Dieser Beitrag analysiert kurz die Auswirkungen der seit Juli 2025 gestarteten strukturellen Konsolidierung der chinesischen Photovoltaikindustrie auf Modulpreise, Produktstrukturen und Beschaffungsstrategien in Europa. Den vollständigen Artikel finden Sie unter: „Chinas PV-Konsolidierung und die Marktanpassung in Europa”
1. Politisch gesteuerte Marktbereinigung gestartet
Chinas Zentrales Finanz- und Wirtschaftskomitee erklärte im Juli 2025 den Kampf gegen „ungeordneten Preiswettbewerb“ zur Priorität. Kurz darauf einigten sich 14 führende Hersteller wie Jinko, Tongwei und Longi auf eine temporäre Drosselung. Auch Glasproduzenten reduzierten ihre Auslastung um 30 %. Laut InfoLink betrug Chinas Modulkapazität 2023 über 500 GW – bei einer globalen Nachfrage von nur rund 360 GW.
Neben Überkapazitäten adressiert die Politik auch Marktverzerrungen, ausgelöst durch den schnellen Technologiewechsel hin zu TOPCon- und HJT-Modulen. Der Spotpreis für TOPCon fiel im Mai 2025 zeitweise unter 0,082 €/Wp – unter Produktionskosten. Ziel der Eingriffe ist die Wiederherstellung marktwirtschaftlicher Preisbildung und Investitionsfähigkeit der Branche.
2. Technologischer Strukturwandel setzt sich fort
Mit abflachender Überproduktion, politischem Druck und beginnender Lagerbereinigung stabilisieren sich die Preise – vor allem bei hochwertigen Produkten. TOPCon-Module erreichten laut TrendForce Exportpreise von 0,091–0,105 €/Wp. Die Stabilisierung wird vor allem von leistungsstarken Technologien getragen. Während PERC-Produkte an Bedeutung verlieren, dominieren TOPCon- und HJT-Module im Gewerbe- und Freiflächenbereich.
Auch IBC-Module gewinnen an Relevanz – besonders bei Projekten mit hohen Anforderungen an Temperaturverhalten, Schwachlicht oder Designintegration. Immer mehr europäische Projektierer priorisieren nun Lebensdauerertrag, Rückverfolgbarkeit und konsistente Qualität. Der SSI-Standard findet bereits Anwendung in öffentlichen Ausschreibungen und Finanzierungsprüfungen.
3. Strategische Neuausrichtung der Beschaffung
Preis bleibt ein Faktor – aber nicht der einzige. Angesichts wachsender Anforderungen verlagert sich die Priorität auf verlässliche Zertifizierung, stabile Lieferfähigkeit und transparente Produktionsprozesse.
Drei Ansatzpunkte für resiliente Beschaffung:
Lieferanten mit CO₂-Bilanzierung oder SSI-Audit bevorzugen, um Genehmigungs- und Finanzierungsrisiken zu minimieren.
TOPCon und HJT als technologische Basis definieren, IBC-Module gezielt für Sonderanforderungen vorsehen.
Chargenkonsistenz und Liefertermine aktiv managen, insbesondere bei gestaffelten Bauphasen oder Konsortialfinanzierungen.





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