Dezentrale Energiewende auf ganz neuem Niveau

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100.000 Haushalte in Deutschland versorgen sich laut einer aktuellen Schätzung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin bereits aus einem Mini-Solarkraftwerk selbst mit sauberem Sonnenstrom. Das wirkt umso erstaunlicher, als diese auch als „Balkonkraftwerk“ oder „Stecker-PV“ bekannten Geräte hierzulande erst seit wenigen Jahren regulär betrieben werden können. Die schnelle Verbreitung erklärt sich aber über einen ganz einfachen Umstand: Im Gegensatz zu größeren Anlagen sind die kleinen Kraftpakete auch für Miet- und Eigentumswohnungen geeignet, da sie einfach per Stecker mit dem Hausstrom verbunden werden können.

„Wir erleben aktuell einen echten Boom.“ sagt Christian Ofenheusle, Betreiber der Plattform MachDeinenStrom.de und Fachmann für die Technologie. „Seit 2018 verdoppelt sich die Anzahl der kleinen Solarkraftwerke jedes Jahr, und zwar sowohl in Hinsicht auf die betriebenen Geräte, als auch was die am Markt verfügbaren Modelle angeht.“ Damit Neueinsteiger in die Technologie dennoch den Überblick bewahren können, wird auf MachDeinenStrom.de einmal im Jahr eine umfassende Marktübersicht veröffentlicht. Über 400 Modelle haben Ofenheusle und sein Team in diesem Jahr detailliert unter die Lupe genommen und in ihrem gerade veröffentlichten „Mini-Solar-Ranking“ miteinander verglichen.

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. So hat sich etwa die durchschnittliche Leistung der Geräte im Vergleich zum Vorjahr um fast 16% gesteigert. Im selben Zeitraum ist der Preis pro Wattpeak an Leistung um rund 6% gefallen. Neue Technologien wie Halbzellen- und No-Hotspot-Module erhöhen die Erträge. Dadurch finanziert sich ein Mini-Solarkraftwerk durch eingesparte Stromkosten nach Berechnungen verschiedener Anbieter schon nach vier bis sechs Jahren selbst. Ultraleichte Glasfaser-Module sowie eine wachsende Zahl an professionellen Montagesystemen ermöglichen zudem die Anbringung in Eigenregie.

„Wir sehen einen klaren Trend zur Eigenversorgung mit grünem Strom.“ meint Ofenheusle. Und das hat weitreichende Konsequenzen. Bei einem von Fachkreisen geschätzten Potenzial von 5 Mio. Geräten könnten Mini-Solarkraftwerke gleich eine ganze Anzahl von Kohlemeilern ersetzen. Und da die selbst erzeugte Energie gleich im Haushalt verbraucht wird, schont man beim Stromsparen auch noch das Stromnetz. Davon profitieren letztlich alle Verbraucher.