See all

Microquanta bringt farbige Perowskit-Silizium-Tandem-Module mit 26 Prozent Wirkungsgrad für gebäudeintegrierte Photovoltaik auf den Markt

Microquanta bietet individuell anpassbare, farbige Perowskit-Silizium-Tandem-Module, die architektonische Oberflächen wie Marmoroptiken mit der Vier-Anschluss-Tandem-Technologie des Unternehmens kombinieren. Das soll Leistungseinbußen verringern, die typischerweise mit farbigen Solarfassaden verbunden sind.
Microquanta zeigt auf der Smarter-E-Messe Module in Marmoroptik. Doch aus viele andere Farben und Optiken sind möglich, so das Unternehmen. | Foto: pv magazine

Der chinesische Perowskit-Photovoltaik-Spezialist Microquanta hat auf der „Smarter E“-Messe in München ein neues Perowskit-Silizium-Tandem-Modul für gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) vorgestellt.

„Wir haben die neuen farbigen Tandemmodule im Rahmen einer umfassenderen Offensive auf dem BIPV-Markt entwickelt“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber pv magazine. „Das Produkt kombiniert die Vier-Anschluss-Perowskit-Silizium-Tandem-Technologie des Unternehmens mit individuell anpassbaren farbigen Oberflächen, die speziell für Fassadenanwendungen konzipiert sind.“

Nach Angaben des Herstellers trägt die Tandem-Architektur dazu bei, die typischerweise bei farbigen Photovoltaik-Modulen auftretenden Leistungsverluste auszugleichen. Damit soll es höhere Energieerträge bieten als herkömmliche BIPV-Produkte.

„Im Gegensatz zu vielen BIPV-Anbietern, die auf farbiges Glas von Drittanbietern zurückgreifen, führt Microquanta den Färbeprozess im eigenen Haus durch. Dadurch können Farben und Oberflächen genau auf die Vorgaben der Architekten zugeschnitten werden“, so der Sprecher. „Wir präsentieren zunächst ein Design in Marmoroptik. Die Technologie lässt sich aber an eine breite Palette von Farben und Optiken anpassen.“ Das aktuelle Produkt verwende Topcon-Siliziumzellen in einer Vier-Anschluss-Konfiguration. Die Architektur sei jedoch auch mit anderen Siliziumtechnologien kompatibel.

Leistungsgarantie von 80 Prozent nach 25 Jahren

Microquanta zufolge ist das neue Modul ein vollwertiges kommerzielles Produkt, kein Prototyp. Der Hersteller gibt an, bereits Gespräche mit Entwicklern über zukünftige Projekte zu führen. Zwar werden die Module voraussichtlich teurer sein als herkömmliche BIPV-Produkte mit Einfachsperrschicht. Das Unternehmen ist aber überzeugt, dass sie im Premium-BIPV-Segment wettbewerbsfähig sind. Denn dort seien Ästhetik, Individualisierung und Gebäudeintegration oft wichtigere Faktoren als der Modulpreis allein.

Die MQ-α²-Tandemmodulserie mit einem Wirkungsgrad von 26 Prozent bietet einen Leistungsbereich von 65  bis 165 Watt. Microquanta gewährt auf das Produkt eine lineare Leistungsgarantie von 25 Jahren sowie eine 12-jährige Garantie auf Material und Verarbeitung. Das Unternehmen gibt eine Degradationsrate von 2 Prozent im ersten Jahr an, gefolgt von einer jährlichen Degradation von 0,7 Prozent. Das entspricht einer garantierten Leistung von 80 Prozent der ursprünglichen Leistung nach 25 Jahren.

Aus mechanischer Sicht sind die Module für statische Belastungen von 2.400 Pascal auf der Vorder- und Rückseite ausgelegt. Sie haben Hagelbeständigkeitstests mit 25-Millimeter-Körnern bei Geschwindigkeiten von 23 Metern pro Sekunde bestanden. Die Produkte sind für Anlagen mit einer Betriebsspannung von bis zu 1.500 Volt ausgelegt und haben einen Nennstrom von 15 Ampere.

Microquanta baut Gigawatt-Fertigung auf

Der Microquanta-Sprecher hob die Eignung des Produkts für maßgeschneiderte Projekte hervor. Modulabmessungen, elektrische Eigenschaften und optische Ausführungen seien auf Bestellung erhältlich.

Das Unternehmen mit Hauptsitz im ostchinesischen Hangzhou gehört zu den Pionieren bei der kommerziellen Entwicklung der Perowskit-Photovoltaik-Technologie. Im Januar 2025 erhielt sein 810 Quadratzentimeter großes Perowskit-Modul vom chinesischen Nationalen Mess- und Prüfzentrum für die Photovoltaik-Industrie eine Zertifizierung mit einem Wirkungsgrad von 21,86 Prozent. Das Unternehmen errichtet derzeit in Quzhou in der ostchinesischen Provinz Zhejiang eine Perowskit-Produktionslinie im Gigawatt-Maßstab und strebt die Massenproduktion an.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Kommentare

pvtisch
Jul 06, 2026

Wir freuen uns extrem über solche „Design-Module“ da regelmäßig Kunden unsere Tischkraftwerke (www.pvtisch.de) in individueller Optik anfordern und je mehr Anbieter es werden desto besser für den Preis

mootsybb00
Jul 01, 2026

Super spannen wegen „Akzeptanz“, kann mir vorstellen daß es z.B in Italien durchschlagen kann. Wahrscheinlich von Privatmann nicht zu bekommen?! Das wäre doch einen Terasse in Ligurien.