gridX macht G100-konformes Energiemanagement-Gateway für Haushalte und Ladeparks im Vereinigten Königreich verfügbar

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Aachen, 2. April 2026 – gridX, ein Vorreiter im Hinblick auf die Erfüllung regulatorischer Anforderungen im UK, ist derzeit der einzige reine Energiemanagement-Anbieter aus Europa, der ein G100-2-konformes lokales (Heim-)Energiemanagement-Gateway, die „gridBox“, vertreibt, das sowohl den Import und Export von Strom für den privaten Heimgebrauch als auch den Import für das Laden von Elektroautos (EVs) im gewerblichen Bereich ermöglicht. Damit baut das Unternehmen seine Präsenz im UK weiter aus und unterstützt Hausbesitzer und Betreiber von Ladeparks dabei Kosten zu sparen, Geräte verschiedener Hersteller (OEMs) zu nutzen und strenge Netzanforderungen zu erfüllen. G100 ist eine technische Netzanschlussregel der Energy Networks Association, die vorschreibt wie viel Strom Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen), EVs und andere dezentrale Energieanlagen aus dem britischen Niederspannungsnetz beziehen oder in dieses einspeisen dürfen, um dessen Stabilität zu gewährleisten.

Haushalte tragen zur Netzstabilität bei und profitieren finanziell

Ein smartes Home-Energy-Management-System (HEMS) verbindet PV-Anlagen, Heimspeicher, Wärmepumpen, Wallboxen und intelligente Stromzähler zu einem gemeinsamen, interoperablen System und steuert Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch eines Haushalts auf intelligente Weise. Das G100-konforme HEMS von gridX erlaubt es dem Haushalt, seine Eigenverbrauchsquote zu steigern und seine Stromkosten zu senken, indem er den Stromverbrauch nach dynamischen Tarifen optimiert und dabei die Beschränkungen für Einspeisung und Bezug einhält. Die G100-Konformität bildet zudem die Grundlage dafür, dass ein Haushalt aktiv an Flexibilitätsdiensten teilnehmen kann, die die Vermarktung gebündelter Haushaltsflexibilität möglich machen. Mit solchen Programmen können Haushalte und Stromanbieter Geld verdienen, wenn sie die G100-Limits einhalten.

Niedrigere Kosten und Konformität in Ladeparks trotz steigender Nachfrage

G100-konformes Energiemanagement ist auch im Anwendungsfall der EV-Ladeparks von entscheidender Relevanz. Anders als im Haushaltsbereich ist die gridBox hier bislang nur für G100-konforme Netzeinspeisung und somit für unidirektionales Laden zugelassen. Folglich können CPOs mit dem Energiemanagementsystem (EMS) von gridX Lasten dynamisch steuern und mehr Ladepunkte in die bestehende Infrastruktur integrieren, EVs automatisch in Zeiten niedriger Strompreise aufladen und Lastspitzen kappen, um Netzentgelte zu minimieren. Das EMS unterstützt zudem die Anbindung von PV- und Batteriespeichersystemen, was einen Stromverbrauch erlaubt, der über physische Netzgrenzen hinausgeht. Zusätzlich unterstützt die G100-Konformität CPOs dabei ihre Betriebskosten zu minimieren und sicherzustellen, dass innerhalb ihrer Ladeparks die G100-Grenzwerte jederzeit eingehalten werden.
Um in Zukunft zusätzliche Formen der Flexibilität sowie bidirektionales Laden unterstützen zu können, arbeitet gridX an einer Einspeisegenehmigung fürs Gateway.

Installateuren kommt das gestiegene Anforderungsprofil zugute

Seit der Einführung von G100 tragen Installateursbetriebe im UK eine größere regulatorische Verantwortung und unterliegen strengeren Anforderungen an Dokumentation und Compliance.
Ein G100-konformes (H)EMS hilft Installateuren diese Komplexität zu verringern, indem es den Planungsaufwand reduziert und Prozesse standardisiert; gleichzeitig senkt es ihr Haftungsrisiko, indem es die Einhaltung der Import- und Exportbeschränkungen gewährleistet. Außerdem gibt es Installateursbetrieben und Hausbesitzern die Freiheit mehrere Geräte vieler verschiedener OEMs auszuwählen und bestehende Energieanlagen durch neue zu ersetzen – wobei sie sicher sein können, dass die Konformität auch bei höheren Lasten gewährleistet bleibt. Berechnungen von gridX zufolge belief sich die Zahl der UK-Haushalte mit mindestens einer bestehenden dezentralen Energieanlage, die für die Nachrüstung („Retrofitting“) eines HEMS geeignet wäre, Ende 2025 auf rund 3,2 Millionen – mit entsprechendem Umsatzpotenzial für Installateursbetriebe und Energieversorger, die konforme Hardware installieren.
Ein G100-konformes EMS in Ladeparks ermöglicht eine schnellere Skalierung der Infrastruktur, indem es Genehmigungsverfahren beschleunigt, Dokumentation und Abrechnung optimiert und sicherstellt, dass die Vorgaben der Netzbetreiber automatisch eingehalten werden.

Marcel Müller, Vice President Technology, sagt: „Eine erfolgreiche Energiewende erfordert Vereinfachung – und doch kommen im Energie- und E-Mobilitätssektor immer mehr regulatorische Anforderungen wie G100 hinzu. Die Einführung unseres agilen Energiemanagementsystems im UK, das nicht nur die Konformität verschiedener Anlagentypen unterschiedlicher OEMs gewährleistet, sondern auch zusätzliche Wertströme für Flexibilität und damit neue Umsatzströme eröffnet, bringt uns unserem Ziel, gridX als Europas führende Plattform für die Vernetzung und Flexibilität dezentraler Energiequellen zu etablieren, einen weiteren Schritt näher.“

Redaktionelle Anmerkungen

Die Liste aller G100-konformen lokalen (H)EMS-Gateways ist auf der Webseite der Energy Networks Association verfügbar: https://connect-direct.energynetworks.org/device-databases/search-gen?category_id=5&device_type_id=13&compliance_status_id=Compliant

Der Berechnung des Retrofitting-Potenzials liegen folgende Quellen zugrunde: (1) The MCS Data Dashboard, (2) SMMT, (3) UK Government Statistics, (4) Zapmap, (5) Interviews mit Partnern und Geschäftskunden sowie (6) Daten des Beratungsunternehmens LCP Delta.

In Deutschland gibt es kein exaktes Pendant zu G100. Am nächsten kommen ihm die Anschlussregel § 9 EEG, die sich wie G100 der netzdienlichen Integration erneuerbarer Energie ins Stromnetz widmet, und § 14a EnWG bzw. MiSpeL, die sich darauf konzentrieren Ladepunkte und Speicher ins Netz zu integrieren und deren Flexibilität zur Vermarktung verfügbar zu machen.