Speicherlücke schließen, Energiewende sichern: Zehn zentrale Forderungen für eine zukunftsfähige Energiepolitik

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Die bundesweiten Demonstrationen am Wochenende erhöhen den Druck auf die Energiepolitik, den Kurs in Richtung erneuerbarer Energien konsequent umzusetzen. Gleichzeitig wächst die Kritik daran, dass energiepolitisch weiterhin zu stark auf fossile Strukturen gesetzt wird.

Vor diesem Hintergrund rückt eine zentrale Herausforderung der Energiewende in den Fokus: die sogenannte Speicherlücke. Während der Ausbau von Wind- und Solarenergie rasant voranschreitet, fehlt es weiterhin an Flexibilität im Energiesystem. Batteriegroßspeicher sind ein zentraler Hebel, um diese Lücke zu schließen und die Energiewende effizient und bezahlbar zu gestalten. Ohne zusätzlichen Speicherausbau drohen steigende Systemkosten und eine weiterhin hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

„Die Lösungen sind da. Was fehlt, ist die konsequente Umsetzung“, sagt Georg Gallmetzer, Mitglied der Geschäftsführung von ECO STOR. „Wenn wir die Speicherlücke nicht geschlossen bekommen, riskieren wir steigende Systemkosten und ineffiziente Netze.“

In diesem Zusammenhang formuliert Gallmetzer zehn zentrale Forderungen an Politik, Regulierung und Netzbetreiber:

1. Speicherausbau beschleunigen
Der Ausbau von Speichern muss massiv beschleunigt werden, um die bestehende Speicherlücke zu schließen und den Ausbau erneuerbarer Energien systemfähig zu machen.

2. Speicher als systemrelevante Infrastruktur anerkennen
Batteriegroßspeicher sind ein zentraler Bestandteil eines stabilen und kosteneffizienten Energiesystems und müssen entsprechend behandelt werden.

3. Technologieoffenheit gewährleisten
Regulatorische Rahmenbedingungen müssen so gestaltet sein, dass sich die effizientesten Technologien im Wettbewerb durchsetzen können.

4. Investitionssicherheit schaffen
Verlässliche und langfristig stabile Rahmenbedingungen sind Voraussetzung für private Investitionen in Speicher.

5. Vertrauensschutz einhalten
Bestehende Investitionen dürfen nicht durch nachträgliche regulatorische Eingriffe entwertet werden.

6. Keine zusätzlichen statischen Netzentgelte
Weitere fixe Belastungen für Speicherprojekte gefährden deren Wirtschaftlichkeit und bremsen den Ausbau.

7. Dynamische Netzentgelte einführen

Netzengpässe müssen über Preissignale sichtbar gemacht werden, um netzdienliches Verhalten systematisch zu ermöglichen.

8. Klare Betriebsregeln etablieren
Flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCAs) müssen bundesweit eingeführt werden, um Speicher effizient und sicher ins Netz zu integrieren.

9. Zieldreieck ermöglichen
Regulatorik muss sicherstellen, dass Netzdienlichkeit, Systemsicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit gleichzeitig erreicht werden können.

10. Speicher für mehr Unabhängigkeit nutzen
Der gezielte Ausbau von Speichern reduziert fossile Importabhängigkeiten und stärkt die geopolitische Resilienz Deutschlands.

Ein Beispiel dafür, wie Speicher erfolgreich in das Energiesystem integriert werden können, liefert der Batteriegroßspeicher im schleswig-holsteinischen Bollingstedt. Dort wurde gemeinsam mit dem Netzbetreiber ein Betriebsmodell entwickelt, das Netzdienlichkeit, Systemsicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander vereint.

„Wir wissen heute, dass Batterien nicht nur technisch funktionieren, sondern das System insgesamt effizienter machen. Die Branche steht bereit: Mit Innovation, Investitionen und großem Engagement kann eine Energieversorgung realisiert werden, die effizienter, günstiger und zuverlässiger ist. Jetzt liegt es an der Politik, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen“, so Georg Gallmetzer.

Ein Hintergrundgespräch mit Georg Gallmetzer zu den Forderungspunkten ist im Podcast „GELADEN – der Batteriepodcast“ (19. April 2026) abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=7ky2C6y-O3U

Das Zieldreieck im Speicherbetrieb ist Teil der Konsultationseingabe von ECO STOR im Rahmen des AgNes-Prozesses der Bundesnetzagentur: https://www.eco-stor.de/Publikationen/ECO_STOR_Positionspapier_zum_AgNes-Prozess_der_BNetzA.pdf