China stellt Batteriespeicher in den Mittelpunkt seiner Erneuerbaren-Strategie
China stellt Speicher in den Mittelpunkt seiner neuen Erneuerbare-Strategie. Damit will das Land die Verfügbarkeit von Windenergie und Photovoltaik im Planungszeitraum der nächsten fünf Jahre verbessern. Das geht aus dem 15. Fünfjahresplan (2026–2030) für die Erneuerbaren hervor, den die chinesische Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und die Nationale Energiebehörde (NEA) veröffentlicht haben.
Das Dokument sieht bis 2030 eine Erneuerbare-Gesamtleistung von rund 3,5 Terawatt vor. Davon entfallen mehr als 2,8 Terawatt auf die Solar- und Windenergie.
In China waren Ende 2025 Batteriespeicher mit einer Leistung von 136 Gigawatt und einer Kapazität von 351 Gigawattstunden in Betrieb – ein Anstieg um 84 Prozent innerhalb eines Jahres und mehr als das 40-Fache gegenüber dem Stand von Ende 2020. Die durchschnittliche Speicherdauer lag bei 2,58 Stunden. Die Leistung der Batteriespeicher war Ende letzten Jahres mehr als doppelt so groß wie die Leistung der Pumpspeicher, die auf 66 Gigawatt kamen.
Lithium-Ionen-Systeme dominierten mit einem Anteil von 96,1 Prozent weiterhin den Markt. Die nationale durchschnittliche äquivalente Auslastung stieg 2025 auf 1.195 Stunden, fast 300 Stunden mehr als im Vorjahr.
Speicher müssen zur Netzsicherheit beitragen
Der neue Erneuerbare-Plan enthält kein eigenständiges Ziel für die Speicherleistung bis 2030. Ein separater nationaler Aktionsplan sieht jedoch vor, dass die Leistung bis Ende 2027 insgesamt 180 Gigawatt übersteigen soll. Die häufig zitierte Prognose von mehr als 370 Gigawatt bis 2030 stammt aus einem Branchen-Weißbuch, nicht aus dem Erneuerbare-Plan.
Stattdessen wird die Speicherleistung im Plan anhand ihres Beitrags zur Netzsicherheit gemessen. Bis 2030 sollen Wind- und Photovoltaik-Projekte einschließlich dort installierter Speicher eine fixe Leistung liefern, die acht Prozent der installierten Leistung entspricht. Ihr Anteil an der Stromversorgung soll während der Spitzenlastzeiten im Sommer und im Winter 20 Prozent übersteigen, etwa 10 Prozentpunkte mehr ist als 2025. China plant zudem, im Laufe des Fünfjahreszeitraums mehr als 300 Gigawatt an gesicherter Erneuerbare-Leistung zuzubauen.
Neue Wind- und Solar-Großkraftwerke müssen in der Regel eine fixe Leistung von mindestens zehn Prozent erreichen. Dabei sind Projektierer angehalten, 20 Prozent zu überschreiten, sofern die Bedingungen dies zulassen. Der Plan sieht zudem eine stärkere Koordination zwischen Erzeugung und Speicherung, einen breiteren Einsatz von netzstabilisierenden Anlagen und genauere Stromprognosen über mehrere Zeitskalen hinweg vor.
Neue Regeln für die Vergütung geplant
Speicher werden zudem in dezentrale Photovoltaik-Anlagen, Projekte zur Integration von Erzeugung, Netz, Last und Speicherung, in virtuelle Kraftwerke und in intelligente Mikronetze integriert. Rechenzentren gelten als flexible Lasten, die mit der Erneuerbare-Erzeugung koordiniert werden könnten.
Auf der Einnahmenseite planen die Behörden, die Mechanismen für Kapazitätsvergütungen sowohl für Pumpspeicherkraftwerke als auch für neue Energiespeicher zu verbessern und schrittweise eine Vergütung für gesicherte Leistung einzuführen. Dies signalisiert eine Verlagerung weg von Speicherkapazitäten, die in erster Linie zur Erfüllung der Anforderungen von Erneuerbare-Projekten errichtet wurden, hin zu Anlagen, die für messbare Netzdienstleistungen vergütet werden.
Der Übergang steht jedoch weiterhin vor Herausforderungen. So hängen die Einnahmen aus der Speicherung nach wie vor von den Marktregeln der Provinzen ab. Das bedeutet unter anderem, dass ein zu rascher Ausbau ins Leere laufen kann, wenn die Einsatzsteuerung und die Vergütungen hinterherhinken. Sicherheit, Systemintegration und die Wirtschaftlichkeit von Technologien mit längerer Speicherdauer werden daher darüber entscheiden, ob Chinas Ausbau der Speicherkapazitäten einen Mehrwert liefert und nicht nur reine Kapazität schafft.
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