Vor der heutigen Konferenz des Bundesverkehrsministeriums zur Ladeinfrastruktur (LIS) hat der Bundesverband eMobilität (BEM) seine Erwartungen an eine gelingende Überarbeitung des Masterplans Ladeinfrastruktur deutlich reduziert. „Der vorgelegte Entwurf ist Beleg anhaltender Automobil-Fixierung und klammert am leitungsgebundenen Netzverbraucher, mit dem kein Sprung in der Mobilitätswende möglich ist“, sagte BEM-Vorstand und Arbeitsgruppenleiter Markus Emmert am Mittwoch in Berlin.
Der Masterplan liefert anders als erwartet kein Gesamtkonzept für alle eFahrzeuge, sondern lediglich für Automobile. Es fehle an LIS-Konzepten für Leichtfahrzeuge und Last-Mile-Logistik sowie für den Wasser- und Luftverkehr. „Wie soll die Bevölkerung denn umsteigen und die Städte entlasten, wenn es keine geeignete Ladeinfrastruktur gibt“, fragte Emmert. Ebenfalls unklar bleiben die Ableitungen auf die Erneuerbaren Energien, hier gibt es keinerlei Berechnungen über den gestiegenen Bedarf der verkauften eFahrzeuge im Markt; eine ressortübergreifende Zielvorgabe fehlt gänzlich.
Weiterhin ist der Masterplan jenseits der AFIR-Vorgaben der EU erstellt worden, die verschiedene Quoten für die Nutzung der Elektromobilität vorsehen. Durch diesen Tunnelblick treiben die Verantwortlichen derzeit einen nationalen Alleingang voran. Und schließlich findet das bi-direktionale Laden keinerlei Beachtung. „Damit verbleibt das Bundesverkehrsministerium im Denken alter Ressourcenverschwendung und lässt die Technologien der Neuen Mobilität und der Erneuerbaren Energien ungenutzt.“ Ladesäulen können mit Hilfe des bi-direktionalen Ladens einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten und zur Energiesicherheit beitragen. Dazu müssten zahlreiche rechtliche und regulatorische Hürden abgebaut werden, was bislang weder geschehen ist noch in Angriff genommen wurde.
Der überarbeitete Masterplan Ladeinfrastruktur soll in diesem Sommer verabschiedet werden. Ein Neubefassung ist frühestens 2025 möglich.





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