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Bundesnetzagentur rechnet mit Photovoltaik-Zubau von 1688 Megawatt im August

Der erwartete Aufschwung bei den Dachanlagen lässt sich aus den Zahlen im Marktstammdatenregister immer noch nicht ablesen. Im Gegenteil: Bis zum Auswertungszeitpunkt bleiben die Zahlen deutlich hinter den Vormonaten zurück, aber Nachmeldungen sind schon einkalkuliert.
Photovoltaik-Zubau bis August 2026, Bundesnetzagentur
Quelle: Bundesnetzagentur

Für den August geht die Bundesnetzagentur von einem Photovoltaik-Zubau von 1687,7 Megawatt aus. Dies geht aus der Veröffentlichung am Dienstag hervor, wobei die Inbetriebnahmen und Stilllegungen aus dem Marktstammdatenregister bis zum 14. September berücksichtigt sind. Angesichts der Meldefrist von vier Wochen für neue Anlagen hat die Bundesnetzagentur einen Puffer von 15 Prozent einkalkuliert. Real waren bis zum Stichtag 1466,7 Megawatt an neuen Photovoltaik-Anlagen für August verzeichnet.

Nach der Abschätzung der Bundesnetzagentur wird der Photovoltaik-Zubau im August damit wohl hinter dem Vormonat zurückbleiben. Für Juli 2026 ist mittlerweile eine Photovoltaik-Leistung von 1854 Megawatt (brutto) zu verzeichnen. Auch im August 2025 lag der Photovoltaik-Zubau mit 2045 Megawatt deutlich höher.

Im laufenden Jahr sind nach der Auswertung der Zahlen bislang 577.380 neue Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 11.374,1 Megawatt in Betrieb gegangen. Bei den Stilllegungen sind bislang 25.732 Anlagen mit insgesamt 122 Megawatt verzeichnet. Die kumuliert installierte Leistung der in Betrieb befindlichen Photovoltaik-Anlagen stieg bis August auf knapp 129,3 Gigawatt. Die Gesamtleistung verteilt sich auf mehr als 6,3 Millionen Photovoltaik-Anlagen.

Die Aufschlüsslung des Zubaus nach Segmenten zeigt auch für August weiterhin keinen Aufschwung bei den Dachanlagen. Nach dem aktuellen Auswertungsstand sind für August bislang gut 30.000 neue Dachanlagen mit insgesamt 440 Megawatt im Marktstammdatenregister neu verzeichnet. Dies ist der zweittiefste Monatswert nach Februar, der witterungsbedingt wenig neue Photovoltaik-Anlagen erlaubt. Im Juli waren noch etwa 47.000 neue Dachanlagen mit insgesamt 757 Megawatt neu registriert worden. Allerdings ist auch für August aufgrund der Meldefrist noch von einer Steigerung der Zahlen auszugehen.

Die Freiflächenanlagen steuerten bislang im August 977,2 Megawatt zum Zubau zu. Insgesamt gingen 149 Solarparks neu in Betrieb. Damit liegt der Zubau in diesem Segment fast auf dem Niveau des Vormonats und erreicht den zweithöchsten Wert des Jahres. Allerdings zeigt sich in den Zahlen, dass einzelne Großprojekte den Wert treiben. Im Juli waren 279 Photovoltaik-Freiflächen mit insgesamt 1054,2 Megawatt neu gemeldet worden. Rein nach der Anzahl der Neuanlagen stellen die 149 Solarparks den zweitniedrigsten Wert nach Februar dar.

Die Neuanmeldungen für Stecker-Solar-Geräte sind im August leicht zurückgegangen. Immerhin fast 40.000 dieser Mini-Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 57,8 Megawatt Leistung sind registriert worden.  

EWS, Zubau nach Segmenten
Die Auswertung von EWS zeigt deutlich, dass die Nachfrage im Kleinanlagensegment nicht wirklich in Schwung kommt. | Quelle: EWS

Der Großhändler EWS nimmt ebenfalls jeweils zur Monatsmitte eine Auswertung des Marktstammdatenregisters vor. Er fragmentiert die Zahlen dabei noch stärker nach den verschiedenen Leistungsklassen. „Insbesondere die für das Solarfachhandwerk relevanten Anlagen bis 750 Kilowatt zeigen im August-Zubau mal wieder ein Langzeittief. Seit Dezember 2022 gab es mit Ausnahme des verschneiten Februars keinen schwächeren Monat“, heißt es in der EWS-Analyse. Dieses Bild spiegele sich auch bei den Batteriespeichern wider. So sei bei Speichern bis 750 Kilowattstunden ein Gesamtzubau von 436,1 Megawattstunden im August zu verzeichnen gewesen, fast 30 Prozent weniger als noch im Juli und 4,7 Prozent weniger als im August 2025. Mit den Großspeichern habe der Zubau bei 823,8 Megawattstunden und somit 57,3 Prozent über den Vorjahresmonat gelegen.

EWS macht dennoch ein bisschen Hoffnung. „Trotz des schwachen Augusts spricht die Auftragslage in Handel und Handwerk dafür, dass sich Nachfrage, vor allem im Aufdachsegment, auf die verbleibenden Monate dieses Jahres konzentriert. Dieser Vorzieheffekt vor den geplanten EEG-Änderungen fällt bislang jedoch schwächer aus als erwartet. Während der BSW erste Vorzieheffekte beobachtete, meldete der Solarenergie Förderverein Ende August noch keinen ausgeprägten Photovoltaik-Boom, was die Zahlen der Bundesnetzagentur bestätigen“, heißt es von EWS. Für das Handwerk gelte es zudem, sich möglichst schnell auf die neuen Bedingungen, die mit dem EEG 2027 kommen werden, vorzubereiten.

Paul Dahm, Geschäftsführer von EWS, erklärte auf Nachfrage von pv magazine: „Die starke nachträgliche Veränderung der im Markstammdatendaten erfassten Zubauzahlen für die Monate Juni und Juli macht deutlich, wie schwer eine sachlich korrekte Interpretation der Zahlen zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung ist. Insbesondere in turbulenten Zeiten wie wir sie aktuell erleben, machen ein paar Monate einen großen Unterschied im Marktgeschehen.“ Es sei jedoch mit zunehmendem Zeitabstand von einer statischen Glättung auszugehen. „Die Entwicklung unserer Auslieferungen und Gespräche mit unseren Handwerkspartnern legen jedoch nahe, dass sich der Vorzieheffekt bei Kleinanlagen in den kommenden Monaten auch statistisch bemerkbar machen wird.“

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