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Whitepaper: Was Banken bei der Finanzierung von Batteriespeichern wirklich wichtig ist

Capcora und Suena Energy haben die Faktoren zusammengetragen, die Banken bewerten, wenn sie über die Finanzierung von Speichern entscheiden. Je verlässlicher die Zahlungsströme, umso höher ist der Fremdkapitalanteil. Aber auch die Risikoverteilung spielt eine große Rolle bei der Finanzierung.
Finanzierung von Batteriespeichern, Symbolbild
Quelle: Suena Energy/Capcora

Viele Batteriespeicher-Projekte stehen in den Startlöchern. Neben dem Netzanschluss ist die Finanzierung eines der großen Themen für Investoren. Daher haben Suena Energy und Capcora nun das Whitepaper „Bankability by Design: Finanzierung und Vermarktungsmodelle für Batteriespeicherprojekte“ veröffentlicht. Darin zeigen sie auf, wie Finanzierbarkeit eines Batteriespeicherprojekts durch das Zusammenwirken von Technik, Regulatorik, Wirtschaftlichkeit und Vermarktungsmodell bestimmt wird.

Es geht primär darum welche Kriterien Banken und institutionelle Investoren bei der Kreditprüfung von Batteriespeicherprojekten heranziehen. Nach dem Whitepaper sind es vier zentrale Faktoren: technische Grundlagen, regulatorischer und marktwirtschaftlicher Rahmen, Projektwirtschaftlichkeit sowie kommerzielle Vermarktungsmodelle. Dabei stehen die Faktoren in einer Wechselwirkung zueinander, die maßgeblich über die Finanzierung eines Speicherprojekts entscheidet. Beim Vermarktungsmodell kommt die Risikoverteilung als wesentliche Entscheidungsgrundlage hinzu. Hybridmodelle könnten dabei einen Ausgleich zwischen Finanzierungssicherheit und Marktpotenzial schaffen.

Im Whitepaper vergleichen Suena Energy und Capora drei Finanzierungsstrukturen mit unterschiedlichen Erlösabsicherungen für ein fiktives Batteriespeicherprojekt. Fully Mercant-Projekte, also ein Batteriespeicher, der vollständig auf Markterlöse setzt, muss demnach komplett aus Eigenkapital finanziert werden. Den Bedarf hierfür sehen die Verfasser des Whitepapers aktuell bei 550 Euro je Kilowatt. Mit einem fremdfinanzierten Merchant-Modell reduziere sich der Eigenkapitalbedarf bereits auf 250 Euro je Kilowatt. Die Fremdkapitalquote läge für solche Projekte dann bei 60 Prozent. Mit einem fünfjährigen Full-Tolling-Modell sinke der Eigenkapitalbedarf auf 150 Euro je Kilowatt, während die Fremdkapitalquote auf 70 Prozent steigt, wie in dem Whitepaper gezeigt wird. Dies zeigt, Banken legen viel Wert auf verlässliche Zahlungsströme. Bei einem Tolling-Modell sind die Erlöse auf fünf Jahre gesichert und damit planbar. Bei einem Speicher, der rein über Markterlöse refinanziert wird, sind die Erlöse aufgrund der Marktvolatilität nur schwer voraussehbar.

Gleichzeitig habe die Untersuchung aber auch gezeigt, dass eine höhere Finanzierbarkeit nicht automatisch die höchste Eigenkapitalrendite bedeutet. Es müsse vielmehr ein Gleichgewicht zwischen Erlöspotenzial und Risikoverteilung gefunden werden.

„Batteriespeicher werden zunehmend als kritische Infrastruktur für die Energiewende betrachtet. Ihre Finanzierung entscheidet sich jedoch nicht allein an der Technologie, sondern an der Qualität der Projektstruktur. Wer Vermarktungsmodelle bereits früh in die Projektentwicklung integriert, schafft die Grundlage für finanzierbare und wirtschaftlich erfolgreiche Speicherprojekte“, sagt Lennard Wilkening, CEO und Mitgründer von Suena Energy.

Allerdings sei auch klar, dass sich mit wachsender Transaktionserfahrung, zunehmender Standardisierung und neuen Vermarktungsmodellen die Voraussetzungen für die Projektfinanzierungen verbessern. Dennoch steigen auch die Anforderungen an eine langfristige Projektstrukturierung.

 „Der Markt für Batteriespeicher entwickelt sich zu einer eigenständigen Asset-Klasse“, ergänzte Alexander Kuhn, Managing Partner bei Capcora. „Für Banken und andere Kapitalgeber steht dabei nicht das theoretische Erlöspotenzial im Vordergrund, sondern die Frage, wie verlässlich und planbar die künftigen Zahlungsströme eines Projekts sind.“ Das Whitepaper soll Projektentwicklern und Investoren daher eine praxisnahe Orientierung liefern, um Batteriespeicher von Beginn an finanzierungsfähig zu strukturieren. 

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