Studie: Neue Photovoltaik- und Windkraftanlagen verursachen nur noch 400 Millionen Euro Förderbedarf jährlich
Der 15. Oktober gehörte lange zu den wichtigsten Terminen der deutschen Energiewirtschaft. Jedes Jahr veröffentlichten die Übertragungsnetzbetreiber an diesem Tag die EEG-Umlage für das Folgejahr. Seit dem 1. Juli 2022 spielt sie jedoch keine Rolle mehr auf der Stromrechnung. Die Bundesregierung senkte die Umlage auf null und finanziert die Förderung erneuerbarer Energien seitdem aus dem Bundeshaushalt.
Dennoch sind die Kosten für die Erneuerbaren weiterhin ein großes Thema in der öffentlichen Debatte. Denn nun fließen Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln an die Übertragungsnetzbetreiber, um das EEG-Konto ausgeglichen zu halten. Die Kurzstudie „Förderkosten neue EE-Anlagen“ von Enervis im Auftrag des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) NRW zeigt nun aber auf, dass dieser Finanzierungsbedarf vor allem an den vor Jahren in Betrieb genommenen Anlagen liegt, während Neuanlagen erheblich geringere Kosten verursachen.
Für die betrachteten neuen Photovoltaik- und Windkraftanlagen beziffert Enervis die jährlichen EEG-Förderkosten auf rund 400 Millionen Euro. Dabei werden Windparks an Land sowie Photovoltaik-Anlagen aus den Dach- und Freiflächenausschreibungen berücksichtigt, die seit Anfang 2025 einen Zuschlag erhalten haben, aber bis zum 18. August noch nicht in Betrieb waren. Die Gesamtleistung dieser Anlagen beziffert Enervis mit 37,8 Gigawatt. 258 Millionen Euro der Kosten würden für neue Windparks an Land mit gut 20 Gigawatt Gesamtleistung anfallen, für Photovoltaik-Dachanlagen mit einer installierten Leistung von 7,5 Gigawatt wären es 105 Millionen Euro und für Solarparks mit 10,2 Gigawatt noch 37 Millionen Euro.
Für die bestehenden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 184,3 Gigawatt Leistung ermittelten die Analysten hingegen einen Bedarf von rund 14,8 Milliarden Euro jährlich an EEG-Förderkosten. Aufgrund der gesunkenen Zuschlagswerte in den Ausschreibungen und Erlösen am Strommarkt könne sich der Finanzierungsbedarf zudem zusätzlich verringern.
Enervis hat dabei auch zwischen den verschiedenen Anlagen unterschieden. Die Analysten kommen für die Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Basis des Marktwertniveaus von 2025 auf spezifische Kosten von 0,43 Cent pro Kilowattstunde. Bei Windparks an Land betragen sie 0,61 Cent pro Kilowattstunde und bei Dachanlagen 2,24 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt lägen die spezifischen Förderkosten für Neuanlagen bei 0,72 Cent pro Kilowattstunde, während sie für die Bestandsanlagen 6,58 Cent pro Kilowattstunde betrügen. Generell lägen die Vergütungs- und Zuschlagswerte für die Neuanlagen um 5,86 Cent pro Kilowattstunde niedriger als im EEG-Bestandsportfolio, so die Studie weiter.
„Wer über die Kosten der Energiewende spricht, muss zwischen früheren Vergütungsniveaus und dem heutigen Förderrahmen unterscheiden“, sagt Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). „Die Zahlen zeigen: Neue Erneuerbaren-Anlagen benötigen pro erzeugter Kilowattstunde deutlich weniger finanzielle Unterstützung als das bestehende Anlagenportfolio. Das muss in der politischen Debatte endlich angemessen berücksichtigt werden.“ Die Gesamtzahlungen für das EEG seien daher kein geeigneter Maßstab für die tatsächlichen Kosten des aktuellen Zubaus. Heinen-Esser verweist zudem darauf, dass sich das EEG „vom Förderregime längst in ein Instrument zur Absicherung von Investitionen gewandelt“ habe. „Wir brauchen eine differenzierte Kostenbewertung, die bestehende Verpflichtungen, aktuelle Marktwerte und die tatsächlichen Kosten des Zubaus klar getrennt voneinander betrachtet“, so Heinen-Esser.
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Mit diesen Berechnungen a‘la Baumschule mit Lehrer Ast überraschen mich die Pisastudien in keinster Weise.