Studie: Kasseler Förderung für Balkonkraftwerke zeigt Wirkung

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2025 knackte die Anzahl der installierten Balkonkraftwerke in Deutschland die 1-Million-Marke, allein in Kassel sind es bereits über 2.500. Die kleinen Photovoltaikanlagen, auch bekannt als Steckersolargeräte, Mini-Solaranlagen oder Balkon-PV-Anlagen, sind kostengünstig und müssen nicht von einer Elektro-Fachkraft installiert werden. Sie senken nicht nur die Stromrechnung, sondern machen das eigene Zuhause auch klimafreundlicher. Seit Oktober 2024 können Bürgerinnen und Bürger der nordhessischen Großstadt Kassel einen Zuschuss für den Kauf eines Balkonkraftwerks bekommen. Er beträgt pauschal 150 Euro pro Haushalt.

Wie sich das Förderprogramm auf die städtischen Installationszahlen auswirkt, hat Ronja Gehrke für ihre Masterarbeit im Studiengang Nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Kassel untersucht. Dazu hat sie Daten aus dem Marktstammdatenregister ausgewertet, in dem alle Betreiberinnen und Betreiber eines Balkonkraftwerks ihre Anlage registrieren müssen. „Für den Untersuchungszeitraum von Oktober 2024 bis Juni 2025 ließ sich ein deutlicher Anstieg in den Installationszahlen nachweisen. Mithilfe statistischer Verfahren können wir zeigen, dass dieser Effekt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Förderprogramm zurückzuführen ist“, erklärt die Kasseler Studentin. Ihr Betreuer Prof. Dr. Guido Bünstorf lobte: „Die Arbeit ist von hervorragender Qualität und weist den Effekt der Förderung überzeugend nach.“

Für die Ermittlung des Effekts wurde die Entwicklung der Installationszahlen in anderen deutschen Großstädten herangezogen, die keine vergleichbare Förderung hatten. Da nicht alle Bürgerinnen und Bürger ihr Balkonkraftwerk wie vorgeschrieben registrierten, seien die Daten im Marktstammdatenregister zwar ungenau und ließen keine exakten Aussagen über die genaue Effektgröße zu. Ein Effekt an sich ist jedoch unstrittig: „Mit verschiedenen Annahmen können wir sicher sagen, dass das Förderprogramm die Anzahl der neu installierten Balkonkraftwerke auf das 1,5- bis 3-fache erhöht hat“, so Ronja Gehrke weiter.