Windkraftanlagen im Sturm

Neue Windkraftanlagen haben kaum noch Auswirkungen auf die Höhe der EEG-Umlage; bei neu installierten Photovoltaik-Anlagen ist es ähnlich.
Foto: Paul Langrock/Greenpeace

Ausbau Erneuerbarer lässt EEG-Umlage kaum noch steigen

13. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Greenpeace hat eine Studie vorgelegt, die zeigt, dass die EEG-Umlage künftig wegen des weiteren Ausbaus von Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasseanlagen kaum noch steigen wird. Die in der EEG-Novelle festgelegten Ausbaukorridore hätte es deswegen auch nicht bedurft.

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Photovoltaik und Windkraft werden zunehmend kostengünstiger und damit wettbewerbsfähiger zur fossilen Energieerzeugung. Dies wird sich auch in der EEG-Umlage niederschlagen. Seit 2010 sinken die Förderkosten für neue Photovoltaik- und Windkraftanlagen, wie ein Gutachten on Enklip im Auftrag von Greenpeace nun zeigt. Das sei auch der wesentliche Grund, warum im kommenden Jahr die EEG-Umlage erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2000 sinken werde. Die geringeren Kosten der neuen Anlagen bestimmten den Betrag der EEG-Umlage für die Verbraucher nun deutlich stärker als die hohen Kosten aus den Anfangsjahren der Energiewende, heißt es in dem Gutachten.

Greenpeace hält daher auch die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in der EEG-Novelle festgeschriebenen Ausbaukorridore für Photovoltaik, Windkraft und Biomasse für überflüssig. Die Bundesregierung habe sich das Ziel gesetzt, die durchschnittliche Vergütung auf 12 Cent pro Kilowattstunde für neu installierte Anlagen zu senken. Es sei gleichzeitig die Begründung für die EEG-Reform in diesem Jahr gewesen. Greenpeace weist in seiner Studie nun daraufhin, dass die EEG-Jahresvergütung 2013 – also die Fördersumme für die im vergangenen Jahr ans Netz gegangenen Erneuerbaren-Energien-Anlagen – bereits bei rund 12,5 Cent je Kilowattstunde gelegen habe und sich damit gegenüber 2010 halbiert habe. „Doch Minister Gabriel steigt auf die Bremse. Dabei ist es völlig unnötig, die Zahl der neu zugebauten Anlagen aus Kostengründen zu beschränken. Die geringere EEG-Umlage liegt nicht an seinen Reformen“, kritisiert Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace.

Bei der Umweltorganisation hält man zudem nichts von der für 2017 angekündigten Umstellung der Förderung neuer Anlagen von Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen. Auch dies habe Gabriel im Zuge der Reform mit seinem 12-Cent-Ziel begründet. Die Studie zeige nun, dass die Vergütungen für neue Anlagen auch ohnehin weiter sinken würden. Der Vergleich zeige, dass besonders die Jahrgänge 2009 und 2010 sehr kostenintensiv gewesen seien und die EEG-Umlage hätten ansteigen lassen, so ein Ergebnis der Greenpeace-Studie. Bereits im Jahr 2011 würden die jährlichen EEG-Kosten wieder deutlich absinken. Dieser Trend setze sich nun noch fort. Mit Blick auf neue Photovoltaik-Anlagen zeigt die Studie, dass die Solarförderung bereits auf durchschnittlich 11 Cent je Kilowattstunde gesunken sei und weiter sinke. Daher habe der Photovoltaik-Zubau in Deutschland kaum noch Auswirkungen auf die Höhe der EEG-Umlage, heißt es weiter. Noch stärker treffe dies beim Bau neuer Windkraftanlagen zu. „Ohne Not hält Minister Gabriel die Erneuerbaren kurz und hält weiter an alten, dreckigen Kohlekraftwerken fest. Damit gefährdet er Deutschlands Klimaziele“, so Schinerl weiter. (Sandra Enkhardt)

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