Klimaschutz wird vor Ort geschaffen

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Die 26. Weltklimakonferenz in Glasgow zeige einmal mehr die unzureichenden Maßnahmen zur Begrenzung des Weltklimas auf 1,5 Grad Erwärmung auf. Die Anstrengungen für die Erreichung der Pariser Ziele müssen deutlich gesteigert werden, sonst artet der Klimawandel in noch größere Katastrophen aus als sie 2021 schon sichtbar wurden.
 
Wesentlich größere Anstrengungen müssen auch in Rheinland-Pfalz erfolgen. Im Ausschuss für Klima, Energie und Mobilität stellte Ministerin Anne Spiegel kürzlich eine Halbjahresbilanz zur Lage der Erneuerbaren Energien vor. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2021  lediglich 10 Windräder errichtet, aber gleichzeitig auch 7 Windräder abgebaut. Dadurch sei der Leistungszuwachs nur auf 32 Megawatt elektrischer Leistung bei Wind gesteigert worden. Der Koalitionsvertrag sehe aber eine jährliche Leistungssteigerung von 500 MW vor. Da sei es absehbar, dass die eigenen Ziele in 2021 nur noch schwer erreichbar sind.
 
Auch beim Zuwachs der Solarenergie liege das Land weit hinter seinen Zielen zurück. Im ersten Halbjahr wurden 105 MW Solarenergieleistung neu in Rheinland-Pfalz installiert. Für das ganze Jahr sollten nach dem Koalitionsvertrag aber 500 MW entstehen. Auch hier bedarf es größerer Anstrengungen um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Abgesehen davon ermittelte der Landesverband Solarenergie Rheinland-Pfalz in einer Metastudie der Initiative Südfalz-Energie e.V. einen siebenmal höheren Bedarf von jährlich 3.500 MW um die Energiewende zumindest bis 2040 zu erreichen.
 
Jedes Jahr, in dem die Ziele nicht erreicht werden, müssen die Anstrengungen in den kommenden Jahren noch größer werden. Deshalb drängt der Verband darauf, dass Jahr für Jahr die Erreichung der Ziele durch Evaluationen geprüft und bei Zielverfehlungen sofortige Steuerungsmaßnahmen erfolgen müssen.
 
Neben vermehrten Dachanlagen müssen Fördermöglichkeiten für steckerfertige Minisolaranlagen, bessere Rahmenbedingungen für Agrophotovoltaik, Pilotprojekte für strukturintegrierte PV Anlagen, wie beispielsweise  auf Autobahnflächen, und vor allen Dingen weitere Erleichterungen für Photovoltaik Freiflächenanlagen geschaffen werden, so der Solarverband Rheinland-Pfalz abschließend. Dass das Landessolargesetz erst 2023 in Kraft treten soll, müsse unbedingt nachverhandelt werden.