Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, 1. April 2026 – Im Jahr 2025 erreichte die Gesamtkapazität an erneuerbarer Energie nach einem Ausbau von 692 GW – was einem Anstieg von 15,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht – insgesamt 5 149 Gigawatt (GW), wie aus einem neuen Bericht der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) hervorgeht. Die „Renewable Capacity Statistics 2026“ zeigen zudem, dass erneuerbare Energien mit einem Anteil von 85,6 % den Ausbau der Gesamtkapazität von Energiequellen dominieren, während nicht erneuerbare Energien weiterhin nur einen geringeren Anteil daran ausmachen.
Durch geopolitische Spannungen rückt das Thema Energie erneut ins weltweite Rampenlicht. Die Eskalation im Nahen Osten weckt neue Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Preisschwankungen fossiler Brennstoffe. Vor diesem Hintergrund gewinnen erneuerbare Energien an Bedeutung. Mit ihnen sind resilientere Energiesysteme möglich, die weniger anfällig für internationale Krisen sind. Erneuerbare Energie wird vor Ort erzeugt, sie ist kostengünstig und sofort abrufbar.
Ein höherer Anteil erneuerbarer Energien im nationalen Energiemix führt in der Regel zu einer geringeren Abhängigkeit von internationalen Brennstoffmärkten.Generaldirektor der IRENA, Francesco La Camera, kommentierte die Ergebnisse wie folgt: „Inmitten unsicherer Zeiten schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien beständig und unerschütterlich voran. Dies ist nicht nur ein Zeichen für bestimmte Marktpräferenzen, sondern belegt auch mit aller Deutlichkeit, dass erneuerbare Energien Stabilität bieten. Ein stärker dezentralisiertes Energiesystem mit einem wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien und mehr Marktteilnehmern ist strukturell gesehen stabiler. Länder, die in die Energiewende investiert haben, überstehen diese Krise mit geringeren wirtschaftlichen Schäden, da sie damit für mehr Energiesicherheit, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit sorgen.“
Wie bereits im Vorjahr machte die Solarenergie mit 511 GW bzw. einem Anteil von etwa 75 % den größten Teil des Gesamtausbaus an erneuerbaren Energien aus. Die Windenergie folgte mit einem Zuwachs von 159 GW. Zusammen verzeichneten Solar- und Windenergie im vergangenen Jahr 96,8 % des gesamten Nettoausbaus bei den erneuerbaren Energien. Dies spiegelt den größten Kostenrückgang unter allen Technologien im Bereich der Erneuerbaren wider. Die Bioenergie belegte mit einem jährlichen Wachstum von 2,3 % den dritten Platz und trug 3,4 GW zum Gesamtausbau der erneuerbaren Energien bei.
Der Bericht bestätigt jedoch auch die anhaltenden und erheblichen Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen. Asien lag mit einem Anteil von 74,2 % an der gesamten neu installierten Leistung aus erneuerbaren Energien weiterhin an der Spitze; der Ausbau von 513,3 GW entspricht einer Wachstumsrate von 21,6 %. Afrika verzeichnete seinen höchsten Leistungszuwachs mit einem Anstieg um 15,9 % bzw. 11,3 GW, angeführt von Äthiopien, Südafrika und Ägypten. Eine weitere Region, die ihren bisher größten jährlichen Zuwachs verzeichnete, ist der Nahe Osten, der um 28,9 % zulegte und von Saudi-Arabien angeführt wurde.
Bei der weltweiten Gesamtkapazität behält Asien erwartungsgemäß seine Spitzenposition mit 2 891 GW aus erneuerbaren Energien, gefolgt von Europa mit insgesamt 934 GW. Mittelamerika und die Karibik wiesen 2025 mit insgesamt 21 GW die geringste Kapazität aus erneuerbaren Energien auf. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Anfälligkeit von Volkswirtschaften mit geringem Anteil an erneuerbaren Energien und unterstreicht die dringende Notwendigkeit, diesen Anteil im Interesse der Energiesicherheit zu erhöhen.
Eckdaten:
- Solarenergie: Photovoltaik machte 510,3 GW der insgesamt 511,2 GW an neu installierter Solarstromkapazität im Jahr 2025 aus.
- Wasserkraft (ohne Pumpspeicherkraftwerke): Im Jahr 2025 kamen 18,4 GW hinzu, wobei 96 % des Ausbaus auf China entfielen. Äthiopien, Indien, Tansania, Bhutan, Vietnam, Kanada, Österreich, Indonesien und Nepal trugen jeweils mehr als 0,5 GW bei.
- Windenergie: Die Kapazität stieg gegenüber 2024 um 14 %, wobei im Jahr 2025 ein Rekordzuwachs von 158,7 GW verzeichnet wurde. Rund drei Viertel dieses Zuwachses entfielen auf China mit 119,4 GW, während Indien einen Anstieg von 6,3 GW verzeichnete.
- Bioenergie: Die Kapazität stieg um 3,4 GW, angeführt von Japan, das seinen Ausbau der Bioenergiekapazität gegenüber 2024 mehr als verdoppelte und im Jahr 2025 1,1 GW zubaute. China folgte mit einem Kapazitätszuwachs von 0,8 GW und Brasilien mit 0,6 GW.
- Geothermie: Die Kapazität wuchs mit 1,7 % in ähnlichem Tempo wie im Vorjahr an und stieg 2025 um 0,3 GW. Die Philippinen und Indonesien trugen jeweils 0,1 GW zum Ausbau bei, gefolgt von Deutschland, der Türkei und Japan.
- Netzunabhängige Stromerzeugung (ohne Eurasien, Europa und Nordamerika): Die Kapazität stieg um 1,7 GW, angeführt von der Solarenergie mit 1,5 GW. Eine breite Auswahl an Bioenergie trug mit 0,2 GW zur Erweiterung der Gesamtkapazität bei.
Lesen Sie hier in englischer Sprache die vollständigen Statistiken über die Kapazität der erneuerbaren Energien 2026 einschließlich der Eckdaten.





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