Netzanschlüsse für Batteriespeicher: 574 Gigawatt angefragt, 54 Gigawatt zugesagt
Im Jahr 2025 wurden bei den deutschen Netzbetreibern deutlich mehr Anschlussbegehren für Batteriespeicher eingereicht als im Vorjahr. Nach einer Auswertung der Monitoring-Daten durch die Bundesnetzagentur wurden bei Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern insgesamt 18.158 Netzanschlussbegehren registriert. Das waren 194 Prozent mehr als 2024. Die beantragte Leistung stieg um 43 Prozent auf 573,5 Gigawatt, die Speicherkapazität um 139 Prozent auf rund 1583 Gigawattstunden.
Die Zahl der Anschlussbegehren lässt allerdings keinen direkten Rückschluss auf die Zahl der tatsächlich geplanten Speicherprojekte zu. Nach Angaben der Bundesnetzagentur werden Vorhaben teilweise mehrfach an verschiedenen potenziellen Standorten eingereicht, um die Chancen auf einen Netzanschluss zu erhöhen. Bei mehreren Zusagen werde in der Regel nur einer dieser Standorte realisiert. Zudem unterscheidet der Bonner Behörde zufolge die Erhebung bislang nicht zwischen netzgekoppelten und anlagengekoppelten Batteriespeichern. Dies soll künftig geändert werden.
Netzanschlusszusagen steigen deutlich
Den Anschlussbegehren stehen die erteilten Netzanschlusszusagen gegenüber. Diese stellen verbindliche Angebote für den Abschluss eines Anschlussvertrags dar. 2025 erteilten die Netzbetreiber der Auswertung zufolge insgesamt 1937 solcher Zusagen. Darunter fallen auch Anträge aus früheren Jahren. Die zugesagte Leistung summierte sich auf 54,2 Gigawatt und die Kapazität auf 142,4 Gigawattstunden. Gegenüber 2024 stiegen diese Werte um 119 beziehungsweise 207 Prozent. Die Zahl der Zusagen erhöhte sich um 55 Prozent.
Großteil der Anfragen entfällt auf Verteilnetze
Die große Masse der Anschlussbegehren ging an die Verteilernetzbetreiber. Dort liefen 2025 insgesamt 17.775 Anfragen für 406,8 Gigawatt Leistung und 1185,9 Gigawattstunden Kapazität ein. Von den im selben Jahr gestellten Anträgen erhielten 1429 eine Zusage über zusammen 16,8 Gigawatt und 59,2 Gigawattstunden. Bezogen auf die 2025 eingegangenen Anträge entspricht dies rund acht Prozent der Anfragen und vier Prozent der beantragten Leistung. Unter Einbeziehung älterer Anträge erteilten die Verteilernetzbetreiber 2025 insgesamt 1866 Zusagen über 26,9 Gigawatt und 82,7 Gigawattstunden.
Deutlich weniger, dafür wesentlich größere Projekte werden direkt für das Übertragungsnetz beantragt. Bei den Übertragungsnetzbetreibern gingen 2025 insgesamt 383 Anschlussbegehren über 166,7 Gigawatt Leistung und 396,8 Gigawattstunden Kapazität ein. Für 39 der im selben Jahr eingegangenen Anträge mit zusammen 17,2 Gigawatt und 39,6 Gigawattstunden wurde eine Zusage erteilt. Einschließlich älterer Anschlussbegehren kamen die Übertragungsnetzbetreiber im Gesamtjahr auf 71 Zusagen mit 27,3 Gigawatt Leistung und 59,7 Gigawattstunden Kapazität.
Zum Vergleich mit dem Bestand: Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind im Marktstammdatenregister derzeit 1292 Batteriespeicher mit einem Netzanschluss ab der Mittelspannungsebene verzeichnet. Sie verfügen zusammen über rund 3,6 Gigawatt Nettonennleistung und etwa sechs Gigawattstunden Speicherkapazität.
2026 bereits Zusagen über 24,7 Gigawatt im Übertragungsnetz
Auch 2026 setzt sich die Entwicklung laut Bundesnetzagentur zumindest auf der Übertragungsnetzebene fort. Bis zum 1. April erteilten die Übertragungsnetzbetreiber bereits 64 Netzanschlusszusagen für Batteriespeicher mit insgesamt 24,7 Gigawatt Leistung und 55,4 Gigawattstunden Kapazität. Darin sind auch weitere bearbeitete Anträge aus dem Vorjahr enthalten. Das Volumen der zugesagten Leistung lag damit nach Angaben der Bundesnetzagentur zu diesem Zeitpunkt bereits nahe am Gesamtwert des Jahres 2025.
Die aktuellen Zahlen für 2024 weichen teilweise von den im vergangenen Jahr veröffentlichten Werten ab. Die Bundesnetzagentur hat die Daten nachträglich aktualisiert. Für den Vorjahresvergleich sind daher die jetzt von der Behörde ausgewiesenen Veränderungsraten maßgeblich.
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Die Zusagen im Übertragungsnetz sind völlig OK. Die Zusagen im Verteilnetz sind viel zu niedrig.
Durch die Energiewende stellen wir unsere Erzeugung auf den Kopf. Früher haben fast ausschließlich Großkraftwerke Strom erzeugt. Die haben im Höchstspannungsnetz eingespeist und die Energie wurde dann im Verteilnetz auf die unteren Spannungsebenen verzweigt (Hochspannung, Mittelspannung, Niederspannung).
Die Erneuerbaren speisen fast ausschließlich ins Verteilnetz ein. Windparks und Freiflächen-PV auf Hoch- und Mittelspannungsebene und 50-60 GW PV aus Gebäudeanlagen auf Niederspannungsebene.
Deshalb brauchen wir Speicher vor allem regional im Verteilnetz, da, wo der Strom produziert und verbraucht wird. Damit wir den ganzen Strom eben nicht ins Übertragungsnetz hochschieben, dass wir dafür extrem teuer ausbauen müss(t)en.
Im ersten Zwischenschritt sollten wir bis 2030 500 GWh Batteriekapazität zubauen.