wegen der Zölle der Photovoltaik-Zubau deutlich verlangsame: IHS erwarte in diesen beiden Ländern 2013 drei beziehungsweise zwei Gigawatt weniger Photovoltaik-Zubau als im Vorjahr.

Trotz dieses dramatischen Rückgangs in Europa geht IHS jedoch davon aus, dass der weltweite Photovoltaik-Zubau 2013 um elf Prozent auf 35 Gigawatt zulegen wird – vor allem wegen der stark anziehenden Nachfrage in Asien, wo IHS von 15 Gigawatt Photovoltaik-Zubau ausgeht. Die Analysten erwarten, dass China und Japan die Länder mit den meisten Installationen sein werden. Auf Platz drei beim weltweiten Photovoltaik-Zubau erwartet IHS 2013 die USA. Damit ist zum ersten Mal kein europäisches Land auf den Spitzenplätzen vertreten.

Die wegbrechende Nachfrage in Europa werden die aufstrebenden Photovoltaik-Nationen IHS zufolge zumindest 2013 nicht ausgleichen können, auch wenn sich ihr Marktanteil von 3,4 Gigawatt im Jahr 2012 auf 5,9 Gigawatt im Jahr 2013 erhöhen soll. Allerdings rechnen die Analysten in diesen Ländern 2014 schon mit neun Gigawatt und 2017 sogar mit mehr als 17 Gigawatt Photovoltaik-Zubau. (Petra Hannen)

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