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Chinas Photovoltaik-Zubau steuert auf den ersten jährlichen Rückgang seit 2019 zu

Nach Angaben des chinesischen Photovoltaik-Branchenverbands CPIA kehren die Installationen im Inland auf ein nachhaltigeres Niveau zurück und sind weniger politikgetrieben. Dennoch wird sowohl für den chinesischen Markt als auch für den weltweiten Ausbau der Photovoltaik für dieses Jahr eine rückläufige Entwicklung angenommen.
Wang Bohua, CPIA
Wang Bohua gab auf der CPIA-Veranstaltung einen Ausblick auf die Marktentwicklung | Foto: CPIA

Chinas Photovoltaik-Industrie verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres 2026 einen umfassenden Rückgang: Die Produktion sank in allen wichtigen Fertigungssegmenten, und die Installationen im Inland gingen gegenüber dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres stark zurück. Auf der Halbjahresbilanz- und Ausblick-Konferenz des chinesischen Photovoltaik-Industrieverbands CPIA erklärte der ehemalige Generalsekretär Wang Bohua, die Branche durchlaufe derzeit eine „tiefgreifende Anpassung“. Er argumentierte jedoch, dass der Rückgang der Installationen eher eine Rückkehr zu einem nachhaltigeren Wachstum darstelle als eine Umkehr des langfristigen Trends.

China produzierte in den ersten sechs Monaten des Jahres 538.000 Tonnen Polysilizium, was einem Rückgang von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Waferproduktion sank um 7,3 Prozent auf 293 Gigawatt, die Zellproduktion ging um 21,9 Prozent auf 260,7 Gigawatt zurück und die Modulproduktion fiel um 35,1 Prozent auf 201,3 Gigawatt.

Auch die Preise standen weiterhin unter Druck. Anfang Juli lagen die Polysiliziumpreise um 42,3 Prozent unter dem Niveau vom Januar, während die Wafer- und Zellpreise um 28,7 respektive 27,7 Prozent gefallen sind. Die Modulpreise lagen um etwa 3 Prozent höher, was zum Teil auf Änderungen bei den chinesischen Regelungen zur Erstattung von Ausfuhrsteuern zurückzuführen ist.

72 Gigawatt im ersten Halbjahr 2026

Der Photovoltaik-Zubau in China erreichte im ersten Halbjahr 72,07 Gigawatt, was einem Rückgang von etwa 66 Prozent gegenüber den 212,21 Gigawatt im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht. Der Vergleich wurde durch einen Ansturm auf den Netzanschluss von Projekten verzerrt, der stattfand, bevor China im Juni 2025 eine marktbasierte Preisgestaltung für neue Erneuerbaren-Projekte einführte.

Wang erklärte, dass der Zubau von 2026 weiterhin über dem Durchschnitt der ersten Halbjahre von 2021 bis 2024 liege. Auch die monatlichen Installationen verteilten sich gleichmäßiger als in den vorangegangenen fünf Jahren, was auf eine Abkehr von politikgetriebenen Ausbaubooms hindeute.

Der Verband hielt an seiner Prognose von 180 Gigawatt bis 240 Gigawatt neuer Photovoltaik-Leistung in China für das Gesamtjahr fest, verglichen mit rund 315 Gigawatt im Jahr 2025. Selbst am oberen Ende der Spanne würde das Jahr 2026 den ersten jährlichen Rückgang der Installationen in China seit 2019 bedeuten.

Die Exporte bildeten ein teilweises Gegengewicht zum Rückgang im Inland. China exportierte im ersten Halbjahr Wafer, Zellen und Module im Wert von 17,18 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zellexporte stiegen um 36,8 Prozent, während das Exportvolumen bei Modulen um 2,5 % zurückging. Afrika erhöhte dabei seinen Anteil an den chinesischen Modulexporten, was eine allmähliche Diversifizierung über die etablierten europäischen Märkte hinaus widerspiegelt.

CPIA: Auch weltweiter Photovoltaik-Zubau wird 2026 zurückgehen

Die CPIA erwartet, dass der weltweite Photovoltaik-Zubau im Jahr 2026 um 8 Prozent auf 612 Gigawatt zurückgehen werden. Ein Großteil dieses Rückgangs ist auf den politischen Wandel in China zurückzuführen, während Netzengpässe, Einspeisebeschränkungen und negative Strompreise die Projektentwicklung in mehreren internationalen Märkten verlangsamen. Der chinesische Industrieverband rechnet damit, dass sich das weltweite Wachstum ab 2027 wieder beleben wird. Bei jährlichen durchschnittlichen Zuwachsraten von rund sieben Prozent könnte der globale Zubau bis 2030 etwa 864 Gigawatt erreichen.

Der Übergang bleibt jedoch schwierig. Die meisten Hersteller verzeichnen weiterhin Verluste, Netzengpässe schränken den Ausbau ein, und die neue Nachfrage aus aufkommenden Anwendungsbereichen wird die vorhandenen Kapazitäten möglicherweise nicht sofort absorbieren können. Die Erholung der Branche wird daher sowohl von einer Konsolidierung auf der Angebotsseite als auch von der Entwicklung flexiblerer Strommärkte abhängen.

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