Uniper mit außerordentlich erfolgreichem Geschäftsjahr 2023

Teilen

Uniper hat im Geschäftsjahr 2023 ein bereinigtes EBIT von 6.367 Mio. € erzielt. Im Krisenjahr 2022 lag das bereinigte EBIT bei -10.877 Mio. €. Uniper hat von einem vorteilhaften Marktumfeld insbesondere durch Sicherungsgeschäfte im Bereich der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken sowie im Gas-Midstream-Geschäft profitiert. Darüber hinaus schlugen sich erfolgreiche Termingeschäfte zur Absicherung der offenen Gaslieferverpflichtungen, die aus der Kürzung russischer Gaslieferungen resultierten, positiv im Ergebnis nieder.

Im Segment Europäische Erzeugung lag das bereinigte EBIT mit rund 2.257 Mio. € signifikant über dem Vorjahresergebnis in Höhe von 741 Mio. €. Diese sehr deutliche Verbesserung ist insbesondere auf Ergebnisbeiträge aus erfolgreichen Sicherungsgeschäften im Bereich der konventionellen Erzeugung zurückzuführen.

Zusätzlich positiv wirkte die Rückkehr des Steinkohlekraftwerks Heyden 4 in den kommerziellen Betrieb. Des Weiteren positiv wirkten Preiseffekte in der Wasserkraft und der schwedischen Kernenergie, wobei erstere zusätzlich, im Vergleich zum Vorjahr, von geringeren Preisverwerfungen zwischen dem Systempreis und den schwedischen Preiszonen profitierten.

Insgesamt lag die Stromproduktion der Uniper-Kraftwerke rund 13% unter der des Vorjahres. Dadurch sanken auch die CO2-Emissionen im Rahmen von Scope 1 um 24% auf 19,4 Mio. Tonnen.

Das bereinigte EBIT im Segment Globaler Handel lag mit knapp 4.104 Mio. € deutlich über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -11.232 Mio. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den Wegfall der Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung von Gas zurückzuführen. Positive Ergebnisbeiträge kamen außerdem aus der Optimierung des Gasportfolios und der Gasspeicher. Das internationale Portfolio konnte insbesondere von einer guten Entwicklung des LNG-Geschäftes profitieren.

Der bereinigte Konzernüberschuss folgte im Wesentlichen dem bereinigten EBIT und lag im Geschäftsjahr 2023 mit 4.432 Mio. € deutlich über dem des Vorjahres in Höhe von -7.401 Mio. €.

Der IFRS-Konzernüberschuss von 6.336 Mio. € lag signifikant über dem Konzernfehlbetrag des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -19.144 Mio. €. Der IFRS-Konzernüberschuss profitierte zum einen stark von den deutlich gesunkenen Commodity-Preisen und der damit einhergehenden Bewertung von Derivaten. Zum anderen war er positiv beeinflusst von der vollständigen Auflösung der 2022 gebildeten Rückstellungen für zukünftig erwartete Verluste im Gasportfolio wegen fehlender russischer Mengen infolge der erfolgreichen Absicherung der offenen Gaslieferverpflichtungen.

Die wirtschaftliche Nettoverschuldung lag zum Jahresende 2022 bei 3.410 Mio. €. Auf Basis des hohen operativen Cashflows in Höhe von 6.549 Mio. € ergab sich eine wirtschaftliche Nettoverschuldung von -3.058 Mio. € zum Jahresende 2023. Es handelt sich somit um eine Netto-Cash-Position.

Bilanzielle Vorsorge für eine erwartete Zahlungsverpflichtung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit der gewährten Beihilfe getroffen

Uniper hat im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2023 eine Rückstellung in Höhe von rund 2,2 Mrd. € für eine erwartete Zahlungsverpflichtung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit der im Jahr 2022 gewährten Beihilfe gebildet. Diese Zahlungsverpflichtung, deren finale Höhe von dem IFRS-Ergebnis und der IFRS-Eigenkapitalplanung 2024 abhängig sein wird, wird Anfang 2025 fällig und soll aus vorhandenen liquiden Mitteln geleistet werden.

Im Dezember 2022 hatte die Europäische Kommission staatliche Beihilfen an Uniper unter bestimmten Auflagen genehmigt. Daraufhin wurden durch die Bundesrepublik Deutschland im Geschäftsjahr 2022 finanzielle Mittel von rund 13,5 Mrd. € im Rahmen von Kapitalerhöhungen bereitgestellt. Gemäß der EU-Beihilfeentscheidung vom 20. Dezember 2022 in Verbindung mit dem zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Uniper geschlossenen Rahmenvertrag vom 19. Dezember 2022 ist Uniper unter anderem verpflichtet, eine etwaige Überkompensation infolge der staatlichen Beihilfen an die Bundesrepublik Deutschland zu zahlen.

Konsequente Umsetzung der EU-Auflagen

Bis Ende 2026 muss Uniper bestimmte nicht-strategische Beteiligungen gemäß den Auflagen der Europäischen Kommission veräußern. Im Mai 2023 wurden der Verkauf des Handelsgeschäfts mit Schiffskraftstoffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die Veräußerung der 20%-igen indirekten Beteiligung an der BBL-Gaspipeline abgeschlossen. Im Februar dieses Jahres wurde eine Vereinbarung zum Verkauf des Gaskraftwerks Gönyű in Ungarn unterzeichnet. Auch die Veräußerung und die Abwicklung des nordamerikanischen Stromgeschäfts im Rahmen von Asset-Deals sind bereits eingeleitet und befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium.

Neue Berichtssegmente eingeführt – Niedrigeres Ergebnis für 2024 aufgrund gesunkener Rohstoffpreise erwartet

Ab dem Geschäftsjahr 2024 wird Uniper entlang der drei Segmente „Green Generation“, „Flexible Generation“ und „Greener Commodities“ berichten. Die neuen Geschäftssegmente reflektieren die strategische Neuausrichtung unseres Unternehmens. Ebenfalls ersetzt ein bereinigtes EBITDA das bereinigte EBIT im Rahmen der finanziellen Steuerung.

Uniper erwartet für das Jahr 2024 ein bereinigtes EBITDA deutlich unter dem Vorjahresniveau 2023 in einer Bandbreite von 1,5 Mrd. € bis 2 Mrd. €. Der bereinigte Konzernüberschuss wird ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau 2023 in einer Bandbreite von 0,7 Mrd. € bis 1,1 Mrd. € erwartet.

Uniper CEO Michael Lewis: „Im zurückliegenden Jahr haben wir wichtige Weichen für die Zukunft von Uniper gestellt. Uniper hat seine finanzielle Stabilität innerhalb kurzer Zeit zurückgewonnen. Mit der im August letzten Jahres vorgestellten neuen Strategie richten wir den Konzern konsequent auf die Zukunft aus. Auf deren Umsetzung liegt unser Fokus. Wir werden rund 8 Milliarden Euro bis 2030 in Unipers grüne Transformation investieren. Neben der Dekarbonisierung und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien spielt die flexible Stromerzeugung eine wichtige Rolle für die Energiewende. Denn ohne diese ist die Energiewende nicht machbar. Wir begrüßen, dass die Bundesregierung sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Kraftwerksstrategie geeinigt hat und sich zugleich für die Einführung eines Kapazitätsmechanismus in Deutschland ab 2028 ausspricht. Mit Siemens Energy haben wir kürzlich eine Zusammenarbeit vereinbart beim möglichen Bau von H2-ready Kraftwerken, die während Dunkelflauten die Energieversorgung aufrechterhalten.“

Uniper CFO Jutta Dönges: „Uniper hat das Jahr 2023 mit außerordentlich gutem Ergebnis abgeschlossen. Das gibt uns finanziellen Spielraum für die konsequente Umsetzung unserer Strategie. Sie ist die Basis für unsere Equity-Story, mit der wir Uniper als attraktives Unternehmen für Investoren am Kapitalmarkt positionieren möchten. Einen ersten Meilenstein dafür haben wir mit der Kapitalherabsetzung Ende letzten Jahres erreicht. Damit ist grundsätzlich die Dividendenfähigkeit von Uniper wieder hergestellt. Mit der Bildung der Rückstellung für eine erwartete Zahlungsverpflichtung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland schaffen wir zudem weitere Klarheit über die finanzielle Lage Unipers. Für 2024 erwarten wir ein niedrigeres Ergebnis aufgrund sinkender Rohstoffpreise. Das Marktumfeld wie auch unsere Ergebnisse normalisieren sich.”