Im Beisein des saarländischen Wirtschaftsministers Jürgen Barke und zahlreicher Projektpartner wurde heute die größte Photovoltaik-Freiflächenanlage im Saarland offiziell in Betrieb genommen. An der Eröffnung nahmen zudem Vertreterinnen und Vertreter von MaxSolar, dem Netzbetreiber VSE, dem Betriebspartner Famis, der GLS Bank sowie weitere Projektbeteiligte teil. Die Anlage wurde vom Geschäftsführer der Linslerhof Solar GmbH, Oliver von Boch, offiziell ans Netz gebracht.
Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 30 Hektar und verfügt über eine installierte Leistung von 38,5 Megawatt (MWp). Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 41 bis 42 Gigawattstunden kann die Anlage rechnerisch den Jahresbedarf von etwa 12.000 Haushalten decken.
Der Linslerhof ist seit über 200 Jahren im Familienbesitz und war über Generationen hinweg landwirtschaftlich geprägt. Mit Projekten im Bereich erneuerbarer Energien wird der Standort bewusst weiterentwickelt – als Beitrag zu nachhaltiger Energieerzeugung und regionaler Verantwortung.
Oliver von Boch, Geschäftsführer der Linslerhof Solar GmbH: „Dieses Projekt ist für uns vor allem ein Ausdruck von Verantwortung: für den Boden, für die Region und für kommende Generationen. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist keine Abkehr von unserer Geschichte, sondern ihre zeitgemäße Fortführung.“
Jürgen Barke, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlands: „Beim Thema Sonnenenergie ist das Saarland bundesweiter Spitzenreiter. Der Ausbau der erneuerbaren Energien zeigt eindrucksvoll, wie langfristiges Engagement und konsequente Investitionen die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke des Saarlandes voranbringen. Projekte wie der Solarpark Linslerhof leisten einen zentralen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts und tragen zur nachhaltigen Energieversorgung sowie zu unserer Zukunftsfähigkeit bei.“
Petra Berg, Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlands: „Photovoltaik ist auf solchen ertragsarmen Flächen eine effiziente und zugleich umweltverträgliche Form der Energiegewinnung. Diese Anlage zeigt, wie wir landwirtschaftlich schwächere Böden sinnvoll einsetzen können, um sauberen Strom zu erzeugen, Ressourcen zu schützen und gleichzeitig Raum für Biodiversität zu schaffen. Ein Gewinn für Klima, Natur und Region“
Bewusste Nutzung landwirtschaftlich schwacher Flächen
Errichtet wurde der Solarpark auf Ackerflächen mit durchschnittlich unter 30 Bodenpunkten, die landwirtschaftlich nur geringe Erträge ermöglichen. Zum Vergleich: Auf diesen 30 Hektar hätten unter den gegebenen Bodenverhältnissen rechnerisch lediglich rund 400 bis 500 Menschen pro Jahr mit Nahrungsmitteln versorgt werden können. Auch eine Nutzung für den Maisanbau zur Biogasproduktion hätte lediglich rund 0,5 bis 0,6 Gigawattstunden Strom pro Jahr geliefert – weniger als ein Prozent der heutigen Strommenge.
Photovoltaik als effiziente Flächennutzung
Die Photovoltaikanlage erzeugt damit ein Vielfaches an Energie pro Hektar gegenüber alternativen Nutzungsformen. Gleichzeitig kommt sie ohne Düngemittel, Pflanzenschutz, Bewässerung oder intensive Bodenbearbeitung aus und bietet Raum für ökologische Ausgleichsmaßnahmen wie Blühflächen und Biodiversitätskonzepte.
Bürgerbeteiligung als tragende Säule des Projekts
Ein wesentlicher Bestandteil der Projektfinanzierung war die Bürgerbeteiligung über die GLS Crowd. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus der Region haben sich finanziell am Solarpark beteiligt und damit aktiv zur Umsetzung des Projekts beigetragen. Viele der beteiligten Bürgerinnen und Bürger waren auch Gäste bei der heutigen Eröffnungsveranstaltung.
Die Bürgerbeteiligung ermöglicht es, die Energiewende direkt vor Ort mitzugestalten und die regionale Wertschöpfung zu stärken.
Beitrag zur regionalen Energiewende
Der Solarpark ist ein wichtiger Baustein für die regionale Energiewende und die Versorgungssicherheit im Saarland. Angesichts des steigenden Strombedarfs durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Digitalisierung und energieintensive Zukunftstechnologien ist der Ausbau erneuerbarer Energien ein entscheidender Standortfaktor.
Beitrag zur Energieunabhängigkeit Deutschlands
Der Ausbau von Solar- und Windenergie ist zugleich ein zentraler Baustein für die Energieunabhängigkeit Deutschlands. Jede zusätzlich erzeugte Kilowattstunde aus heimischen erneuerbaren Quellen reduziert den Import von fossilen Energieträgern und stärkt die Versorgungssicherheit. Gerade in einem zunehmend volatilen geopolitischen Umfeld zeigt sich, wie wichtig eine dezentrale, inländische Energieerzeugung ist. Projekte wie der Solarpark Linslerhof leisten damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur strategischen Unabhängigkeit Deutschlands, zur Stabilisierung der Energiepreise und zur langfristigen Sicherung des Wirtschaftsstandorts.
Erfolgsprojekt durch partnerschaftliche Zusammenarbeit
Das Projekt wurde durch die enge Zusammenarbeit von Kommune, Landespolitik, dem Netzbetreiber VSE, dem Finanzierer GLS Bank, dem Betriebspartner Famis sowie dem Projektierer MaxSolar realisiert. Es gilt als Beispiel dafür, wie die Energiewende durch pragmatische Lösungen, Bürgerbeteiligung, regionale Wertschöpfung und partnerschaftliches Handeln konkret umgesetzt werden kann.
Nächster Schritt: geplanter Batteriespeicher
Als nächster Entwicklungsschritt ist am Standort die Errichtung eines Batteriespeichers mit einer Leistung von rund 20 Megawatt geplant. Der Speicher soll dazu beitragen, Netzspitzen zu glätten und die erzeugte erneuerbare Energie systemdienlich und effizient zu nutzen. Damit entwickelt sich der Solarpark zu einem integrierten Energiebaustein, der nicht nur Strom erzeugt, sondern auch aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt.
Mit der Inbetriebnahme der Anlage – und der Perspektive eines ergänzenden Batteriespeichers – ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlichen, sicheren und regional verankerten Energieversorgung im Saarland getan.





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