ZSF-Sitz in Berlin

Das ZSF hat seinen Sitz in einem Wohnviertel in Berlin.
Foto: Solarpraxis AG/Andreas Schlegel

taz: Druck auf Solarexperte Hummel wächst

29. April 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews, Hintergrund

Mit seinem Zentrum für Solarforschung wird er gern von überregionalen Zeitungen und Sendern zitiert. Nun zeigt die Tageszeitung erneut, dass es sich bei den Kommentaren eher um interessengeleitete Äußerungen handelt, weniger um die Expertise eines Forschungszentrums.

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Die Berliner Tageszeitung „taz“ hat sich nochmals an die Fersen des Solarmarktexperten Wolfang Hummel geheftet. Bereits Mitte 2012 hatten wir über ihn und sein Zentrum für Solarmarktforschung (ZSF) berichtet, die gern von überregionalen Medienvertretern zitiert werden. Dabei zeigte sich, dass Hummel oftmals eine proasiatische Position einnahm und einnimmt und vielen deutschen Photovoltaik-Herstellern eine falsche Strategie vorhält. Dies hat sich seither wenig geändert. Immernoch ist das ZSF an Hummels Privatadresse im Berliner Stadtteil Charlottenburg zu finden, wie die taz nun recherchierte. Hummel selbst sei – wie auch schon vor zwei Jahren – als kommissarischer Leiter bei der Berliner Senatfinanzverwaltung beschäftigt. Der angebliche Direktor des ZSF sei weiherhin Leonard Herbig, der nach taz-Recherchen ein junger Masterstudent ist und bei einer Internetfirma jobbt. Als dritten Mann habe das ZSF nun noch Joachim Zwicky in Erscheinung treten lassen, der Geschäftsführer von Zwicky Private Equity sei.

Die taz hat im Zuge ihrer Recherchen unter anderem die ARD-Börsenredaktion und die Zeitschrift „Der Aktionär“ auf mögliche Interessenskonflikte von Hummel und dem ZSF aufmerksam gemacht, da unter Referenzen Analysen für asiatische Firmen und Investments in Asien aufführte. Konkrete Auftraggeber würden dabei nicht genannt. Alle Anfragen der taz blieben dazu unbeantwortet. Die Redaktion „Der Aktionär“ will als Konsequenz künftig die Einschätzungen des ZSF nicht mehr zitieren. Bei der ARD-Börsenredaktion sei die Haltung noch diffuser, berichtet die taz. Hummel habe seinen Interessenkonflikt im Fall Solon, dass von der Berliner Finanzverwaltung eine Bürgschaft erhalten hatte, offengelegt. Auch die Kontakte zu chinesischen Unternehmen seien öffentlich gemacht worden.

In der vergangenen Woche zitierte die Nachrichtenagentur dpa schließlich Hummel und seine Einschätzung zum Photovoltaik-Unternehmen Q-Cells, dass vor einiger Zeit vom koreanischen Konzern Hanwha Chemicals übernommen wurde. Die taz machte auch dpa auf mögliche Interessenskonflikte aufmerksam und diese änderte die Meldung nochmals ab. Aus Sicht der Zeitung könnte es nun langsam eng werden für Solarexperten Wolfgang Hummel.

Den vollständigen Artikel aus dem Jahr 2012 finden Sie in unserem Archiv. (Sandra Enkhardt)

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