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Energy-Charts: Netzeinspeisung aus Photovoltaik-Anlagen steigt um zehn Prozent im ersten Halbjahr

61,8 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung stammte im ersten Halbjahr aus erneuerbaren Quellen.  Die Netzeinspeisung aus Photovoltaik-Anlagen erreichte dabei mit 43,2 Terawattstunden ein Allzeithoch. Auch EU-weit gab es in den ersten sechs Monaten soviel Solarstromeinspeisung wie nie zuvor.
Öffentliche Nettostromerzeugung, 1. Halbjahr 2026, Energy-Charts vom Fraunhofer ISE
Die Windkraft kam auf einen Anteil von insgesamt 30 Prozent. DIe Photovoltaik lag im erten Halbjahr immerhin bei 19,3 Prozent. | Quelle: Fraunhofer ISE/Energy-Charts

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung lag im ersten Halbjahr 2026 bei 61,8 Prozent und damit auf einem ähnlichen Niveau wie im ersten Halbjahr 2025, als er bei 61,3 Prozent lag, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Auswertung von Energy-Charts am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hervorgeht. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Last, was den Stromverbrauch und die Verluste bei der Stromübertragung mit einschließt, stieg von 55 auf 58,5 Prozent. Dies sei ein neuer Rekord.

Nach Angaben von Energy-Charts speisten Photovoltaik-Anlagen 43,2 Terawattstunden Solarstrom ins Netz ein. Dies sei ein neuer Rekord und liege auch etwa zehn Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Auch die Erzeugung auf Offshore-Windkraft legte von 11,4 auf 14,6 Terawattstunden und bei Onshore-Windkraft von 48,7 auf 52,8 Terawattstunden zu. Leicht rückläufig war hingegen die Einspeisung aus Wasserkraft und Biomasse. Die Windkraft insgesamt erreichten damit 30 Prozent Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung; die Photovoltaik kam auf 19,3 Prozent in den ersten sechs Monaten 2026.

Braunkohle verzeichnete im ersten Halbjahr einen Anteil von 14,8 Prozent an der öffentlichen Nettostromerzeugung, Erdgas von 13,4 Prozent und Steinkohle von 6,9 Prozent. Die öffentliche Nettostromerzeugung entspricht dem Strommix, der bei Endkunden aus der Steckdose kommt. Die industrielle Erzeugung für den Eigenverbrauch und auch Photovoltaik-Eigenverbrauch ist in den Zahlen nicht enthalten.

Die hohe Erzeugung aus Windkraft und Photovoltaik sorgte im ersten Halbjahr auch für viele Stunden mit Börsenpreisen im negativen Bereich oder um null Euro pro Megawattstunde. Da immer mehr Photovoltaik-Anlagen bei negativen Börsenstrompreisen in der Direktvermarktung keine Vergütung mehr erhalten, würden Anlagen zunehmend abgeregelt. Dies zeige zugleich den gestiegenen Bedarf an Flexibilitäten. Energy-Charts zufolge erhöhte sich die Kapazität der Batteriespeicher im ersten Halbjahr von 25,4 auf 29,6 Gigawattstunden. Bereits in den ersten sechs Monaten gingen mehr große Batteriespeicher als im gesamten Vorjahr in Betrieb. Dennoch bestehe weiterhin eine große „Speicherlücke“, um Erzeugungsspitzen und Überschüsse aus Photovoltaik und Windkraft zu verschieben und Preispeaks nach oben und unten an der Strombörse zu vermeiden. Gleichzeitig zeigen die Daten von Energy-Charts aber auch, dass die hohe Erzeugung aus Erneuerbaren dabei half, den Strompreis im Frühjahr weitgehend von den infolge des Irankrieges stark gestiegenen Gaspreisen zu entkoppeln. Die Hitzeperiode im Juni wiederum führte zu einem erhöhten Strombedarf für Kühlung bei gleichzeitig gedrosselter Leistung von konventionellen Kraftwerken. Dies zeigte sich in besonders starken Preisausschlägen in den Abendstunden.

Photovoltaik-Einspeisung EU-weit, 1. Halbjahr 2015 bis 2026 Energy-Charts vom Fraunhofer ISE
EU-weit legte die Netzeinspeisung der Photovoltaik-Anlagen gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 254 Prozent zu. | Quelle: Fraunhofer ISE/Energy-Charts

Auch EU-weit verzeichnete Energy-Charts einen neuen Rekord bei der Einspeisung der Photovoltaik-Anlagen im ersten Halbjahr. Sie steig im Jahresvergleich von 141,6 auf 161 Terawattstunden an. Gegenüber 2015 liege das Plus in den EU-Mitgliedsstaaten bei der Photovoltaik-Einspeisung bei 254 Prozent.

Kommentare

Ein Freund
Jul 02, 2026

Kann mir jemand diese extrem geringen Einspeisewerte erklären? Liegt das an Degradation Verschattung und schlechter Ausrichtung + Defekte etc? Bei einer EU 2025 installierten AC Leistung von 315 GWp (400 GWp DC) nur einer Erzeugung von 275 TWh also 688 kWh/kWp finde ich schon ziemlich gering. Deutschland mit 1000 kWh/kWp + Italien mit 1300 kWh/kwp + Spanien Portugal mit 1600 kWh /kWp sollten doch zu einem weit besseren Wert führen oder nicht? Ich denke mal, dass die ganzen Eigenverbrauchswerte nicht mit aufgeführt werden, oder? Vielleicht erklärt das auch zusätzlich zum leichten wirtschaftlichen Industrieabschwung, warum der Strombedarf EU weit sich eher verstetigt anstatt zu erhöhen.

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Stephan
Jul 02, 2026

ja, das ist die öffentliche Netto-Stromerzeugung – also nur das, was als Überschuss eingespeist wird. Ich vermute mal, die Eigenverbrauchsquote bei Eigenverbrauchsanlagen liegt je nach Verhältnis PV-Größe/Verbrauch bei 30%, mit Speicher bei 60%. Solarparks speisen aber z.B. komplett ein… in Summe könnte eine PV-Erzeugung inkl. Eigenverbrauch als tatsächlich 30 % oder mehr über dem Wert „eingespeist“ liegen.