Elektroauto bei SMA

100 Prozent Elektromobilität im privaten Verkehrssektor würde für einen zusätzlichen Ausbau bei Photovoltaik- und Windkraftanlagen sorgen.
Foto: SMA Solar Technology AG

Elektromobilität als Treiber für Ausbau von Photovoltaik und Windkraft in Deutschland

01. Februar 2017 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews

Energy Brainpool hat die Auswirkungen auf Strompreis und Emissionen untersucht, wenn Deutschland bis 2050 den privaten Verkehrssektor komplett auf Elektrofahrzeuge umstellen würde. Zudem zeigt sich, dass bis zu 63 Gigawatt mehr an Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Deutschland damit möglich wären.

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Im „Energie BrainReport 2017“ haben die Berliner Analysten die Auswirkungen eines völligen Umstiegs auf Elektromobilität im Individualverkehr bis 2050 in Deutschland untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass insgesamt bis zu 63 Gigawatt mehr an Photovoltaik- und Windkapazitäten in Deutschland ermöglicht würden, hieß es am Mittwoch. Auf den Photovoltaik-Sektor entfielen nach dem Standard-Szenario dabei 22 Gigawatt. Energy Brainpool geht darin von einer installierten Photovoltaik-Leistung von 79 Gigawatt Photovoltaik-Leistung bis 2050 ohne Umstellung auf 100 Prozent Elektromobilität aus. (siehe Grafik)


Quelle: White Paper, Energy Brainpool

Zudem könnten die CO2-Emissionen des Privatverkehrssektors und der Stromerzeugung um rund 70 Prozent gegenüber 2015 reduziert werden. Als drittes wesentliches Ergebnis der Analyse nannte Energy Brainpool, dass die Auswirkungen auf die Höhe des Strompreises gering seien. Allerdings nehme die Volatilität der Strompreise durch den höheren Anteil Erneuerbarer leicht zu.

„Die zukünftige Entwicklung der Mobilität ist ein entscheidender Faktor, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen“, erklärte Tobias Kurth, Geschäftsführer bei Energy Brainpool, mit Blick auf die Ergebnisse. Die Umstellung der Mobilität trage entscheidend zur kostengünstigen Dekarbonisierung bei.

Die Bundesregierung hat zwar im vergangenen Jahr eine Kaufprämie für Elektroautos aufgelegt. Diese wird jedoch bislang kaum in Anspruch genommen. Vom selbst erklärten Ziel, bis 2020 rund eine Millionen Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, ist die Bundesregierung noch weit entfernt.

Seinen aktuellen Jahresbericht mitsamt der Analyse wird Energy Brainpool offiziell in der kommenden Woche auf der E-World in Essen präsentieren. (Sandra Enkhardt)

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Christian Bauer aus Oberndorf

Dienstag, 07.02.2017 18:12

Solange unsere E-Mobilität den Strom nicht ausschliesslich aus "regenerativer" Energie bezieht, ist sie Augenwischerei. Warum werden wir nicht konkret: E-Autos dürfen nur mit Öko-Strom betrieben werden. [...]

Thomas Bernhard aus Koblenz

Samstag, 04.02.2017 22:08

Im „Energie BrainReport 2017“ werden die Auswirkungen eines völligen Umstiegs auf Elektromobilität im Individualverkehr bis 2050 in Deutschland untersucht, und es wird davon ausgegangen, dass der [...]

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Kommentare 1 - 2 von 2

Christian Bauer aus Oberndorf

Dienstag, 07.02.2017 18:12

Solange unsere E-Mobilität den Strom nicht ausschliesslich aus "regenerativer" Energie bezieht, ist sie Augenwischerei. Warum werden wir nicht konkret: E-Autos dürfen nur mit Öko-Strom betrieben werden. Das wäre über smartmeter möglich. Strom nach Art von "greenwashing", wie es mit den Pumpspeichern in Österreich möglich ist, darf da nicht einfliessen. Das wäre aufrichtig!

Thomas Bernhard aus Koblenz

Samstag, 04.02.2017 22:08

Im „Energie BrainReport 2017“ werden die Auswirkungen eines völligen Umstiegs auf Elektromobilität im Individualverkehr bis 2050 in Deutschland untersucht, und es wird davon ausgegangen, dass der CO2-Ausstoß bei Energieerzeugung und Privatverkehr um rund 70% gegenüber jetzt reduziert werden. Seit Paris ist das Ziel aller Staaten der Welt eine Erderwärmung weit unter 2 Grad, möglichst nur 1,5 Grad. Dieses Ziel und die zugehörigen Maßnahmen wurden bisher von der Bundesregierung und zahlreichen Akteuren nicht nachgeschärft. Die vom New Climate Institute in Köln vor einem Jahr veröffentlichte Studie zeigt auf, dass für diese Zielerreichung in Deutschland der Verkehr bis 2035 komplett elektrifiziert sein muss und die Stromerzeugung bis 2030 komplett CO2-frei sein muss. Ich kenne zm 1,5-Grad-Ziel keine anderen Studien. 2050 ist zu spät, auf 30% reduzieren ist zu wenig. Es ergibt sich, dass wir entweder viel schneller planen und handeln, oder die 1,5 Grad gar nicht ernst meinen. Das sollte in die Debatte immer wieder eingebracht werden.
Dr. Bernhard, Koblenz

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