Was die Krise im Nahen Osten für Haushalte bedeutet: Wenn Öl knapp wird, scheint die Sonne weiter

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Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und die die schwere Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sorgen derzeit für Nervosität an den Zapfsäulen und an den Energiemärkten. Für viele Haushalte stellt sich einmal mehr die Frage: Wie sicher ist unsere Energieversorgung eigentlich, wenn sie von fernen Krisenregionen abhängt?

Wenn globale Transportwege ins Stocken geraten, steigen häufig auch die Preise für Öl, Gas und Strom. Eine Energiequelle bleibt jedoch von geopolitischen Krisen weitgehend unberührt: die Sonne über unseren Dächern.

„Globale Transportwege können unterbrochen werden –lokal erzeugte Energie ist deutlich weniger von internationalen Handelsrouten abhängig“, sagt Energieexperte Hannes Klinger von getAutark. „Man kann die Weltpolitik nicht beeinflussen, aber man kann entscheiden, woher der Strom für das eigene Haus kommt.“

Eigenstrom wird für Haushalte immer attraktiver

Immer mehr Haushalte setzen daher auf eigene Photovoltaikanlagen als Investition in die Zukunft. Sie produzieren Strom direkt am eigenen Dach und reduzieren damit die Abhängigkeit von Energieimporten und schwankenden Strompreisen.

In Kombination mit Batteriespeichern kann der selbst erzeugte Strom auch abends oder in der Nacht genutzt werden. Moderne Energiemanagementsysteme sorgen zudem dafür, dass Geräte wie Waschmaschine, Wärmepumpe oder E-Auto bevorzugt dann laufen, wenn ausreichend eigener Solarstrom vorhanden ist.

Der Effekt: Je mehr Energie direkt vor Ort erzeugt und genutzt wird, desto weniger wirken sich Preisschwankungen auf internationalen Märkten auf den eigenen Haushalt aus.

Investitionen werden günstiger – Förderungen verbessern sich

Neben der steigenden Nachfrage verbessert sich auch die wirtschaftliche Situation für neue Anlagen. Photovoltaik-Technologie ist in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden, während staatliche Förderprogramme den Einstieg zusätzlich erleichtern.

So stehen auch 2026 wieder staatliche Investitionszuschüsse nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) zur Verfügung. Für kleinere Photovoltaikanlagen bis 10 kWp können Haushalte bis zu 160 Euro pro installiertem Kilowattpeak erhalten, für Anlagen bis 20 kWp 150 Euro pro kWp. Batteriespeicher werden mit rund 150 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität gefördert.

Der erste Fördercall für das Jahr startet am 23. April und läuft bis 11. Mai 2026. Ziel der Förderung ist es, den Ausbau erneuerbarer Energie weiter zu beschleunigen und mehr Haushalten den Einstieg in die eigene Stromproduktion zu ermöglichen (Quelle: PV Austria).

„Viele unterschätzen, wie stark sich die Wirtschaftlichkeit verbessert hat“, erklärt Klingler. „Technologie wird günstiger, Förderungen helfen beim Einstieg und gleichzeitig sehen wir, wie volatil Energiepreise sein können.“

Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit entscheiden sich daher immer mehr Haushalte, ihre Energieversorgung zumindest teilweise selbst in die Hand zu nehmen. „Die Sonne schickt uns keine Rechnung und sie lässt sich nicht blockieren“, so Hannes Klingler.

Quelle:
PV Austria, EAG-Investitionszuschuss 2026: https://pvaustria.at/eag-investzuschuss/
getAutark, Photovoltaikanlage: https://getautark.com/photovoltaikanlage/